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04.06.2014

09:53 Uhr

WM-Trainer und der Sex

Nur gucken, aber nicht anfassen

Fußballtrainer bei der Weltmeisterschaft befürchten Sex-Verletzungen. So verbietet ein Coach Bettakrobatik, ein anderer predigt seinen Spielern Enthaltsamkeit. Was Wissenschaftler davon halten.

MünchenBislang drehte sich die WM-Taktik der Nationaltrainer um Fragen zur falschen oder richtigen Neun – doch vor dem ersten Anstoß bei der Fußball-Weltmeisterschaft am Donnerstag kommender Woche geht es nun auch um falschen oder richtigen Sex.

Die Schönheiten im Gastgeberland Brasilien anschauen ist erlaubt, anfassen aber nicht, gab Mexikos Trainer Miguel Herrera jüngst als Parole aus. Sportwissenschaftler belächeln den Mythos der vom Verkehr weich werdenden Waden – doch vor jedem Turnier bricht die Debatte neu auf.

Vor Mexikos Nationaltrainer äußerte sich auch schon der Trainer von Gastgeber Brasilien, Luiz Felipe Scolari, zum Thema Sex. Normalen Sex erlaubt er Neymar und Co. - Bettakrobatik sei allerdings verboten. Costa Ricas Coach gestattet seinen Spielern während des Turniers Sex in Maßen.

Über Sex in der Firma und Frieden im Betrieb

Betriebsfrieden

„Wenn zwei Mitarbeiter sich lieben, stört das den Betriebsfrieden. Wenn zwei Mitarbeiter sich hassen, entspricht das den Gepflogenheiten.“

Quelle: Karriere-Coach Martin Wehrle

Bewerber

„Mit den Köpfen von Bewerbern verhält es sich wie mit den Körpern von Models: Es kommt mehr auf die Form als auf den Inhalt an. Dieses Auswahlprinzip wird von Fachleuten 'Physiognomik' genannt. Menschen, die noch denken können, sagen dazu: 'Schwachsinn!'“

Großraumbüros

„Großraumbüros wirken sich auf die Produktivität der Mitarbeiter aus wie ein Ameisenbär auf einen Ameisenhaufen. Der Preis dafür, dass keiner mehr aus der Reihe tanzt, besteht darin, dass keiner mehr etwas auf die Reihe bekommt.“

Mails

„Meine Erfahrung ist: Je öfter sich die Menschen in einem Unternehmen mailen, desto weniger verstehen sie sich. Und je größer die Mailverteiler sind, desto kleiner ist die Vernunft einer Firma.“

Personalwahl

„Die Firmen fühlen sich in einer Notwehr-Situation, weil ihre Standard-Personalauswahl nur zu Standard-Reinfällen führt.“

Privatermittler

„Sogar Privatermittler, darunter ehemalige Stasi-Leute, setzen die misstrauischen Firmen auf Bewerber an. Zur Not tritt der Ermittler in den Golfclub des angehenden Managers ein und löchert ihn unauffällig zwischen den Löchern.“

Sex im Unternehmen

„Zumindest einen Ort gibt es, wo niemals Sex im Auftrag der Firma stattfindet: auf der Spesen-Quittung.“

Sexverbot

„Das Sexualleben ihrer Mitarbeiter beschäftigt die Firmen. Einige Irrenhäuser regeln es sogar vertraglich: Sie verbieten intime Beziehungen zwischen ihren Mitarbeiern. An dieses Liebesverbot haben sich alle zu halten, auch die Herzen. Ein Mitarbeiter hat seine Firma zu lieben, sonst niemanden.“

Sparen

„Wenn Firmen in den Spargang schalten, bleibt ihr Gehirn so lange auf der Strecke, bis der Insolvenzverwalter das Steuer übernimmt.“

Tod eines Mitarbeiters

„Der Tod eines Mitarbeiters treibt seinem Chef aufrichtige Tränen in die Augen: Er muss eine Todesanzeige bezahlen!“

Vorstellungsgespräch

„Alles, was ein Bewerber im Vorstellungsgespräch sagt, kann gegen ihn verwendet werden. Dies passiert aber nur selten, in der Regel hört ihm keiner zu.“

Und der Trainer des als Geheimfavorit geltenden Belgien, Marc Wilmots, will die zweite große Spielwiese als Belohnung einsetzen. Erst wenn sie das Halbfinale erreicht haben, lässt Wilmots Ehefrauen und Freundinnen zu seinen Spielern. Fußball-Legende Oleg Blochin wollte seine ukrainische Mannschaft 2006 mit demselben Versprechen heiß machen – doch mit einem 0:3 gegen Italien erschlafften die Männerträume im Viertelfinale.

Der Mexikaner Herrera sagte nun, er könne seinen Spielern zwar nichts verbieten – „aber ich denke nur an Fußball und hoffe, dass die Jungs das Gleiche tun, denn es ist noch niemand an 40 Tagen Enthaltsamkeit gestorben“. Für Ingo Froböse, Professor an der Sporthochschule Köln, ein antiquiertes Denken. „Ich halte diese 40 Tage Enthaltsamkeit für unnötig und auch echt Quatsch.“

Froböse zufolge sollten Spieler sich schlicht wohlfühlen. Sex sei nun einmal wichtig – und es sei für den Körper wichtig, dass „Harmonie aller Funktionen vorherrscht“. Selbst gegen Sex am Abend vor einem Spiel spreche „überhaupt nichts“. Bundestrainer Jogi Löw ließ die Frauen im Südtiroler Trainingslager zwar außen vor. Nach Brasilien sollen sie aber kommen dürfen - wie eng der Kontakt sein wird, ist noch nicht bekannt.

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