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15.07.2011

12:18 Uhr

„Kommunikativ nicht optimal“

Prinz äußert deutliche Kritik an Neid

Abrechnung nach der Frauen-WM: Nach dem Viertelfinal-Aus und dem Ende ihrer Karriere im DFB-Dress macht Fußball-Idol Birgit Prinz Bundestrainerin Neid klare Vorwürfe. Größter Mangel sei die Kommunikation gewesen.

Abschied von der großen Bühne - und vielleicht auch komplett? Birgit Prinz denkt über ihre Karriere nach. Quelle: dpa

Abschied von der großen Bühne - und vielleicht auch komplett? Birgit Prinz denkt über ihre Karriere nach.

FrankfurtFußball-Rekordnationalspielerin Birgit Prinz hat eine für sie enttäuschende Bilanz der Heim-WM gezogen und erstmals atmosphärische Störungen zwischen Bundestrainerin Silvia Neid und der Mannschaft offenbart. „Grundsätzlich ist es kommunikativ nicht optimal gelaufen während der WM, sowohl zwischen mir und Silv als auch an anderer Stelle“, sagte die 33 Jahre ehemalige Spielführerin fünf Tage nach dem bitteren Ausscheiden der deutschen Frauen im Viertelfinale gegen Japan in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa.

Ob sie im Rückblick die Mühen der WM-Vorbereitung erneut auf sich nehmen würde, bezweifelte sie am Donnerstag. „Mit dem Wissen, das ich jetzt habe und wie es gelaufen ist, würde ich es mir aber sehr gut überlegen. Die WM war neben den positiven Aspekten für mich persönlich ziemlich hart. Wenn ich entscheiden müsste, ob ich mir es noch mal antue, wüsste ich es nicht.“

Ihren Abschied von der internationalen Bühne nach 17 Jahren habe sie sich sicher anders vorgestellt, „es wäre komisch, wenn ich mit den Erwartungen in die WM gegangen wäre. Aber es ist ja jetzt nicht meine ganze Karriere im Eimer“, betonte die Fußball-Ikone, deren Laufbahn nach 214 Länderspielen und 128 Toren auf der Bank zu Ende gegangen war. „Grundsätzlich bin ich mit meiner Karriere sehr zufrieden, nur zum Ende ist es dumm gelaufen.“

Das Verhältnis zu Bundestrainerin Silvia Neid sei zuletzt stark belastet gewesen. Die Auswechslungen gegen Kanada und besonders beim 1:0 gegen Nigeria (52. Minute) haben an ihr genagt. „Als das Kind erst einmal in den Brunnen gefallen war nach dem Nigeria-Spiel, da haben wir das erste Mal richtig miteinander gesprochen. Das war auch gut“, berichtete Prinz. „Aber im Vorfeld hätten manche Dinge anders laufen müssen, da hätte sie sich klarer zu mir oder klarer gegen mich positionieren müssen. Sie hat sich einerseits zu mir gestellt, aber andererseits durch die Auswechslungen gleichzeitig wieder zum Abschuss freigegeben“, klagte sie.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

15.07.2011, 14:01 Uhr

Druck und Erwartungshaltung gehören zum Leistungssport dazu! Wer damit nicht umgehen kann ist fehl am Platz! Für feminine Sentimentalitäten ist im Profifußball kein Platz! Deshalb passt Frauen und Fußball auch nicht zusammen!

EckhardStephan

15.07.2011, 14:32 Uhr

Eckhard Stephan
@prinzeugen
Die fussballerische Qualität der japanischen Frauenmannschaft im Frauenweltmeisterschaftspiels Japan gegen Schweden (und auch davor: Japan gegen Deutschland)befindet derzeit sich völlig auf dem Niveau der besten männlichen Fussballmannschften. Warum bei diesem (japanischen) Traumfussball letzten Mittwoch Frauen und Fußball nicht zusammengehören sollen, erschließt sich mir überhaupt nicht.

wolfi

15.07.2011, 17:57 Uhr

Prinz erinnert mich stark an Ballack, begreifen nicht wenn ihre Zeit abgelaufen ist und spielen dann die beleidigte Leberwurst.

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