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10.03.2006

08:32 Uhr

WM-Teilnehmer im Porträt

Trinidad und Tobago – Der Exot aus der Karibik

Teams aus der Karibik sind bei Fußball-Weltmeisterschaften seltene Gäste. Trinidad und Tobago ist erst das vierte Team, das an der Endrunde einer WM teilnimmt. Die Vorgänger waren Kuba 1938, Haiti 1974 und Jamaika 1998.

Das Team Trinidad und Tobago. BILD VERGRÖSSERN: Bitte klicken sie auf das Pluszeichen. Foto: afp

Das Team Trinidad und Tobago. BILD VERGRÖSSERN: Bitte klicken sie auf das Pluszeichen. Foto: afp

HB DÜSSELDORF. Der Stolz über die erste Teilnahme an einer WM-Endrunde war allen der 1,3 Millionen Menschen in Trinidad und Tobago anzusehen. Bis in die Politik des kleinen Karibikstaates schlug der Erfolg Wellen. "Ein Fußballspiel hat es geschafft, das Land zu einen", jubelte Regierungschef Patrick Manning seinen "Soca-Warriors" nach dem Sieg im Play-off-Spiel gegen Bahrain zu. Und rief kurzerhand einen Feiertag aus.

Nach Kuba (1938), Haiti (1974) und Jamaika (1998) ist "T+T" erst der vierte Karibikstaat überhaupt, der sich für eine Weltmeisterschaft qualifizieren konnte. Im zehnten Anlauf hat es nun endlich geklappt - das Land, das erst 1962 unabhängig wurde, trägt seinen Namen unauslöschbar in die Geschichtsbücher der FIFA ein. "Unglaublich, ein toller Erfolg für unser kleines Land", freute sich auch Dwight Yorke, Star des Teams und einer der Eckpfeiler des Aufstiegs.

Als Vater des Erfolges darf sich aber vor allem Leo Beenhakker fühlen. Der 63 Jahre alte Trainerveteran aus Rotterdam übernahm das Team erst im April 2005, von dort an ging es aber steil bergauf für die "Trinis". Globetrotter Beenhakker, der schon Real Madrid zur spanischen Meisterschaft geführt hat, impfte den verspielten Kickern Disziplin und Ordnung ein und machte sich zudem für die Rückkehr der beiden Altstars Yorke und Russell Lapaty stark. Mit den beiden Legionären als Köpfe der Mannschaft löste Trinidad und Tobago das WM-Ticket.



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Ein vierter Gruppenplatz in der Nord- und Mittelamerika-Qualifikation hinter den USA, Mexiko und Costa Rica, aber noch vor Guatemala und Panama brachte die Berechtigung für die Play-offs gegen den Bahrain. Nach einem 1:1 daheim setzte sich "T+T" mit 1:0 (Abwehrspieler Dennis Lawrence köpfte das Siegtor) im asiatischen Königtum durch und sorgte für grenzenlosen Jubel. Der wohl bekannteste Insel-Kicker ist Stürmer Yorke, der mit Manchester United 1999 die Champions League gewann und in der englischen Premier League lange Jahre zu den besten Angreifern gehörte. Mittlerweile ist Yorke beim FC Sydney in Australien gelandet.

In der Fangunst fast noch beliebter ist der Spielmacher Lapaty. Der 37-Jährige, der beim schottischen Klub Falkirk sein Geld verdient, gibt auf dem Platz die Kommandos und die Pässe - meistens zu Stürmer Stern John. Der Angreifer des englischen Zweitligisten Derby County ist eine wahre Tormaschine im rot-weiß-schwarzen Trikot, erzielte knapp 70 Treffer in gut 90 Partien für sein Land. Das Dreieck bildet das erfahrene Herzstück der Karibik-Kicker. Dazu machte in den Play-offs vor allem Keeper Kelvin Jack mit starken Leistungen auf sich aufmerksam.

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