Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.02.2014

14:34 Uhr

Langläufer Axel Teichmann

„Das wärmste Rennen meiner Karriere“

Die deutschen Langläufer gehen über 15 Kilometer durch die Hölle. Hitze und eine matschige Loipe machen das Rennen zur Tortur. Axel Teichmann überzeugt mit Kämpferqualitäten und wird Achter. Ein Schweizer holt Gold.

Luftiger Dress: Langläufer Axel Teichmann. dpa

Luftiger Dress: Langläufer Axel Teichmann.

Krasnaja PoljanaNach dem letzten olympischen 15-Kilometer-Rennen seiner Karriere stand Axel Teichmann schwitzend in der Sonne und schüttelte ungläubig den Kopf. „Ich bin eigentlich Wintersportler geworden, um meinen Sport im Winter zu betreiben und nicht im Sommer. Es war definitiv das wärmste Rennen meiner Karriere und ein Kampf vom ersten Meter an“, stellte der 34-Jährige nach seinem hervorragenden achten Platz fest und fügte mit Blick auf die Staffel am Sonntag hinzu: „Ich hoffe, wir können uns nach dieser Strapaze innerhalb von 48 Stunden erholen.“

Beim zweiten Gold-Triumph des Schweizers Dario Cologna bei den Sotschi-Spielen litten auch die anderen deutschen Langläufer bei frühlingshaften Temperaturen weit über dem Gefrierpunkt Höllenqualen. „Die Taktik lautete: Nicht zu schnell angehen und dann überleben“, berichtete Hannes Dotzler. Als Elfter verpasste der Sonthofener knapp die angestrebte Top-Ten-Platzierung.

Jens Filbrich, der im Mai gemeinsam mit Teichmann eine große Abschiedsparty gibt, war nach Platz 14 völlig ausgepumpt. „Es ging einfach nur darum, durchzukommen. Das Rennen kam mir doppelt so lang vor. Es nahm einfach kein Ende“, berichtete der Frankenhainer.

Teichmann, der auf dieser Strecke zweimal Weltmeister geworden war, kam dagegen mit jedem Kilometer besser in Schwung. „Das war meine beste Saisonleistung im wichtigsten Rennen der vergangenen zwei, drei Jahre“, stellte er zufrieden fest.

Nach einem lieben Gruß an seine Frau Steffi („Alles Gute zum Valentinstag“) verteilte er dann ein dickes Lob an die Techniker. „Die Loipe fühlte sich an wie ein Wasserfilm auf Schneematsch. Was die Jungs geleistet haben, war phänomenal. Das war der beste Nass-Ski, den ich je am Fuß hatte“, sagte der Thüringer.

Auch Bundestrainer Frank Ullrich hob die Arbeit des Teams hinter dem Team hervor: „Das war heute eine Materialschlacht, bei der wir gut aufgestellt waren.“ Zufrieden war er auch mit der sportlichen Leistung seiner Schützlinge. „Wir gehören zur Weltspitze. Das stimmt uns optimistisch für die Staffel“, bilanzierte Ullrich. „Vor allem Axel hat am Schluss viel gutgemacht.“

Olympia-Vermarktung

Warmer Geldregen für Wintersportverbände

Seit 1992 werden die internationalen Wintersportverbände an den Einnahmen aus der Vermarktung der Olympischen Spiele beteiligt. Quelle: IOC

Sieben auf einen Streich

International gibt es sieben Olympische Wintersportverbände: Für Biathlon, Bobsport, Curling, Eishockey, Eislauf, Rennrodeln und Skisport.

Verteilung der Gelder

Die Sportarten werden je nach Vermarktbarkeit und Bedeutung auf vier Gruppen aufgeteilt, die unterschiedliche Anteile erhalten. Nach den Spielen in Rio 2016 soll ein neuer Schlüssel mit anderer Gruppierung gelten.

Ausschüttungen seit 1992

1992 in Albertville: 17 Millionen US-Dollar
1994 in Lillehammer: 20,3 Millionen US-Dollar
1998 in Nagano: 49,4 Millionen US-Dollar
2002 in Salt Lake City: 92,4 Millionen US-Dollar
2006 in Turin: 126 Millionen US-Dollar
2010 in Vancouver: 209 Millionen US-Dollar

Ein überragendes Rennen lief Cologna, der schon zum Auftakt im Skiathlon triumphiert hatte. Der Schweizer setzte sich schon nach fünf Kilometern an die Spitze des Feldes und gab die Führung nicht mehr ab. Unter den Augen ihres Königs Carl XVI. Gustaf demonstrierten auch die Schweden ihre Stärke und eroberten durch Johan Olsson und Daniel Richardsson Silber und Bronze.

Cologna belohnte sich mit dem Sturmlauf zum insgesamt dritten Olympiasieg - schon in Vancouver hatte er über 15 Kilometer gewonnen - für die Qualen der vergangenen Monate. Im Herbst hatte er sich bei einem Sturz alle Bänder im Fuß gerissen und danach verbissen um seine Olympia-Chance gekämpft. „Es ist unglaublich. Wieder eine Goldmedaille“, sagte der Champion.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×