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24.06.2012

14:55 Uhr

Informationsleck zur EM

DFB-Team ist genervt vom Medien-Maulwurf

Freitag, 22. Juni. Die ganze Nation fiebert dem Spiel gegen Griechenland entgegen, die Gerüchteküche brodelt. Dann plötzlich veröffentlicht eine Zeitung die abendliche Aufstellung. Wer ist der Informant? Die Suche läuft.

Wer ist der Schuldige? Das Team sucht ein Datenleck. dpa

Wer ist der Schuldige? Das Team sucht ein Datenleck.

DanzigDer Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft Philipp Lahm hat nochmals an die Spieler appelliert, interne Informationen vor dem EM-Halbfinale nicht wieder nach außen zu tragen. „Es ist natürlich schade, wenn Dinge herauskommen. Die ganze Nation fiebert mit und will, dass wir weiterkommen“, erklärte Lahm.

Vor dem Viertelfinale gegen Griechenland waren schon Stunden vorher die Offensiv-Umstellungen von Bundestrainer Joachim Löw in Medien verbreitet worden und wurden so auch dem Gegner bekannt. „Das ist nicht das Problem der Mannschaft. Eher hat der ein Problem, der etwas preisgibt“, bemerkte der Münchner.

Auch Bundestrainer Joachim Löw ärgert sich über das Leck im innersten Zirkel der Nationalmannschaft, das seine geheimen Titelpläne gefährden könnte. „Das ist nicht in meinem Sinne, wenn das passiert“, sagte Löw nach dem 4:2-Sieg in Danzig und klagte: „Es müssen nicht schon frühzeitig die Karten auf dem Tisch liegen.“ Der Trainer hatte Miroslav Klose, Marco Reus und André Schürrle für die Startformation ausgewählt. „Wir hatten so etwas schon erwartet“, sagte allerdings Griechenlands Trainer Fernando Santos.

Löw weiß, dass es viele Möglichkeiten für undichte Stellen im Umfeld einer Mannschaft gibt. „Klar, dass die Spieler mit ihren Beratern, Freunden oder wem auch immer mittags telefonieren, sei es aus Freude, dass sie spielen, sei es aus Enttäuschung“, berichtete der Bundestrainer. „Es ist nicht nachzuvollziehen, wie das passiert ist. Letztendlich wird man das auch nicht herausfinden“, stöhnte Löw.

Jedem sollte bewusst sein, was auf dem Spiel steht, wenn er Informationen weitergibt, betonte Kapitän Lahm. Sonst habe er „den Sport nicht ganz verstanden, wie so etwas abläuft. Aber wir werden jetzt keinen Spion darauf ansetzen“. Das sei das Thema für 23 Spieler und das Trainerteam, meinte Lahm. Natürlich könne jeder mit seiner Frau, seiner Freundin oder seinem Berater sprechen. Aber was interne Sachen betrifft, „das bleibt in den vier Wänden bei uns“, forderte Lahm.

Kommentare (1)

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Wolle

24.06.2012, 17:15 Uhr

Natürlich ist es schlimm wenn es "Verräter" in den eigenen Reihen gibt, noch größere Verräter sind allerdings jene die solche Infos veröffentlichen.

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