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08.08.2012

14:39 Uhr

Kein Zutritt zum olympischen Dorf

Diskuswerfer Harting bei Siegfeier bestohlen

Diskus-Olympiasieger Robert Harting ist während seiner Siegesfeier bestohlen worden. Akkreditierung und Ausrüstung seien weg, twitterte der Athlet. Das Wichtigste, die Goldmedaille, war zum Glück noch da.

Das Trikot wurde Harting nicht gestohlen, das hatte er sich vorher zerrissen. dpa

Das Trikot wurde Harting nicht gestohlen, das hatte er sich vorher zerrissen.

LondonNach Jubel, Trubel, Heiterkeit folgte weit nach Mitternacht der Schock. „Puuh, ich bin gerade ausgeraubt worden, während ich mit Leichtathletik-Fans beschäftigt war“, twitterte Robert Harting wenige Stunden nach seinem grandiosen Olympiasieg in London. „Ich habe meine Akkreditierung für das olympische Dorf verloren - kein Eintritt!“ Erst um kurz nach Acht am Mittwochmorgen soll er wieder Zutritt zum olympischen Dorf erhalten haben.

Der Doppel-Weltmeister im Diskuswerfen war nach seinem Gold-Triumph erst ins Deutsche Haus gefahren und hatte sich danach mit Freunden aus Berlin auf dem Kreuzfahrtschiff „MS Deutschland getroffen. Als er gehen wollte, waren Ausrüstung und Akkreditierung weg. „Ich habe nur eine Stunde in der S-Bahn auf dem Stuhl geschlafen“, sagte der 27- Jährige der „Bild“-Zeitung. Nach dem Malheur verzichtete er darauf, zwei Stunden zu den Kanuten zu fahren.

Schließlich mangelte es ihm nicht nur an Schlaf. Der 2,01 Meter lange Riese spürte auch eine große Erschöpfung, nachdem der gigantische Erfolgsdruck einer ganzen Sport-Nation von ihm gewichen war. „Ich bin jetzt extrem befreit. Es ist atemberaubend“, sagte er nach seinem Triumph. „Druck war nichts Neues für mich. Aber in der Form, in der Dimension, in der Intensität war es schon sehr neu.“

Mit 28 Siegen in Serie, den ersten 70-Meter-Würfen und dem Gewinn von Welt- und Europameisterschaft im Rücken ging er in das Olympia-Finale - und musste doch bangen und zittern als zählte dies alles nichts. „Man fängt an zu denken. Nichts stört, so lange nichts stört“, sagte der Student der Gesellschaftskommunikation.

Extrem beeinträchtigt fühlte er sich in den ersten drei Versuchen, von denen der weiteste 67,79 Meter flog. Den ersten Wurf musste er machen, obwohl die 800 Meter Halbfinals der Männer gestartet wurden, beim zweiten war es so laut, dass „ich nicht denken konnte“ und vor dem dritten Versuch forderte ihn der Kampfrichter auf, ein zu nahe am Ring liegendes Handtuch zu entfernen. „Es sind drei Würfe im olympischen Finale, da sind die Hälfte der Würfe weg, da ist es schwer in den Wettkampf reinzukommen“, schimpfte Harting.

Die deutschen Medaillengewinner

Hockey

Gold

Die Herren-Mannschaft

Beachvolleyball

Gold

Julius Brink und Jonas Reckermann

Fechten

Silber

Britta Heidemann (Leverkusen) im Degenfechten

Bronze

Peter Joppich (Koblenz), Benjamin Kleibrink (Tauberbischofsheim), Sebastian Bachmann (Bonn) und André Weßels (Bonn) im Florettteam

Judo

Silber

Kerstin Thiele (Leipzig) in der Klasse bis 70 kg

Ole Bischof (Reutlingen) in der Klasse bis 81 kg

Bronze

Andreas Tölzer (Mönchengladbach) im Schwergewicht

Dimitri Peters (Rotenburg) in der Klasse bis 100 kg

Kanu

Gold
Sebastian Brendel (Potsdam) im Einer-Canadier auf 1.000 Meter

Peter Kretschmer und Kurt Kuschela (Potsdam) im Zweier-Canadier über 1000 Meter

Franziska Weber (Potsdam) und Tina Dietze (Leipzig) im Zweier-Kajak auf 500 Meter

