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10.03.2006

08:51 Uhr

WM-Teilnehmer im Porträt

Togo – Der „Underdog“

Nach dem ersten Spieltag in der Qualifiaktion zur Weltmeisterschaft 2006 hatte wohl kaum jemand mehr das Team aus Togo auf der WM-Rechnung. Doch es kam alles anders.

Das togoische Team. BILD VERGRÖSSERN: Bitte klicken sie auf das Pluszeichen. Foto: afp

Das togoische Team. BILD VERGRÖSSERN: Bitte klicken sie auf das Pluszeichen. Foto: afp

HB DÜSSELDORF. Es ist zweifelsohne ein kleines Fußball-Märchen, das die togolesische Nationalmannschaft mit der Qualifikation für die WM-Endrunde 2006 geschrieben hat: Seit 1974 hatte der westafrikanische Staat gerade einmal sechs Spiele in der kontinentalen Ausscheidung gewonnen, mehr als Gruppenplatz vier war dabei nie herausgesprungen. Nun also der große Durchbruch, sieben Siege in zehn Spielen, nur eine Niederlage, den hohen Favoriten Senegal hinter sich gelassen. Grund genug für Staatschef Faure Gnassingbe, den Montag nach dem entscheidenden 3:2-Auswärtssieg in Brazzaville gegen den Kongo zum nationalen Feiertag auszurufen.

Grund zum Feiern hatten die gerade einmal 5,5 Millionen Togolesen bis dahin wenig, nicht nur in sportlicher Hinsicht. Nachdem die ehemalige deutsche und spätere französische Kolonie 1960 unabhängig geworden war, stürzte sie in einen blutigen Machtkampf , der im Grunde bis heute nicht beendet ist. Das einstmals blühende Land mit seiner als "Perle Westafrikas" gerühmten Hauptstadt Lome gehört heute zu den ärmsten der Welt.



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Fußballerisch hatte Togo außer dem Erreichen der Endrunde der Afrika-Meisterschaft 1972 wenig zu bieten. Der einstige Nationalheld und Bundesliga-Profi Bachirou Salou machte für sein Land schließlich in den 90er Jahren auch in Deutschland sportliche Werbung, mit dem bulligen Stürmer verkürzten die "Sperber", wie die Nationalelf genannt wird, den Rückstand auf die stärksten afrikanischen Teams.

Salou hat mittlerweile seine Karriere ausklingen lassen, sein legitimer Nachfolger ist aber gefunden: Emmanuel Adebayor, Stürmerstar des AS Monaco. Mit seinen elf Toren hatte er maßgeblichen Anteil an der WM-Qualifikation seiner Mannschaft, sicherte sich zudem vor den Topstürmern Didier Drogba (FC Chelsea) und Obafemi Martins (Inter Mailand) die Torjäger-Krone in der Afrika-Ausscheidung. Der Youngster (Jahrgang 1984) pflegt bei Reisen in seine Heimat stets das gleich Ritual: Wenn er nach Togo fliegt, nimmt Adebayor immer einen Koffer voller Schuhe mit: "Ich werde nie vergessen, dass ich mir meine ersten Fußballschuhe habe leihen müssen." Kann er seinen Lauf auch bei der WM fortsetzen, muss er sich über solche Dinge keine Gedanken mehr machen - auch wenn Togo natürlich als krasser Außenseiter ins Rennen geht. "Ich werde nicht sagen, dass wir Weltmeister werden. Ich werde aber auch nicht behaupten, dass wir als Fallobst nach Deutschland kommen", meint Coach Stephen Keshi, der 1994 für Nigeria beim World Cup kickte, "wir werden versuchen, den afrikanischen Kontinent würdig zu repräsentieren."

Land:


Lage/Größe: West-Afrika - (Weltrang: 123): 56 785 qkm
Bevölkerung: 5 681 519 Einwohner
Hauptstadt: Lomé - 680 000 Einwohner
Staatsform: Präsidialrepublik
Staatspräsident: Faure Gnassingbe
Bruttoinlandsprodukt (BIP), Dollar pro Kopf: 2004: 1 600 US$
Landessprache: Französisch, Kabyé, Ewe

Fußball:
Fédération Togolaise de Football (FTF)
Präsident: Balakiyem Rock Gnassingbe
Trainer: Stephane Queshi
Gründungsjahr: 1960
FIFA-Mitglied seit: 1962

WM-Bilanz:
Bislang keine WM-Endrundenteilnahme

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