Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.06.2011

12:32 Uhr

Zwischenfall

Ex-Bundestrainer Vogts während PK tätlich angegriffen

Während einer Pressekonferenz griffen drei Personen Vogts tätlich an. Der Ex-Bundestrainer war nach der Niederlage seines Teams gegen Kasachstan in den aserbaidschanischen Medien heftig kritisiert worden.

Der aserbaidschanische Nationaltrainer Berti Vogts. Quelle: dpa

Der aserbaidschanische Nationaltrainer Berti Vogts.

BakuSkandal in Baku: Schläger haben den früheren Fußball-Bundestrainer Berti Vogts während einer Pressekonferenz am Sonntag tätlich angegriffen. Der Nationaltrainer Aserbaidschans kam bei dem Angriff zwar mit dem Schrecken davon, zeigte sich im Gespräch mit dem SID jedoch zwei Tage vor dem Duell mit der DFB-Auswahl in der EM-Qualifikation (Dienstag, 19.00 Uhr MESZ/ARD) zutiefst schockiert.

Ordungskräfte hatten Schlimmeres verhindert, der Schrecken saß dem 64-Jährigen aber noch Stunden später in den Gliedern. „Ich habe Anzeige erstattet und werde mich mit meinem Anwalt über die nächsten Schritte beraten“, sagte Vogts mit zittriger Stimme und immer noch aufgewühlt. Der Weltmeister von 1974 erklärte aber auch, er werde aus „Liebe zum Verband“ am Dienstagabend auf der Bank sitzen. Seine Mannschaft und er hätten aber derzeit Angst, das Mannschaftshotel zu verlassen. Die Sicherheitsmaßnahmen rund um das Team wurden extrem erhöht.

„Wäre ich nicht so gut mit unserem Verbands-Präsidenten befreundet, wäre ich schon längst abgereist!“, sagte Vogts. „Ich habe schon viel erlebt, aber mit so etwas hätte ich nicht gerechnet. Das ist auch nicht zu verstehen, das geht gar nicht. Mir fehlen die Worte.“ Nach dem Vorfall wurde ihm vom mächtigen Verbandsboss Rownag Abdullajew und Generalsekretär Elkhan Mammadow versichert, dass man die Täter zur Verantwortung ziehen und den Vorfall schonungslos aufklären werde.

Joachim Löw reagierte ebenfalls schockiert, als er am Sonntagmittag in Wien von den Ereignissen in Baku erfuhr. „Das ist ein No-Go. Dass ein Trainer tätlich attackiert wird, ist nicht nachzuvollziehen und nicht zu akzeptieren, egal, wie ein Spiel zuvor ausgegangen ist“, sagte der Bundestrainer. Und Nationalspieler Mats Hummels fügte hinzu: „So einer Entwicklung muss man entgegentreten, am besten sofort. Es geht zwar im Fußball um viel Geld, aber es immer noch nur ein Spiel.“

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×