Silber

Sideris Tasiadis (Augsburg) im Canadier-Slalom

Carolin Leonhardt (Mannheim), Franziska Weber (Potsdam), Katrin Wagner-Augustin (Potsdam) und Tina Dietze (Leipzig) im Vierer-Kajak auf 500 Meter

Bronze

Hannes Aigner (Augsburg) im Kajak-Slalom

Max Hoff (Essen) im Einer-Kajak auf 1.000 Meter

Martin Hollstein (Neubrandenburg) und Andreas Ihle (Magdeburg) im Zweier-Kajak auf 1.000 Meter




Leichtathletik

Gold

Robert Harting (Berlin) im Diskuswurf

Silber

David Storl (Chemnitz) im Kugelstoßen

Lilli Schwarzkopf (Rhein-Wied) im Siebenkampf

Björn Otto (Frechen) im Stabhochsprung

Christina Obergföll (Lahr) im Speerwerfen

Bronze

Raphael Holzdeppe (Kaiserslautern) im Stabhochsprung

Betty Heidler (Berlin) im Hammerwerfen

Linda Stahl (Steinheim) im Speerwerfen

Pferdesport

Gold

Michael Jung (Horb) mit Sam in der Vielseitigkeit

Michael Jung (Horb) mit Sam, Sandra Auffarth (Ganderkesee) mit Opgun Louvo, Dirk Schrade (Sprockhövel) mit King Artus, Peter Thomsen (Lindewitt) mit Barny und Ingrid Klimke (Münster) mit Abraxxas in der Vielseitigkeit-Mannschaft

Silber

Helen Langehanenberg (Havixbeck) mit Damon Hill, Kristina Sprehe (Dinklage) mit Desperados, Dorothee Schneider (Framersheim) mit Diva Royal) in der Dressur-Mannschaft

Bronze

Sandra Auffarth (Ganderkesee) mit Opgun Louvo in der Vielseitigkeit

Radsport

Gold

Miriam Welte (Kaiserslautern) und Kristina Vogel (Erfurt) im Bahnrad-Teamsprint

Silber

Judith Arndt (Leipzig) im Zeitfahren

Tony Martin (Kreuzlingen/Schweiz) im Zeitfahren

Maximilian Levy (Cottbus) im Keirin

Sabine Spitz (Bad Säckingen) im Cross Country Mountainbike

Bronze

René Enders (Erfurt), Robert Förstemann (Gera), Maximilian Levy (Cottbus) im Bahnrad-Teamsprint

Rudern

Gold

Karl Schulze (Dresden), Philipp Wende (Wurzen), Lauritz Schoof (Rendsburg) und Tim Grohmann (Dresden) im Doppelvierer

Philip Adamski (Mannheim), Andreas Kuffner (Berlin), Eric Johannesen (Hamburg), Maximilian Reinelt (Ulm), Richard Schmidt (Trier), Lukas Müller (Düsseldorf), Florian Mennigen (Ratzeburg), Kristof Wilke (Radolfzell) und Steuermann Martin Sauer (Berlin) im Achter

Silber

Julia Richter (Berlin), Carina Bär (Heilbronn), Annekatrin Thiele (Leipzig) und Britta Oppelt (Berlin)

Tischtennis

Bronze

Dimitrij Ovtcharov (Orenburg/Russland) im Einzel

Timo Boll (Borussia Düsseldorf), Dimitrij Ovtcharov (Fakel Orenburg/Russland) und Bastian Steger (1. FC Saarbrücken) im Mannschaftswettbewerb

Turnen

Silber

Marcel Nguyen (Unterhaching) im Mehrkampf

Marcel Nguyen (Unterhaching) am Barren

Fabian Hambüchen (Wetzlar) am Reck

Kommentare (2)

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Nubes

08.08.2012, 13:35 Uhr


Erotic Games statt Olympia

warum springt Harting nicht gleich nackt rum? Seine baumelnden Genitalien in seinem Höschen empfinde ich als grenzüberschreitend.
Wenn wir Erotic-Games wollen, dann können wir es gleich so benennen. Olympia ist für mich ein internationaler Sportwettbewerb, der mehr Stil verdient hat.

Aber nicht nur Harting steht für die Trivialisierung von Olympia. Für nicht wenige Teilnehmerinnen und Teilnehmer geht es mittlerweile mehr um Sex und Sport. Olympisches Niveau war einmal.

Olympionike

08.08.2012, 14:20 Uhr

Aber Sie wissen schon, daß die Olympioniken der Antike "gymnos" antraten?!? Ach - gymnos heist übrigens nackt...

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