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27.06.2011

18:04 Uhr

Gruppe B

Japan wird seiner Favoritenrolle gerecht

Bei brüllender Hitze konnten die Geheimfavoriten aus Japan den Widerstand ihrer Gegnerinnen aus Neuseeland erst nach hartem Kampf brechen. Ein sehenswerter Freistoß sorgte für die Entscheidung in Gruppe B.

Die Japanerinnen feiern ihren Sieg gegen Neuseeland. Quelle: Reuters

Die Japanerinnen feiern ihren Sieg gegen Neuseeland.

BochumDer Geheimfavorit wankte, kam aber nicht ins Straucheln - Japan ist seiner Stellung als WM-Titelaspirant in seinem ersten Turnierspiel nur bedingt gerecht geworden. Das Team um die Bundesliga-Legionärinnen Yuki Nagasato (Turbine Potsdam), Kozue Ando (FCR Duisburg) und der künftigen Frankfurterin Saki Kumagai kam beim Auftakt in der Gruppe B der Frauen-Fußballweltmeisterschaft zu einem mühevollen 2:1 (1:1) über das in der Weltrangliste 20 Plätze schlechter platzierte Neuseeland. Am Ende der Zitterpartie atmete Trainer Norio Sasaki erleichtert auf: „Es war ein hart umkämpftes Spiel, ein Arbeitssieg - wir mussten bis zum Ende alles geben.“

Spielort Bochum

Die Stadt Bochum

Bochum liegt im Ruhrgebiet und ist mit knapp 380.000 Einwohnern die sechstgrößte Stadt Nordrhein-Westfalens. Einst hatten der Kohlebergbau und die Stahlindustrie die Stadt geprägt. Doch schon seit langer Zeit hat die Stahlerzeugung an Bedeutung verloren.

Das Bochumer Stadion

Die WM-Spiele finden in der Arena des VfL Bochum statt. Das Stadion hat ein Fassungsvermögen von 29.448 Plätzen. Der VfL und seine Vorgängervereine spielen dort seit 1911. Damit zählt es zu den traditionsreichsten Spielstätten im deutschen Profifußball.

Frauenfußball in Bochum

Der Frauenfußball des VfL Bochum kommt langsam in Schwung. Diese Saison kämpft die Mannschaft in der Regionalliga West um den Aufstieg in die 2. Liga.

Vor 12.538 Zuschauern in Bochum sorgten Nagasato (6.) und Aya Miyama (68.) am Montag für Sieg der „Nadeshiko“, die von vielen Fachleuten hoch gehandelt wird. Zum zwischenzeitlichen Ausgleich des Außenseiters hatte Amber Hearn (12.) getroffen. „Es hat auch Vorteile, ein umkämpftes Spiel zu gewinnen. In leichten Partien lernt man nicht so viel“, kommentierte Sasaki lächelnd.

Trotz des WM-Fehlstarts konnte sein neuseeländischer Kollege John Herdman mit der knappen Niederlage gut leben. „Wir werden ein paar Tränen vergießen, aber am Morgen ist die Welt wieder in Ordnung.“ Ohnehin rechnet sich der Fußball-Lehrer gegen die anderen Vorrundengegner Mexiko und England größere Chancen aus: „Das schwerste Gruppenspiel haben wir hinter uns.“

Vor dem Spiel klang Herdman entsprechend ängstlich. Wenn er an Japans Team denke, bekomme er es mit der Angst. „Ich weiß gar nicht, wie oft ich da schon Alpträume hatte.“ Doch seinem aus dem neuseeländischen Winter angereisten Team schienen die hochsommerlichen Temperaturen weniger Probleme zu bereiten als befürchtet. Allerdings war der Plan, möglichst lange ohne Gegentor zu bleiben, schon nach wenigen Minuten hinfällig. Ein sehenswertes Zuspiel von Shinobu Ohno nutzte die Potsdamerin Nagasato mit einem Heber von der Strafraumgrenze zur frühen Führung für den Weltranglisten-Vierten.

Dieser Rückschlag hinterließ beim forschen Außenseiter nur bedingt Wirkung. Nur sechs Minuten später schlug er gekonnt zurück: Nach Flanke von Ria Percival war Hearn per Kopf zur Stelle und riss die Japaner mit ihrem Ausgleich aus allen Träumen von einem leichten WM-Auftaktsieg.

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