Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.04.2013

17:46 Uhr

Zum Schutz der Zuschauer

Brasilien holt deutsche Panzer für die WM

Gepard-Panzer sollen Fußball-Fans schützen: Brasilien hat sich für die WM 2014 und weitere Großereignisse mit deutschen Panzern eingedeckt. Auch Papst Franziskus soll beim Weltjugendtag von den Kanonen geschützt.

Ein Flugabwehrpanzer vom Typ Gepard feuert eine Stinger Flugabwehrrakete ab. Brasilien will zur Sicherung der anstehenden Sportgroßereignisse und des Papst-Besuches von Deutschland 34 gebrauchte Flugabwehrkanonenpanzer vom Typ „Gepard 1A2“ kaufen. dpa

Ein Flugabwehrpanzer vom Typ Gepard feuert eine Stinger Flugabwehrrakete ab. Brasilien will zur Sicherung der anstehenden Sportgroßereignisse und des Papst-Besuches von Deutschland 34 gebrauchte Flugabwehrkanonenpanzer vom Typ „Gepard 1A2“ kaufen.

Rio de Janeiro/BerlinFür bevorstehende Großereignisse wie die Fußball-WM 2014 will sich Brasilien auch mit ausrangierten Flugabwehr-Panzern aus Deutschland rüsten. Eine Vertragsunterzeichnung über die Lieferung von 34 einsatzfähigen Gepard-Panzern stehe kurz bevor, teilten die Verteidigungsministerien beider Länder am Freitag mit. Nach Angaben aus deutschen Regierungskreisen hat das Geschäft einen Wert von 30 Millionen Euro.

Die Gepard-Panzer würden benötigt, um bei den anstehenden Großereignissen die Menschen in den Stadien zu schützen, sagte der brasilianische Brigade-General Marcio Roland Heise. Der katholische Weltjugendtag, an dem auch Papst Franziskus teilnehmen will, findet im Juli in Rio de Janeiro statt. Nächsten Sommer richtet Brasilien die Fußball-Weltmeisterschaft aus und im Jahr 2016 die Olympischen Sommerspiele.

Die letzten Panzer des Typs wurden nach Angaben eines Sprechers des Bundesverteidigungsministeriums 2010 aus dem Bestand der Bundeswehr aussortiert. Sie seien mit „flugabwehrspezifischen Kanonen“ ausgerüstet. Brasilien wolle damit die Stadien insbesondere bei der Fußball-WM vor Terrorangriffen schützen.

Die Gepard-Panzer sollen nach brasilianischen Angaben nach und nach geliefert werden, eine erste Lieferung von acht Panzern ist demnach bis Juni geplant. Insgesamt werden nach deutschen Angaben 37 Panzer geliefert; 34 seien einsatzbereit und drei dienten als „mobile Ersatzteillager“.

Die Grünen kritisierten das Panzergeschäft. Ihre Rüstungsexpertin Katja Keul erklärte, ein „besonderes sicherheitspolitisches Interesse der Bundesrepublik Deutschland im Sinne der Rüstungsexportrichtlinie“ sei nicht ersichtlich. Es dürften daher in diesem Fall „keine Kriegswaffen an Drittstaaten“ geliefert werden.

Der Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums betonte, dass die 2010 begonnenen Vertragsverhandlungen noch liefen. Sie seien aber „sehr, sehr weit vorangeschritten“. Zudem sei bereits im März mit der Ausbildung von brasilianischem Personal an den Geräten begonnen worden.

Bei dem bevorstehenden Rüstungsgeschäft handelt es sich nach Angaben des Sprechers um eine „Länderabgabe“, also die Überlassung von Altbeständen der Bundeswehr, über die direkt zwischen den betroffenen Regierungen verhandelt werde. Dabei seien die Rüstungsexportrichtlinien zu beachten. Entschieden wurde in diesem Fall aber nicht im geheim tagenden Bundessicherheitsrat, der ansonsten über Rüstungsexporte befindet. An der Brasilien-Entscheidung beteiligt wurden den Angaben zufolge das Auswärtige Amt und das Bundeswirtschaftsministerium.

Von

afp

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Wolfsfreund

13.04.2013, 10:28 Uhr

Aus dem Beitrag:
"Die Grünen kritisierten das Panzergeschäft. Ihre Rüstungsexpertin Katja Keul erklärte, ein „besonderes sicherheitspolitisches Interesse der Bundesrepublik Deutschland im Sinne der Rüstungsexportrichtlinie“ sei nicht ersichtlich. Es dürften daher in diesem Fall „keine Kriegswaffen an Drittstaaten“ geliefert werden."
----------------------------------
Die erste Reaktion der unsäglichen Nein-Sager-Partei: "Nein!" Q.e.d.
Und selbstverständlich ist Frau Keul als gelernte >Familienanwältin< für Rüstungsfragen hoch qualifiziert.
Brasilien steht nun wirklich nicht im Verdacht, bei der nächsten, sich bietenden Gelegenheit über seine Nachbarn herzufallen. Die bei uns ausgemusterten Flugabwehrpanzer sind für die Absicherung des Luftraumes gegen Terroranschläge durch Kleinflugzeuge oder Passagier-Jets gut zu gebrauchen und bringen Deutschland (hoffentlich?) noch ein nettes Sümmchen ein.
Übrigens ist die Empörung der GrünInnen ohnehin verlogen, bigott und unglaubwürdig. Wer hat nochmal zustimmt, die BW in den ersten ktriegseinsatz nach dem WKII zu schicken? Na...!? Dreimal raten!?

Wolfsfreund

13.04.2013, 10:33 Uhr

Ooops, man sollte gründlich lesen (mea culpa):

"Nach Angaben aus deutschen Regierungskreisen hat das Geschäft einen Wert von 30 Millionen Euro.
-----------------------------
Na also. Das ist doch was! Hier hätten die nur noch Materialwert beim Ausschlachten! Es besser, die Brasilianer kaufen die bei uns als woanders! :-)

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×