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19.02.2014

16:42 Uhr

Gehaltsgefälle bei Olympia

Das meiste Geld holt nicht das meiste Gold

Gold macht glücklich, aber nicht reich: Skispringerin Carina Vogt etwa streicht zwar 45.000 Euro Prämie ein. Vom Verdienst von Eishockey-Profis oder vom Werbewert der Snowboarder können die meisten Athleten nur träumen.

Gefallener Held: Alexander Owetschkin hat Millionen auf dem Konto – aber kein Olympisches Gold. dpa

Gefallener Held: Alexander Owetschkin hat Millionen auf dem Konto – aber kein Olympisches Gold.

SotschiDas Gefälle zwischen den armen Schluckern und den Superverdienern bei den Olympischen Winterspielen wird durch die Eishockey-Stars der nordamerikanischen Profiliga NHL besonders krass illustriert. Die Gehälter der fast 150 NHL-Profis summieren sich laut „The Wall Street Journal“ auf insgesamt 629,74 Millionen Dollar (rund 457,68 Millionen Euro) jährlich. Dieses horrende Salär übersteigt vermutlich das Einkommen des Großteils der übrigen der 2750 Athleten in Sotschi zusammen. Aber: Mit Geld bekommt man kein Olympia-Gold. Eine Erfahrung, die jetzt auch Alexander Owetschkin machen musste. Der NHL-Star, geschätztes Jahressalär: neun Millionen Euro, scheiterte mit der russischen Mannschaft bereits im Viertelfinale des olympischen Turniers – trotz höchster Ansprüche und Erwartungen.

Gold hat hingegen die deutsche Skisprung-Olympiasiegerin Carina Vogt schon in der Tasche. Aussicht auf Reichtum besteht für die Himmelsstürmerin aber nicht. 45.000 Euro bekommt sie nach dem historischen Triumph bei der Olympia-Premiere der Frauendisziplin an Prämien von Sporthilfe und Skiverband.

Von hochkarätigen Werbeverträgen wie ihre zu Millionären gewordenen Vorbilder Sven Hannawald und Martin Schmitt kann sie nur träumen. Vogts fest dotierter Kontrakt mit einem Sponsor läuft zudem noch bis 2015. „Was das für Spuren nach sich zieht, kann ich nicht abschätzen“, meinte die schüchterne Athletin.

Skisprung-Kollege Severin Freund sah es ähnlich. „Ich habe keine Ahnung, mit was man rechnen kann“, sagte er nach dem goldenen Coup mit der Mannschaft. „Es gab sicher schon mal bessere Zeiten. Wir dürfen uns aber nicht beschweren, andere Sportarten sind deutlich schlechter dran.“ Als Skispringer werde man es nicht schaffen, nach der Karriere ausgesorgt zu haben. „Wenn ich mal ein Hotel aufmache, kann ich wenigstens mit meinem Olympiasieg werben“, scherzte er und fügte hinzu: „Der Sport gibt einem aber soviel, was unbezahlbar ist.“

Trotz des Goldrausches im Eiskanal des „Sanki“-Centers winkt auch den Rodlern kein großer Geldsegen. „Es wäre schön, wenn das eine oder andere hinzukommen würde“, sagte Doppel-Olympiasieger Felix Loch. Für ihn sind Sponsoren- und Werbegelder aber nur „eine Zugabe.“ Wenig Hoffnung, Staffel-Bronze zu versilbern, machte sich Claudia Nystad. „Wie immer habe ich keine Ahnung, aber ich werde über die erste brauchbare Idee noch einmal nachdenken“, sagte die erfolgreichste deutsche Langläuferin nicht ohne Ironie zu ihrer Vermarktungschance.

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