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09.07.2014

07:40 Uhr

Löw im Interview

„Niemand sollte sich unbesiegbar fühlen“

Die deutsche Nationalelf steht nach einem Rekordsieg gegen Gastgeber Brasilien im Finale der Fußballweltmeisterschaft 2014. Bundestrainer Jogi Löw mahnt trotzdem zur Ruhe und hat nur ein Ziel vor Augen.

Bundestrainer Joachim Löw: „Ich glaube, dass diese Mannschaft bereit ist, das Finale zu gewinnen.“ dpa

Bundestrainer Joachim Löw: „Ich glaube, dass diese Mannschaft bereit ist, das Finale zu gewinnen.“

Belo HorizonteWas sagen Sie zu diesem magischen Fußballabend?

Die Gefühle sind natürlich schön im Moment, klar. Wir haben gewonnen und sind im Finale. Wir sind den tiefen Emotionen und der Leidenschaft der Brasilianer mit Ausdauer, mit Ruhe, mit Klarheit und mit Beharrlichkeit begegnet. Wir hatten gesagt, wenn wir mutig und uns unserer eigenen Stärken bewusst sind, dann werden wir dieses Spiel gewinnen. Dass es ein Ergebnis gibt in dieser Höhe, konnte man nicht erwarten, weil es sind dann drei Tore in vier Minuten gefallen. Das war für den Gastgeber ein Schock. Spätestens nach dem 2:0 hat man gemerkt, dass die Brasilianer ein bisschen durcheinander waren. Das haben wir eiskalt ausgenutzt. Sie sind unter dem immensen Druck des Gastgebers dann auch eingebrochen.

Wo ordnen Sie diesen Sieg in der deutschen Fußball-Geschichte ein? Und was bedeutet er für das Finale?

In einem Halbfinale gab es dieses Ergebnis natürlich noch nie bei einem WM-Turnier. Ich ordne es so ein, dass der Gastgeber diesem Druck nicht standhalten konnte. Wir haben das auch 2006 erlebt, als wir im Halbfinale gegen Italien verloren. Der Druck war immens, alle wollten, dass man ins Finale einzieht. Wir haben damals in der 119. Minute das Spiel verloren. Ich kann es nachempfinden, wie es Scolari geht, der brasilianischen Nation und der brasilianischen Seele. Man sollte das Ergebnis aber jetzt auch nicht zu hoch hängen. Wir müssen jetzt Demut haben und uns mit aller Ruhe vorbereiten auf das Finale.

Miroslav Klose hat sein 16. WM-Tor geschossen und den Brasilianer Ronaldo als Rekordschütze übertroffen. Was sagen Sie dazu?

Das bedeutet uns allen wahnsinnig viel. Das ist ein Rekord, der in Zukunft vielleicht nur von Thomas Müller nochmal gebrochen werden kann. Er könnte da mal irgendwie einschreiten. Aber das ist eine tolle Sache, vor allem für den Miro. In der Historie der WM die meisten Tore erzielt zu haben, das ist eine ganz überragende Leistung. Wenn man es jemandem gönnt, dann dem Miro, der über eine so lange Zeit auch in seinem Alter immer noch auf einem ganz hohem Niveau spielen kann. Er ist torgefährlich wie eh und je.

Haben wir den besten Toni Kroos überhaupt gesehen?

Toni Kroos war eigentlich auch schon in den letzten zwei Länderspieljahren nach der EM ein Spieler, der dem Team wahnsinnig viele Impulse gibt, der der Mannschaft unglaublich viel mitgibt im fußballerischen Bereich. Er ist immer anspielbar. Die Dinge, die er macht, haben Hand und Fuß. Im Moment hat er eine sehr gute Form. Unser Mittelfeld ist bei dieser WM immer sehr dominant. Und Toni Kroos hat dazu einen großen Teil beigetragen.

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