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17.05.2017

14:09 Uhr

You‘ll never walk alone

Die Geschichte einer Fußball-Hymne

VonAstrid Dörner

Fans vom FC Liverpool singen das Lied im Stadion, genauso wie Anhänger von Borussia Dortmund. „You’ll never walk alone“ vereint Fußball-Freunde auf der ganzen Welt – dabei hat der Song gar nichts mit Fußball zu tun.

EssenEs sind Zeilen, die verbinden. „Wenn du durch einen Sturm gehst, dann halte den Kopf hoch und fürchte dich nicht vor der Dunkelheit“, lautet frei übersetzt die erste Strophe. Das gilt für viele Situationen im Leben, auch beim Fußball. Vor jedem Heimspiel stimmen die gut 80.000 Fans von Borussia Dortmund das Lied an, um die Mannschaft anzufeuern. Und das schon seit über 20 Jahren.

Aber wo kommt der Song eigentlich her? Schauspieler und BVB-Fan Joachim Król hat sich auf die Spurensuche gemacht. In einer Dokumentation, die am Donnerstag in ausgewählten Kinos in Deutschland zu sehen sein wird, zeigt er die ungewöhnliche Geschichte einer Fußball-Hymne, die nie für den Sport gedacht war.

Geschrieben haben sie die Amerikaner Richard Rogers und Oscar Hammerstein für das Broadway-Musical „Carousel“, das 1945 Premiere hatte. „You’ll never walk alone“ ist das Finale des Stücks, in dem es um den ruppigen, gewaltbereiten Karussellarbeiter Billy geht, der sich das Leben nimmt und nach 15 Jahren im Himmel für einen Tag auf die Erde zurückkehren darf.

BVB: Fakten zu Borussia Dortmund

Wertvollste Spieler

Marco Reus (40 Millionen Euro), Pierre-Emerick Aubameyang (65 Millionen Euro)

Sponsoren

Trikotsponsor: Evonik, mindestens 12 Millionen Euro/Jahr, über 20 Millionen/Jahr möglich, bis 2025
Ausrüster: Puma, bis 2020, sechs Millionen Euro/Jahr
Partner: u.a. Opel, Turkish Airlines

Kader

Marktwert des Kaders: rund 392 Millionen Euro (September 2017)

Quelle: transfermarkt.de

Umsatz - Konzern

2016/17 - 405,7 Millionen Euro
2015/16 - 376 Millionen Euro
2014/15 - 276 Millionen Euro
2013/14 - 260,7 Millionen Euro
2012/13 - 305 Millionen Euro
2011/12 - 223 Millionen Euro

Gewinn nach Steuern

2016/17 - 8,2 Millionen Euro
2015/16 - 29, 4 Millionen Euro
2014/15 - 5,5 Millionen Euro
2013/14 - 12 Millionen Euro
2012/13 - 51,2 Millionen Euro
2011/12 - 27,5 Millionen Euro

Geschäftsführung

Vorsitzender: Hans-Joachim Watzke
Mitglieder: u.a. Thomas Treß (Finanzen), Michael Zorc (Sport), Carsten Cramer (Vertrieb, Marketing)

Aufsichtsrat

Vorsitzender: Gerd Pieper
Die Neulinge sind: Ulrich Leitermann (Signal Iduna), Björn Gulden (Puma) und Dr. Werner Müller (RAG-Stiftung) - sowie Dr. Reinhold Lunow (Facharzt und Schatzmeister des BVB e.V.) als Ersatz für den bereits im Sommer ausgeschiedenen Friedrich Merz.

Essen und Trinken

Ein Wasser (0,5 l) kostet: 3,40 Euro
Ein Bier der Marke Brinkhoff´s No. 1 (0,4 l) kostet: 3,70 Euro
Eine Bratwurst kostet: 3,50 Euro

Quelle: Transfermarkt.de

Stadion

Name: Signal Iduna Park
Sponsoring-Vertrag: bis 2021 für fünf Millionen Euro pro Jahr
Fassungsvermögen: 80.645 Zuschauer

Preisstrategie

Die Geschäftsführung des BVB will die Preise für Tickets, Bier und Bratwurst "in den nächsten Jahren nicht erhöhen". Dies erklärte Geschäftsführer Watzke auf der Bilanzpressekonferenz Ende August 2016 in Dortmund. Die besondere Stadion-Kultur in Dortmund solle erhalten bleiben. Dazu zählt auch, dass bundesligaweit die Preise für Bier und Bratwurst zu den niedrigsten gehören.


Das Musical ist angelehnt an das Theaterstück „Lilion“ des ungarischen Schriftstellers Ferenc Molnár, der es 1909 schrieb – dem Gründungsjahr des BVB. Es war Zufall, dass das Schlusslied seinen Weg auf die Fußball-Tribünen fand. „Ich wusste: Den müssen wir machen“, erinnert sich Gerry Marsden, Lead-Sänger der Band „Gerry and the Pacemakers“, nachdem er das Original zum ersten Mal gehört hatte.

Eigentlich war die Band bekannt für ihre Rock’n’Roll-Stücke, doch die neue Version der Ballade kletterte 1963 in den Charts sofort auf Platz eins. „Der FC Liverpool machte es zu seiner Stadion-Hymne, und ich werde den Verein auf ewig dafür lieben“, sagt Marsden, der selbst Liverpool-Fan ist. „Einige sagen mir, das Lied sei wie ein Gebet.“

Auch Jürgen Klopp lässt sich von der Hymne inspirieren, und das schon seit vielen Jahren. „Richtig eingesetzt, macht das Lied den Unterschied“, stellt er klar. Der ehemalige Dortmund-Trainer wechselte vor zwei Jahren zum FC Liverpool, doch der Fan-Gesang auf der Tribüne vor dem Spiel blieb der gleiche.

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