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16.07.2014

15:40 Uhr

#Gauchogate

Der wohl umstrittenste Shitstorm des Jahres

VonFelix Disselhoff
Quelle:Meedia.de

Der „Gaucho-Tanz“ auf der Berliner Fanmeile ist im Netz stark umstritten: Selten hat sich die eine Seite einen Shitstorm so gewünscht und die andere Seite so dagegengehalten. Nun entschuldigt sich der DFB-Präsident.

„So geh'n die Gauchos...“: Roman Weidenfeller, Shkodran Mustafi, Andre Schürrle, Miroslav Klose, Mario Götze und Toni Kroos (von links) bei der Siegesfeier am Brandenburger Tor. dpa

„So geh'n die Gauchos...“: Roman Weidenfeller, Shkodran Mustafi, Andre Schürrle, Miroslav Klose, Mario Götze und Toni Kroos (von links) bei der Siegesfeier am Brandenburger Tor.

HamburgAnlass für den Zoff ist die kleine Szene der sichtlich angeheiterten Nationalkicker Miroslav Klose, André Schürrle, Shkodran Mustafi, Mario Götze, Roman Weidenfeller und Toni Kroos auf dem Berliner Fanfest vor hunderttausenden Fans.

Zunächst gehen sie gebückt und singen leise: „So geh'n die Gauchos, die Gauchos, die geh'n so.“ Anschließend springen sie auf und singen euphorisch: „So geh'n die Deutschen, die Deutschen die geh'n so!“

Kenner der Materie erkennen hier eine geschickte Weiterentwicklung des weltbekannten Mainzer Karnevalsliedes Humba Täterä. Doch der Auftritt fand wahrlich nicht nur Freunde. Moderator Alexander Bommes erklärte, man hätte das Mikrofon eventuell besser nicht aus der Hand gegeben. Und die Frankfurter Allgemeine Zeitung zeigt sich empört. „Dort wird jene Darbietung einiger Nationalspieler ihre Spuren hinterlassen, die den Unterschied zwischen Argentiniern, Gauchos genannt, und Deutschen deutlich machen”, schreibt Frank Lübberding. „Die Gauchos gehen gebückt, zwischen Niedergeschlagenheit und Demütigung, während Deutsche aufrecht wie Hermann, der Cherusker, den Pokal gen Himmel strecken.”

Wie beurteilen Sie den "Gaucho-Tanz" der Nationalspieler?

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach sah sich am Mittwoch zu einer Stellungnahme genötigt: „Ich weiß von Oliver Bierhoff, dass die Idee der Spieler spontan aus der Emotion und Freude heraus entstanden ist. Sie sind alle absolut anständige und faire Sportsleute, die sich über niemanden lustig machen, sondern einfach nur ausgelassen mit den Fans feiern wollten. Es tut uns leid, wenn dies bei einigen falsch und missverständlich rüber gekommen ist.“

Weiter erklärte er: „Ich werde meinem argentinischen Kollegen Julio Grondona einen Brief schreiben und auch ihm gegenüber nochmal deutlich machen, dass die Aktion in keinster Weise despektierlich gemeint war. Wir haben größten Respekt vor Argentinien, beste Beziehungen zum dortigen Verband und freuen uns auf das baldige Wiedersehen beim Länderspiel in Düsseldorf.“

Kommentare (34)

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Herr Andreas Maehler

16.07.2014, 13:05 Uhr

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Herr Ro Stu

16.07.2014, 13:33 Uhr

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Herr Dipl. Ing.

16.07.2014, 13:40 Uhr

Als hätte die Welt keine anderen Probleme, als in feiernde Fußballer zwanghaft irgendetwas hineinzuinterpretieren!

Es fehlt nur noch, dass das Mitsingen der Deutschen (!) Nationalhymne als rechtsextreme Handlung bezeichnet wird.

Mein Gott, in was für einer kranken, zunehmend von linksorientierten, weltverbessernden Tagträumern regierten Welt leben wir eigentlich?

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