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13.07.2011

10:13 Uhr

Japan vor dem Halbfinale gegen Schweden

„Nadeshiko“ wollen den Sieg für die Volksseele

VonJan Keuchel

Nachdem Japan das DFB-Team eliminiert hat, gelten die „Nadeshiko“ als Top-Favoriten auf den Turniersieg bei der Frauen-Weltmeisterschaft. In der Heimat bleibt die Euphorie aber noch aus.

Ein Titel für Japan könnte der geschundenen Volksseele neue Kraft geben. Quelle: dpa

Ein Titel für Japan könnte der geschundenen Volksseele neue Kraft geben.

TokioDie Begeisterung hält sich in Grenzen, in ganz engen Grenzen. Manche japanische Zeitungen ignorieren das heutige Ereignis völlig, andere finden Sumo und Golf doch deutlich spannender - und haben das Halbfinale der heimischen Fußball-Frauen bei der WM in Deutschland auf die zweite Seite des Sportteils verbannt. Die „Nikkei“ immerhin, die große Wirtschaftszeitung im Land des Lächelns, warnt die Damenwelt, nicht allzu freundlich mit dem Gegner umzugehen. „Achtung vor Schnelligkeit und Größe“ lautet die Überschrift in der morgendlichen Mittwochsausgabe.

Während sich in Deutschland die Zeitungen nun intensiv der japanischen Frauenfußball-Nationalmannschaft widmen, hat sie schließlich am Samstag die deutschen Frauen beim Turnier im eigenen Land aus dem Rennen geworfen, ist die Aufmerksamkeit in Japan noch immer niedrig. Fußball ist zwar mittlerweile die zweitbeliebteste Sportart hinter Baseball und noch vor dem eigentlichen Nationalsport Sumo. Aber das gilt nur für die Männer. Noch ist dem medialen Blätterwald der Wechsel von Supertalent Takashi Usami zu Bayern München deutlich mehr Zeilen wert als ein möglicher Halbfinal-Erfolg der Damen.

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Das könnte sich allerdings dann schlagartig ändern, wenn die japanische Öffentlichkeit realisiert, dass die Frauen mehr erreichen in der Welt als die Männer – spätestens mit einem Turniersieg dürfte diese Reizschwelle überschritten sein.

Doch erst einmal muss heute Schweden geschlagen werden. Der direkte Vergleich fällt vorteilhaft für die Japanerinnen aus, nimmt man die beiden letzten Freundschaftsspiele. Bei den Aufeinandertreffen gab es ein Unentschieden und einen 2:1-Sieg. Der WM-Vergleich dagegen dürfte sie vorsichtig machen: Zwei Spiele, zwei Niederlagen, zehn Gegentore und kein eigener Treffer.

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