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12.04.2006

13:47 Uhr

WM-Versicherer

„Herr Kaiser“ spielt mit Franz Beckenbauer

VonRita Lansch

Das Finale findet in Berlin statt. Am 27. Mai 2006, mitten auf dem Potsdamer Platz. Dort endet die "Kaiser-Tour", das längste Straßenfußballfest Deutschlands. Und ein Gewinner steht schon fest: der Ausrichter der Tour und offizielle Versicherer der Fußball-WM - die Hamburg-Mannheimer Versicherungsgruppe.

DÜSSELDORF. Der Konzern ist hoch zufrieden mit seinem WM-Engagement. "Über unsere Alleinstellung haben wir ein enormes Medieninteresse generiert", sagt Rainer Möller, WM-Projektleiter des Hamburger Versicherers. Die Tour hat ihren Namen von der wichtigsten Werbefigur des Konzerns, Günter Kaiser.

Bei der Bekanntheit kann es "Herr Kaiser" von der Hamburg-Mannheimer durchaus mit Fußball-Kaiser Franz Beckenbauer aufnehmen: Mehr als 80 von 100 Bundesbürgern kennen die Hamburg-Mannheimer (HM) und ihren "Herrn Kaiser". Der hilfsbereite Versicherungsvertreter kommt seit mehr als 30 Jahren tadellos frisiert in deutsche Wohnzimmer. Jetzt bietet sich ihm eine einmalige Chance: "Die WM im eigenen Land mit uns als offiziellem Versicherer - das kommt so schnell nicht wieder", sagt Projektleiter Möller.

Das Team der Hamburg Sports-Mannheimer GmbH um Spielführer Jürgen Görling versichert schon seit 1974 jede Fußball-Weltmeisterschaft. Diesmal mischt es zum ersten Mal als offizieller Förderer mit. Dass es ein zweites Mal geben wird, ist aber unwahrscheinlich - trotz aller Zufriedenheit. Schließlich sind Versicherungen keine globalen Lifestyle-Produkte oder Souvenirs, die sich der Fan im Siegesrausch gönnt, auch wenn die Hamburger zur WM mit drei neuen Policen rauskommen. "Wir sind ein nationales Versicherungsunternehmen", sagt Möller. Werbung im Ausland habe wenig Sinn, weil die Hamburg-Mannheimer dort meist keine Lizenz hat. Zwar gehört sie über die Ergo-Holding zur Münchener Rück, doch die macht keine Geschäfte mit Endkunden.

Also konzentriert sich "Herr Kaiser" auf Deutschland - mit Erfolg. Der erste Darsteller ist seiner Bekanntheit zum Opfer gefallen. "Herr Kaiser" Nr. 1 warb nicht nur für die Versicherung, sondern spielte auch Theater. Als die Zuschauer ihn auf der Bühne erkannten und lautstark "Herr Kaiser, Herr Kaiser" riefen, war es mit den Bühnenengagements vorbei. Die HM sah sich genötigt, den Schauspieler finanziell zu unterstützen.

Ihrer Werbefigur blieb die Versicherung treu, was sich Jahre später im hohen Wiedererkennungswert ausgezahlt hat. Derzeit läuft ein auf die WM zugeschnittener TV-Spot mit "Herrn Kaiser" Nr. 3 - ebenfalls ein Schauspieler, aber eher in Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen als live mit Publikum.

Die Message der HM ist klar: Wer eine Weltmeisterschaft versichern kann, der ist allemal potent genug für die Sicherheit von Otto-Normal-Fan. Mit Auto-, Unfall- und Rentenpolicen setzen die Hamburger im Jahr rund 3,7 Mrd. Euro um. Das Sport-Team steuert dazu zwar nur etwas mehr als sieben Mill. Euro bei, doch für die HM ist es ein Aushängeschild. Als so genannter Breitenversicherer nutzt sie den Massensport, um das allgemein schlechte Image von Versicherungen aufzupolieren.

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