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07.02.2014

12:12 Uhr

IOC-Abendessen

China steht Russland als Freund zur Seite

Immerhin auf einen kann sich Russlands Staatschef Wladimir Putin verlassen: Chinas Präsident Xi Jinping erschien als guter Nachbar zum IOC-Abendessen am Donnerstag – trotz Kritik an Russlands Anti-Homosexuellen-Gesetzen.

Ein chinesischer Brauch besagt, dass ein Freund seinem Nachbarn persönlich gratulieren soll. Also reiste Chinas Präsident Xi Jinping (r.) nach Russland, um beim IOC-Abendessen mit Wladimir Putin und IOC-Chef Thomas Bach (l.) zu speisen. ap

Ein chinesischer Brauch besagt, dass ein Freund seinem Nachbarn persönlich gratulieren soll. Also reiste Chinas Präsident Xi Jinping (r.) nach Russland, um beim IOC-Abendessen mit Wladimir Putin und IOC-Chef Thomas Bach (l.) zu speisen.

TokioAnders als in etlichen europäischen Ländern und den USA sind die russischen Gesetze gegen Homosexuelle für die Regierungen Chinas und Japans kein Hinderungsgrund, zu den Olympischen Winterspielen nach Sotschi zu reisen. Der chinesische Präsident Xi Jinping nahm bereits am Donnerstag an einem Abendessen mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin teil, der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe wurde ebenfalls in Sotschi erwartet.

In beiden asiatischen Ländern war die Strafandrohung für sogenannte homosexuelle Propaganda kein größeres Thema gewesen. Das japanische Außenministerium teilte am Freitag mit, die Regierung beobachte die Menschenrechtslage in Russland, „aber wir verbinden das nicht mit dem Besuch von Ministerpräsident Abe bei den Spielen in Sotschi“. Das japanische Olympiateam werde durch Abes Präsenz zusätzlich motiviert.

Xi ist der erste chinesische Präsident, der die Eröffnungsfeier eines internationalen Sportereignisses außerhalb Chinas besucht. Im Parteiorgan „Renmin Ribao“ wurde er mit den Worten zitiert, China und Russland seien gute Freunde und Nachbarn. „Und wie es chinesischer Brauch ist, sollte ich sicherlich persönlich erscheinen, um meinem Nachbarn zu seinem freudigen Ereignis zu gratulieren“.

Westliche Staatsführer sahen das anders. US-Präsident Barack Obama, der französische Staatspräsident François Hollande, der britische Premierminister David Cameron und Bundespräsident Joachim Gauck reisten nicht zur Eröffnungsfeier am (heutigen) Freitag.

Dennoch vermeldeten die russischen Organisatoren stolz, dass eine Rekordzahl internationaler Würdenträger zu den Spielen käme. Der Leiter des Organisationskomitees, Dmitri Tschernyschenko, sagte 65 Staats- und Regierungschefs sowie Spitzenvertreter internationaler Organisationen würden in Sotschi erwartet. Das seien dreimal so viele wie bei Vancouver 2010. Damals reisten nach Angaben des IOC 44 Staats- und Regierungschefs zu den Winterspielen. Die russischen Zahlen sind vermutlich deshalb höher, weil Spitzenfunktionäre von Organisationen mitgezählt wurden.

An dem IOC-Abendessen am Donnerstag nahmen neben Putin und Xi UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und Staats- und Regierungschefs aus Armenien, Bulgarien, Finnland, Griechenland, Island, Lettland, Litauen, dem Libanon, Marokko, der Mongolei, Montenegro, Serbien und Tadschikistan teil. Auch die Adelshäuser Monacos und Luxemburgs waren vertreten.


Von

dpa

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