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28.03.2014

12:14 Uhr

Zlatan Ibrahimovic

Große Klappe, viel dahinter

VonAnis Micijevic

Zlatan Ibrahimovic ist in seiner Heimat Schweden ab sofort als Briefmarke erhältlich. Das Ego des Ausnahmestürmers kennt spätestens jetzt keine Grenzen mehr. Doch wer solche Tore schießt, darf auch angeben. Eine Auswahl.

Zlatan Ibrahimovic gibt es in seiner Heimat Schweden jetzt auch als Briefmarke. Reuters

Zlatan Ibrahimovic gibt es in seiner Heimat Schweden jetzt auch als Briefmarke.

Düsseldorf/StockholmDas wird seinem übergroßen Ego noch zusätzlich schmeicheln: Seit Donnerstag ist in Schweden eine Briefmarkenserie mit Abbildungen des Ausnahmestürmers Zlatan Ibrahimovic erhältlich. Eines der Motive zeigt seinen spektakulären Taekwondo-Fallrückzieher beim Freundschaftsspiel zwischen seinem Heimatland Schweden und England im Jahr 2012. Schweden gewann damals 4:2, „Ibrakadabra“ erzielte alle vier Tore.

„Wir haben fünf Millionen Briefmarken allein durch Vorbestellungen verkauft“, berichtete die Briefmarken-Verantwortliche Britt-Inger Hahne. Auch aus dem Ausland sei großes Interesse an den insgesamt fünf Marken gekommen, vor allem aus Frankreich, wo Ibrahimovic derzeit beim Klub Paris SG spielt. „Ein Kunde hat 1500 Sets für französische Freunde geordert.“ Für 60 Kronen (rund 6,70 Euro) ist das Set in Schweden zu haben.

Ibrahimovic hatte sich bei der Ankündigung der „Zlatan“-Serie im November höchst erfreut gezeigt - und die Hoffnung geäußert, dass Empfänger von Rechnungen dadurch wenigstens etwas Freude empfinden. „Ich selbst bekomme per Post eigentlich nur Rechnungen – und es ist selten, dass schöne Briefmarken drauf sind. Vielleicht wird das ja nun anders“, erklärte er.

Der 32-jährige Schwede mit bosnischen Wurzeln ist nicht nur auf dem Platz Weltklasse, auch seine oft arroganten und selbstherrlichen Auftritte in der Öffentlichkeit sind unübertroffen: „Eines ist sicher: Es lohnt sich nicht, eine WM ohne mich zu schauen – da braucht man gar nicht drauf zu warten“, sagte Ibrahimovic nach dem Ausscheiden in den Playoffs gegen Portugal mit Blick auf die diesjährige Weltmeisterschaft in Brasilien. Trotz eines Doppelpacks konnte der PSG-Star Schwedens Aus gegen das Ronaldo-Team nicht verhindern.

Apropos Ronaldo: Vor der diesjährigen Weltfußballer-Wahl tönte Ibrahimovic: „Ich brauche den Goldenen Ball nicht, um zu wissen, dass ich der Beste bin.“ Er galt vor der Abstimmung trotz seiner vielen Traumtore als Außenseiter. Die Auszeichnung sei ihm egal, ergänzte er.

Irgendwie glaubt man es ihm. Denn Ibrahimovic hat genug andere Spielwiesen, auf denen sich er und sein Ego austoben können. Sein Vorname ist in seiner Heimat sogar ein offiziell anerkanntes Verb: Der Ausdruck „zlatanieren“ wurde 2012 von der schwedischen Sprachakademie in das nationale Wörterbuch aufgenommen. Es bedeutet „stark dominieren“. Aus dem Bosnischen übersetzt bedeutet sein Vorname „der Goldene“. Als ob so einer noch den Goldenen Ball braucht.

Wer den Hype um Ibrahimovic nicht verstehen kann oder wer denkt, dass sein Fallrückzieher-Tor gegen England pures Glück war, sollte einen Blick auf die anderen Traumtore werfen, die „der Goldene“ in seiner Karriere schon erzielt hat.

Mit Material von dpa und afp

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