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06.08.2012

13:50 Uhr

Kugelstoßen

Olympionikin Kleinert fliegt zum Abschied raus

Bitteres Ende einer großen Laufbahn: Bei ihren fünften Olympischen Spielen erreichte Kugelstoß-Europameisterin Nadine Kleinert nicht einmal das Finale. Es wäre ihre letzte Chance auf Gold gewesen.

Abschied ohne Medaille: Nadine Kleinert. dpa

Abschied ohne Medaille: Nadine Kleinert.

LondonNadine Kleinert verließ das Olympiastadion in Tarnkleidung und eiligen Schrittes: Sonnenbrille, die rote Kapuze der weißen Trainingsjacke weit über den Kopf gezogen. Wortlos ging die Kugelstoß-Europameisterin an den Journalisten vorbei - was normalerweise gar nicht ihre Art ist. Es war ein schwarzer Montag für die 36-jährige Magdeburgerin: Qualifikations-Aus bei ihren vierten und letzten Sommerspielen und bei ihrem 50. Einsatz in der Leichtathletik-Nationalmannschaft.

Noch im Juni hatte Kleinert bei der EM in Helsinki ihren ersten und einzigen Titel bei internationalen Meisterschaften gefeiert - und jetzt das: In London kam sie nur auf 18,36 Meter und verfehlte um neun Zentimeter den Einzug ins Finale am Abend. Auch ihre Clubkollegin Josephine Terlecki scheiterte mit 17,78. Hingegen erreichte Christina Schwanitz vom LV Erzgebirge mit 18,62 Metern den Medaillenkampf am Abend. Am weitesten stieß die Olympia-Dritte von Peking, Nadeschda Ostaptschuk aus Weißrussland, mit 20,76 Metern.

Kleinert war 2004 in Athen Olympia-Zweite und insgesamt dreimal Vize-Weltmeisterin. Nach dieser Saison beendet sie ihre lange Karriere und wird sich auf ihre Trainertätigkeit konzentrieren. Kleinert ist Co-Kapitän der 77-köpfigen deutschen Leichtathletik-Mannschaft und wollte eigentlich nicht so schnell von Bord gehen: Sie hatte angekündigt, auf der MS Deutschland mit dem Olympia-Team zurückzufahren und es richtig krachen zu lassen: „36 Stunden Party.“ Eine Woche hat sie bis dahin Zeit, sich von ihrem Olympia-Schock zu erholen.

Von

dpa

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