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16.06.2014

07:48 Uhr

Kanzlerin in Brasilien

Dilma Rousseff hofft auf Angela Merkel

VonAlexander Busch

Angela Merkel trifft am Rande der WM in Brasilien auf Präsidentin Dilma Rousseff. Die Gelegenheit für eine Annäherung zwischen Brasilien und Deutschland ist derzeit so gut, wie seit Jahren nicht mehr.

Dilma Rousseff und Angela Merkel: Brasiliens starke Frau baut auf Schützenhilfe der Kanzlerin. AFP

Dilma Rousseff und Angela Merkel: Brasiliens starke Frau baut auf Schützenhilfe der Kanzlerin.

SalvadorUm es vorwegzunehmen: Bundeskanzlerin Angela Merkel ist nicht nur wegen des Deutschlandspiels gegen Portugal nach Brasilien gereist. Es gibt auch handfeste politische Gründe, warum sich die Bundeskanzlerin für einen Besuch, der nicht mal 24 Stunden dauert, genauso lange ins Flugzeug setzt. Die beiden Staatschefs haben vereinbart, dass sich Brasilien und Deutschland künftig regelmäßig auf höchster Staatsebene konsultieren werden. Damit werten sie die schon länger bestehende strategische Partnerschaft zwischen den beiden Staaten weiter auf.

Deutschland pflegt nur mit vier anderen Ländern außerhalb Europas diesen engen Meinungsaustausch auf Ebene der Regierungschefs. Das sind vor allem die andern BRIC-Staaten Russland, Indien und China. Seit drei Jahren wollen Brasilien und Deutschland die Regierungskonsultationen schon verkünden, haben aber keinen entsprechenden Anlass gefunden. Dass das jetzt gelungen ist, liegt daran, dass der Zeitpunkt für eine Annäherung zwischen Brasilien und Deutschland so gut ist, wie schon seit Jahren nicht mehr.

Unser WM-Reporter: Merkels Fußspuren in Brasilien

Unser WM-Reporter

Merkels Fußspuren in Brasilien

Bevor die Kanzlerin ins Stadion geht, fährt sie an den Strand. Sie schaut sich ein deutsch-brasilianisches Sozialprojekt für Kinder und Jugendliche aus den Favelas an. Unser WM-Reporter weiß, was sie dort erwartet.

Denn Präsidentin Dilma Rousseff kommt derzeit ein Treffen mit Merkel gelegen. Sie steht mitten im Wahlkampf. Am 5. Oktober will sie wiedergewählt werden. Ihre Chancen stehen gut, aber ihre Popularität sinkt. Ihr Wahlsieg ist nicht mehr garantiert, weil die Bevölkerung wachsend enttäuscht ist von ihrer Regierung, die Brasilien eine stagnierende Wirtschaft und hohe Inflation beschert hat. Ein Treffen mit Frau Merkel, der starken Frau aus Europa, Chefin der wichtigsten Volkswirtschaft kommt da genau richtig, um zu demonstrieren, dass Rousseff im Ausland Ernst genommen wird. Zumal Deutschland inzwischen nach China und den USA der wichtigste Handelspartner Brasiliens geworden ist.

Erstmals zeigt aber auch Brasilien ein deutliches Interesse an einer engeren Zusammenarbeit mit Deutschland. Das war in den letzten Jahren nicht immer so: Erst konnte Brasilien als BRIC-Star kaum noch laufen vor Selbstbewusstsein und erachtete alle Regierungskontakte unterhalb den USA, Russland und China als nicht ebenbürtig.

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