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21.09.2014

17:30 Uhr

Wolfsburger zuhause erfolgreich

VfL lässt Werkself keine Chance

Das Unheil nahm aus Sicht der Werkself schon ab der 8. Spielminute seinen Lauf: Ab diesem Zeitpunkt waren die Leverkusener nicht nur im Rückstand, sondern auch in Unterzahl. Wolfsburg ließ dem Gegner keine Chance.

Er war der viel umjubelte Star des Nachmittags: Wolfsburgs Ricardo Rodriguez (links) freut sich über seinen Treffer zum 3:1 gegen Bayer 04 Leverkusen mit Daniel Caligiuri. dpa

Er war der viel umjubelte Star des Nachmittags: Wolfsburgs Ricardo Rodriguez (links) freut sich über seinen Treffer zum 3:1 gegen Bayer 04 Leverkusen mit Daniel Caligiuri.

WolfsburgFünf Tage nach der Auftaktpleite in der Champions League hat Bayer Leverkusen auch in der Fußball-Bundesliga seine erste Saisonniederlage kassiert und den Sprung an die Tabellenspitze verpasst. Das Team von Trainer Roger Schmidt unterlag nach langer Unterzahl 1:4 (1:2) beim VfL Wolfsburg, der sich mit dem ersten Ligasieg für das 1:4 in der Europa League beim FC Everton am Donnerstag erfolgreich rehabilitierte.

Die Tore für Wolfsburg erzielten Ricardo Rodriguez (8., Foulelfmeter und 63.), Vieirinha (45.) und Aaron Hunt (81.), Josip Drmic markierte das zwischenzeitliche 1:1 (29.) für Leverkusen. Bayer-Verteidiger Giulio Donati sah nach einer Notbremse schon früh die Rote Karte (7.). Am kommenden Mittwoch reisen die Wolfsburger zu Hertha BSC nach Berlin, Leverkusen empfängt den FC Augsburg.

„Der frühe Platzverweis hat uns in die Karten gespielt, aber es war trotzdem ein hartes Stück Arbeit“, sagte Wolfsburgs Sportdirektor Klaus Allofs bei Sky: „Wir haben einen Riesenschritt nach vorne gemacht. Ich hoffe, dass wir jetzt ein bisschen mehr Lockerheit in unser Spiel bekommen.“

Im Vergleich zum 0:1 beim AS Monaco in der Königsklasse wechselte Leverkusens Coach Schmidt gleich viermal. Unter anderem saßen Heung-Min Son und Stefan Kießling zu Beginn nur auf der Bank. Bei den Gastgebern stand erstmals Neuzugang Nicklas Bendtner in der Startelf, Maximilian Arnold war wegen eines grippalen Infekts erst gar nicht im Kader.

Im Duell der beiden Europapokalverlierer zeigten sich von Anpfiff an die Wolfsburger trotz zwei Tage weniger Pause deutlich präsenter. Im Gegensatz zum Spiel in Everton gingen sie hochkonzentriert und engagiert in die Zweikämpfe. Auch wegen dieser Aggressivität fiel früh der Führungstreffer.

Bundesliga: Die Sprüche des 4. Spieltags

Mitleid

„Das will keiner erleben“, Berlins Trainer Jos Luhukay zu dem Freiburger Coach Christian Streich nach einem skandalträchtigen Tor in der nachspielzeit. .

Fassungslos

„Wahnsinn“... „verrückt“ ... „sprachlos“ Freiburgs Coach Streich ringt nach dem Spiel gegen Hertha Berlin um Fassung.

Klare Kante

„Ich fühle mich heute im wahrsten Sinne des Wortes beschissen“ Fritz Keller, Winzer und Präsident des SC Freiburg.

Selbsteinschätzung

„Ich wusste nicht, dass ich überhaupt soweit schießen kann.“ Mittelfeldspieler Moritz Stoppelkamp vom SC Paderborn bei Sky zu seinem Bundesliga-Rekordtor aus 83 Meter.

Erkenntnis

„Einen Punkt.“ Trainer Thomas Schaaf von Eintracht Frankfurt auf die Frage, was er nach dem 2:2 bei Schalke 04 mitnehme.

Für die Ewigkeit

„Die Tabelle kann man ausschneiden. Daraus kann der Fanshop eine schöne Tapete machen.“ Paderborns Manager Michael Born nach der Übernahme der Tabellenführung durch das 2:0 gegen Hannover 96.

Trainerlob

„Sie ist brutal intakt, da sind keine faulen Eier drin.“ Josef Zinnbauer, ehemaligiger Finanzvertriebler (Spitzname: Ferrari Joe) und Trainer des Hamburger Sportvereins über seine Mannschaft.

Junior Malanda gab einen Ball in die Spitze nicht verloren, setzte sich gegen Donati durch und konnte von diesem nur durch ein Foul im Strafraum gestoppt werden. Platzverweis für den Italiener und Elfmeter waren das Ergebnis. Rodriguez verwandelte sicher. Die Leverkusener schienen vom Auftreten des VfL völlig überrascht und anschließend in Unterzahl überfordert. Immer wieder konnten sie sich nur durch Fouls helfen und hatten bei einem Pfostenschuss von Kevin de Bruyne (22.) noch Glück.

Wie unter der Woche in der Europa League wurden die Wolfsburger aber für die eigenen Fehler in der Abwehr sofort bestraft: Innenverteidiger Robin Knoche verlor nach einem Abstoß von Bernd Leno das Kopfballduell gegen Karim Bellarabi, Drmic enteilte Rodriguez und schoss völlig frei ein (29.) - zu diesem Zeitpunkt überraschend, es war die erste Torchance der Gäste.

Mit dem Gegentreffer war auch die Unsicherheit wieder zurück beim VfL, von der Überzahl war nicht mehr viel zu sehen. Erst kurz vor der Halbzeit konnten sich die Wolfsburger wieder entscheidend in der Offensive durchsetzen: Eine passgenaue Flanke von Rodriguez köpfte Vieirinha ins Tor (45.).

Nach der Pause investierten die Leverkusener mehr in die Offensive, echte Torchancen gab es aber nicht. Die Wolfsburger hatten dagegen gute Konterchancen.

Nach einer Ecke vollendete Rodriguez mit einem schönen Volleyschuss zum 3:1. Erst in der 66. Minute brachte Schmidt Kießling als zweiten Stürmer. Nach einem Fehler von Luiz Gustavo hatte er nur wenig später sogar gleich die Chance zum 2:3, doch Kießling verzog.

Von

sid

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