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01.07.2014

22:21 Uhr

Knapper Sieg gegen Schweiz

Di Maria trifft in Hitzfelds Herz

1:0 nach Verlängerung, kein Glanz, viel Kampf: Argentinien steht im Viertelfinale der WM in Brasilien. Lionel Messi blieb lange unauffällig, legte aber di Marias Siegtor auf. Der schickt damit Ottmar Hitzfeld in Rente.

Letztes Spiel einer großen Trainerkarriere: Ottmar Hitzfeld verabschiedet sich mit dem Achtelfinale in den Ruhestand. dpa

Letztes Spiel einer großen Trainerkarriere: Ottmar Hitzfeld verabschiedet sich mit dem Achtelfinale in den Ruhestand.

Sao PauloDiego Benaglio weinte hemmungslos, Xherdan Shaqiri wischte sich mit dem Trikot die Tränen ab. Dem selbst aufgewühlten Ottmar Hitzfeld gelang es kaum, seine Schweizer Spieler nach dem bitteren 0:1 nach Verlängerung im Achtelfinale der Fußball-WM gegen Argentinien zu trösten. Wenige Meter von den trauernden Eidgenossen entfernt stürzten sich die Südamerikaner nach dem Schlusspfiff in einer einzigen blau-weißen Menschentraube auf ihren Torschützen Angel di María. Der Angreifer von Real Madrid schoss die Albiceleste am Dienstag in São Paulo mit seinem Tor in der 118. Minute eine Runde weiter und beendete damit zugleich Hitzfelds große Trainerkarriere.

„Meine Mannschaft hat alles gegeben. In den letzten drei Minuten hat man noch einmal alles erlebt, was in einem Trainerleben möglich ist. Solche Emotionen erlebt man nur im Fußball. Die Schweiz hat heute große Sympathien in der ganzen Welt gewonnen. Darauf können wir stolz sein“, erklärte der 65-jährige Hitzfeld sichtlich bewegt. Wenige Stunden vor dem Anstoß hatte er die Nachricht vom Tod seines älteren Bruders erhalten.

Ganze zwei Minuten fehlten den Eidgenossen gegen den zweifachen Weltmeister zum Einzug ins Elfmeterschießen. Und in der Nachspielzeit der Verlängerung köpfte Blerim Dzemaili den Ball sogar noch an den Pfosten. „Wir sind sehr enttäuscht, wir sind kaputt. Wir hatten Chancen und einen Pfostenschuss gegen eine der besten Mannschaften der Welt. Wir können stolz sein“, sagte Abwehrspieler Stephan Lichtsteiner nach dem bitteren K.o, den Hitzfeld sogar mit der 1:2-Niederlage mit Bayern München im Champions-League-Finale 1999 gegen Manchester United verglich.

Den siegreichen Argentiniern stand die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. „Wir sind alle happy. Wir wussten, dass es sehr eng werden würde, aber wir haben mit Herz und Seele gekämpft“, sagte Sieg-Torschütze di María im ZDF. Die Südamerikaner treffen nun am Samstag (18.00 Uhr) in Brasilia im Kampf um den Einzug ins Halbfinale auf den Gewinner der Partie zwischen den USA und Belgien.

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