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01.06.2012

13:49 Uhr

Löw und die EM-Startelf

Lieber Triple-Vize als Meister-Double

VonOliver Fritsch
Quelle:Zeit Online

Schlechte Karten für die besten Spieler: Der Test gegen Israel kann als Indiz gewertet werden, dass die EM-Startelf von Joachim Löw ohne BVB-Profis auskommen wird. Der Coach setzt auf Bewährtes - und damit auf Risiko.

Mehr FCB, weniger BVB: Joachim Löw setzt auf die Vize-Meister. dpa

Mehr FCB, weniger BVB: Joachim Löw setzt auf die Vize-Meister.

BerlinAls sich der Gegner wieder mal komplett im eigenen Strafraum versammelte, kam Thomas Müller eine Idee. Er wackelte rechts, wackelte links, dann lagen die Gegner am Boden. Doch statt ins Tor schob er den Ball vorbei. Ein typischer Müller, Jahrgang 2012, der eine schwere Saison hinter sich hat: Sah ganz gut aus, hatte aber kein Happy End.

Für Joachim Löw war Müllers Fehlschuss im 2:0-Testspielsieg gegen Israel kein Grund zum Pessimismus. Ebenso wenig wie der zwischendurch dürftige Auftritt seiner Elf. Seiner gelassenen, selbstbewussten Reaktion nach dem Spiel war anzumerken, dass er davon ausgeht, dass das nur letzte Details sind und sich letzte Details in einer Woche fügen werden. Dann beginnt das Turnier, das er mit seinem ersten Titel als Bundestrainer abschließen will.

Offenbar gedenkt Löw das vor allem mit den Spielern zu tun, die vor zwei Jahren bei der WM in Südafrika unerwartet ins Halbfinale einzogen. Seit damals ist im deutschen Fußball zwar viel passiert: Bayern München hat zwei Jahre lang keinen Titel geholt, Borussia Dortmund ist zweimal Meister geworden. Doch bei Löw gelten andere Gesetze, seine. Löw will in Kiew offenbar mit einer verstärkten Bayern-Elf Europameister werden.
Die konservative Personalpolitik des Bundestrainers ist bekannt, doch diese Konsequenz würde dann doch überraschen. Nach dem verlorenen Meisterkampf sowie den verlorenen Endspielen gegen Dortmund und Chelsea waren Zweifel aufgekommen, ob die "Vize-Bayern" psychisch in der Lage sind, ein gutes Turnier zu spielen.

Nach drei gemeinsamen Trainingstagen stellte Löw nun sieben Bayern auf, also alle außer dem verletzten Bastian Schweinsteiger. Das kann man als gruppentherapeutische Maßnahme werten. Doch natürlich lässt das Rückschlüsse auf den großen Plan des Trainers zu, dafür ist ein letztes Testspiel zu wertvoll. Und auch wenn Kroos, Boateng und Lahm bei einigen Pässen und Flanken ihre "Müller-Szenen" hatten, kam Löw zu dem Schluss: "Die Bayern sind wieder in der Spur."

Kommentare (4)

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Zweifler

01.06.2012, 15:06 Uhr

Die Dortmunder Defensive hat im Spiel gegen die Schweiz nochmals bewiesen, dass sie international noch einiges zu lernen hat. Demzufolge geht Löw wohl kaum ein hohes Risiko ein wenn er auf die Bayern-Abwehr setzt, welche nach Gladbach, in der BL die wenigsten Tore zuließ und sich auch in der Championsleague bewährt hat. Das andauernde psychische Tief der Bayern ist wohl eher von den Journalisten herbeigeredet als der Realität entsprechend.

stetson

01.06.2012, 16:17 Uhr

Das 5:2 in Berlin und die 20 Ecken ohne Ergebnis und die 3 verschossenen Elfer gegen Real haben die Journalisten wahrscheinlich auch herbeigeredet oder?

stetson

01.06.2012, 16:20 Uhr

Und die Bayern haben nicht NACH Gladbach sondern VOR Gladbach die wenigsten Tore zugelassen. Sage und schreibe 3 weniger als Dortmund in 34 Spielen. Das sind natürlich Welten die die Bayern da vom BVB trennen.

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