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25.06.2014

07:24 Uhr

Kommentar zur Beißattacke

Hoffentlich kriegt Uruguay die Hütte voll

VonThorsten Giersch

Als ob die Beißattacke von Suarez nicht schon schlimm genug wäre: Uruguays Trainer Tabarez sorgt mit seinen lapidaren Aussagen für einen weitaus größeren Skandal. Und auf die Fifa darf man nicht hoffen.

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Tore haben eine besondere Eigenart: Sie verdecken vieles, sie lenken ab. Manchmal reicht ein Treffer, um ein schwaches Spiel vergessen zu machen. Manchmal sogar, um eine verkorkste Saison zu retten. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft schaffen es die vielen Tore, die geschossen werden, von einer schlimmen Entwicklung abzulenken, die den Fußball derzeit in seinen Grundfesten erschüttert.

Allein der Tag gestern macht traurig: Da beißt ein Akteur allem Anschein nach ohne Provokation seinem Gegner in die Schulter. Luis Suarez ist zudem ein Wiederholungstäter. Nach dem Spiel stellt sich der 27-Jährige den Fragen des von der Fifa engagierten Journalisten. Und der wagt es tatsächlich, Suarez nicht auf die Attacke anzusprechen! Die Fifa möchte selbst an dieser Stelle unschöne Wahrheiten ausblenden.

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Eine skurrile Wette bei einem skandinavischen Wettbüro bringt einem 23-Jährigen einen großen Gewinn. Er hatte auf die außergewöhnliche Attacke des uruguayischen Stürmers gesetzt.

Aber es geht ja noch weiter. Nach dem Spiel antwortet Uruguays Trainer Oscar Tabarez auf die Frage nach dem Biss seines Schützlings: „Es geht um die WM, nicht um die Moral.“ Da hat einer etwas nicht verstanden – und zwar etwas extrem Wesentliches: Es geht im Sport immer um die Moral.

So wie Filmfans ein Happy End erhoffen, sehnen sich die Zuschauer eines Fußballspiels um Gerechtigkeit, um faires Verhalten, um das Einhalten von Werten. Wenn Fußballer für die Jungen und Mädchen, die ihre Trikots tragen, keine Vorbilder mehr sind – dann ist das schlimm. Aber wenn sie das auch gar nicht sein sollen, dann haben wir ein richtig großes Problem.

In einer idealen Welt hätte sich Suarez nach dem Spiel für seine Tat entschuldigt. In einer idealen Welt hätte ihn sein Trainer öffentlich gerügt und gesagt: „Selbst wenn er nicht gesperrt wird: Ich werde ihn im nächsten Spiel nicht aufstellen.“

Kommentare (1)

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25.06.2014, 14:07 Uhr

Wir sollten in Erwägung ziehen Suaréz das Bundesverdienstkreuz zu verleihen, schließlich haben er und seine Urus uns die Italiener aus dem Weg geräumt ;–)

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