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10.03.2006

08:44 Uhr

WM-Teilnehmer im Porträt

Tunesien – Die Abwehrstrategen aus Afrika

Während die anderen afrikanischen Nationen allesamt als Debütanten teilnehmen, sind die "Adler von Karthago" bereits zum vierten Mal bei einer WM-Endrunde dabei. Der letzte Sieg allerdings, gelang ihnen vor 28 Jahren.

Das tunesische Team. BILD VERGRÖSSERN: Bitte klicken sie auf das Pluszeichen. Foto: afp

Das tunesische Team. BILD VERGRÖSSERN: Bitte klicken sie auf das Pluszeichen. Foto: afp

HB DÜSSELDORF. In Sachen WM-Endrunde ist Tunesien schon ein alter Hase - zumindest im Vergleich mit den anderen afrikanischen Nationen, die das Ticket nach Deutschland buchen konnten. Denn während Angola, Ghana, die Elfenbeinküste und Togo allesamt als Debütanten teilnehmen, sind die Nordafrikaner bereits zum vierten Mal überhaupt und zum dritten Mal in Serie dabei. Und so kann Tunesien in Deutschland weiter versuchen, eine lange Durststrecke zu beenden: Seit dem ersten und bislang einzigen Sieg sind sind mittlerweile 28 Jahre vergangen.

In dem kleinen Land, das bis 1956 unter französischer Herrschaft stand, bildete sich schon früh eine eigene Fußball-Szene. Das unabhängige Tunesien trat 1960 der FIFA bei und schaffte sogleich den Sprung zum Endturnier der Olympischen Spiele. Im fünften Anlauf gelang 1978 erstmals der Sprung zur Endrunde, wo Tunesien sogleich Mexiko mit 3:1 bezwang, dem amtierenden Weltmeister Deutschland ein 0:0 abtrotzte, aber dennoch in der Vorrunde scheiterte. Mit einer neuen Spielergeneration gelang 1998 und 2002 die erneute Qualifikation. Die Endrunde endete jeweils enttäuschend und ohne Sieg.

Damit soll es nun vorbei sein: Zumindest gegen Gruppengegner Saudi-Arabien ist Tunesien, das es zudem noch mit Spanien und der Ukraine zu tun bekommt, Favorit. Zur Qualifikation reichte im letzten Gruppenspiel gegen den Erzrivalen Marokko vor 60.000 Zuschauern in Rades ein 2:2. Schon im Endspiel um die Afrikameisterschaft 2004 hatte Tunesien sich im heimischen Tunis mit 2:1 gegen Marokko durchgesetzt. Trainiert werden die Nordafrikaner von dem Franzosen Roger Lemerre. Dem früheren Trainer der französischen Nationalmannschaft ist das Kunststück gelungen, mit Frankreich 2000 Europameister und mit Tunesien vier Jahre später Afrikameister zu werden - also zwei Kontinental-Meisterschaften zu gewinnen. Lemerre war als französischer Nationalcoach 2002 nach dem Scheitern der "Equipe Tricolore" in der Vorrunde in Südkorea und Japan zurückgetreten.



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Für die Endrunde in Deutschland baut der Trainerfuchs auf eine bunte Mischung: Neben Spielern aus der tunesischen Liga stehen Legionäre aus den starken europäischen Spielklassen wie die beiden Nürnberger Adel Chedli und Jawhar Mnari ebenso im Kader wie der gebürtige Brasilianer Santos, der in Frankreich beim FC Toulouse spielt. Star der Truppe ist Außenverteidiger Hatem Trabelsi, der seit Jahren bei Ajax Amsterdam eine feste Größe ist. Tunesien verfügt also durchaus über gestandene Spieler, wie auch Lemerre bekräftigt: Das Spielermaterial, mit dem ich arbeite, ist genauso gut wie damals in Frankreich", sagt der Coach, der mit Tunesien beim Confederations Cup immerhin 2:0 gegen Australien gewann und gegen Argentinien knapp mit 1:2 unterlag. Die Messlatte hat er damit sehr hoch gelegt...

Land:


Lage/Größe: Nord-Afrika - (Weltrang: 90): 163 610 qkm
Bevölkerung: 10 074 951 Einwohner
Hauptstadt: Tunis - 1,8 Mio. Einwohner
Staatsform: Präsidialrepublik
Staatspräsident: Zine el Abidine Ben Ali
Bruttoinlandsprodukt (BIP), Dollar pro Kopf: 2004: 2 850 US$
Landessprache: Arabisch

Fußball:
Fédération Tunisienne de Football (FTF)
Präsident: Hamouda Ben Ammar
Trainer: Roger Lemerre
Gründungsjahr: 1956
FIFA-Mitglied seit: 1960

WM-Bilanz:
1978: Vorrunde
1998: Vorrunde
2002: Vorrunde

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