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17.07.2013

15:05 Uhr

Bestechungsvorwürfe

Formel-1-Chef Ecclestone angeklagt

Die Staatsanwaltschaft München hat Formel-1-Boss Bernie Ecclestone wegen Bestechung angeklagt. Nun muss er ein unrühmliches Ende seiner Herrschaft fürchten. Die ersten Formel-1-Teams kommen bereits ins Grübeln.

Formel-1-Chef Bernie Ecclestone: Der Brite ist von der Münchener Staatsanwaltschaft angeklagt worden. Reuters

Formel-1-Chef Bernie Ecclestone: Der Brite ist von der Münchener Staatsanwaltschaft angeklagt worden.

MünchenDer 82 Jahre alte Brite ist von der Münchener Staatsanwaltschaft wegen Bestechung und Beihilfe zur Untreue jeweils in einem besonders schweren Fall angeklagt worden. Die Anklage sei ins Englische übersetzt und Ecclestone bereits zugestellt worden, sagte eine Gerichtssprecherin am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa in München.

Der 82 Jahre alte Sportmanager steht im Verdacht, dem inzwischen verurteilten Risikochef der BayernLB, Gerhard Gribkowsky, Schmiergeld in Millionenhöhe gezahlt zu haben, damit dieser den Verkauf der Formel-1-Anteile der Bank in Ecclestones Sinne beeinflusst. Die Anklageschrift gegen Ecclestone sei über 20 Seiten lang und trage das Datum 10. Mai 2013. Für Ecclestone könnte es das Ende seiner über drei Jahrzehnte dauernden Ära an der Spitze der Formel 1 bedeuten.

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Vom sehbehinderten Arbeiterkind zum Milliardär. Der Aufstieg des kleinen Bernhard Charles Ecclestone zum allmächtigen Formel 1-Impressario verlief nicht ohne Skandale. Und seine Biografie macht ihn nicht sympathischer.

Ecclestone räumte in einer ersten Stellungnahme ein, dass seine Anwälte eine Anklage der Münchner Staatsanwaltschaft akzeptiert haben. „Das bedeutet, dass sie auf die Anklage antworten müssen, was sie energisch tun“, sagte der Engländer. „Wir werden uns angemessen verteidigen“, zitiert die „Financial Times“ Ecclestone. „Das wird ein interessanter Fall. Es ist schade, dass das passiert ist.“

Seit 2011 ermittelten die Münchener Behörden. Im vergangenen Sommer war bereits Ecclestones einstiger Geschäftspartner Gerhard Gribkowsky zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden. In der Urteilsverkündung betonte der Richter damals schon, dass der ehemalige Risiko-Vorstand der BayernLB von Ecclestone „ins Verbrechen geführt“ worden sei.

Ecclestone - Ein Kurzporträt

Der Funktionär

Kein anderer hat die Formel 1 so im Griff gehabt wie Bernie Ecclestone. Fast vier Jahrzehnte lang war der gerade mal 1,58 Meter große Brite derjenige, zu dem alle aufschauten.

Der Unternehmer

Ecclestone hat die Formel 1 zum Milliardengeschäft gemacht. Und er hat dabei selbst bestens mitverdient. Nachdem er schon im Kindesalter seinen Geschäftssinn entdeckt und gepflegt hatte, brachte es Ecclestone vom Gebrauchtwagenhändler zum Milliardär. Laut Forbes gehört er zu den reichsten Menschen der Welt.

Seine Jugend

Bernie Ecclestone wurde am 28. Oktober 1930 in Ipswich in England geboren. Nach der Schule arbeitete er bei den Stadtwerken.

Seine Frauen

Ecclestone hat dreimal geheiratet. Von seiner ersten Frau Ivy bekam er die Tochter Deborah, die ihm seinen ersten Enkel schenkte. Mittlerweile ist er sogar Urgroßvater.

Später heiratete Ecclestone das kroatische Modell Slavica Radic. Sie war 28 Jahre jünger und 29 cm größer als Ecclestone.

2012 heiratete Ecclestone schließlich Fabiana Flosi.

Sein Aufstieg

Aufgewachsen ist er im südenglischen Bexleyheath. Ecclestone versuchte sich als Rennfahrer - der Erfolg blieb aus, also stieg er als Team-Mitbesitzer und Fahrerberater in die Formel 1 ein. 1977 kaufte er die Werberechte für die Königsklasse, ein Jahr später die Übertragungsrechte.

Seine Herrschaft

Ecclestones Herrschaft war keineswegs ohne Widerstände. Er leistete sich teilweise haarsträubende verbale Entgleisungen, köderte Teams mit Geld und Sonderbehandlungen und schaltete und waltete mehr oder weniger nach Belieben.

Sein Deal

Nach der Formel-1-Übernahme durch die Investmentgruppe CVC wurde Ecclestone als Geschäftsführer eingesetzt. Der Verkauf der Anteile der BayernLB an die CVC brachte ihm den Vorwurf der Bestechung ein. Das Landgericht München stellte das Verfahren jedoch gegen einen Auflage von 100 Millionen Dollar ein.

Der Brite soll dem deutschen Banker für den Verkauf der Formel-1-Anteile an die Investmentgruppe CVC 44 Millionen Dollar gezahlt haben. Ecclestone hat die Schmiergeld-Vorwürfe stets bestritten und sprach seinerseits von Erpressung. Gribkowsky soll Anspielungen gemacht haben, Ecclestones undurchsichtiges Geschäftsmodell den britischen Steuerbehörden zu melden.

Ecclestone selbst ist auf Konsequenzen offensichtlich gefasst, zumindest wenn es auch zu einer Verurteilung käme. Die Besitzergesellschaft CVC „wird wahrscheinlich gezwungen sein, mich loszuwerden, wenn die Deutschen mich holen. Es ist ziemlich klar, wenn ich eingesperrt würde“, hatte Ecclestone Ende vergangenen Jahres dem „Sunday Telegraph“ gesagt. CVC soll bereits einen Headhunter für die Nachfolge Ecclestones engagiert haben.

Kommentare (7)

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Charly

17.07.2013, 13:05 Uhr

Solche Typen gehören endlich für immer weggesperrt.
Er ist aber nicht der Einzige !
Die Liste ist ziemlich lang.

hermosa

17.07.2013, 13:39 Uhr

Einreihen in eine lange Liste von.....

Ecclestone ist nur eine Fortführung einer langen Liste von Betrügern!
Hoeneß, Ehemann von Schwimmstar van Almsick, Politiker, Wirtschaftsbosse, ect...

Anscheinend kommt man nur durch Lug & Trug in diesem leben zu etwas. Die Damen und Herren haben das Rad zu drehen verstanden!

Nur uns "Normalbürgern" sagt Fr. Dr. Merkel: " Bevor sie ( wir Bürger) aufstehen, habe ich ( Fr. Merkel) schon den Frühstückstisch gedeckt!

D. h. Übersetzt: Solange wir nicht aufbegehren resp. uns wehren gegen diese Machenschafften, wird für uns gesorgt!

Klingt irgendwie nach "Kommunismus"!

Die Dinge ändern sich rasant nicht zu unseren Vorteil : (sinkende Löhne, steigende prekäre Beschäftigungsverhältnisse & Niedriglöhner, Altersarmut, sinkende Renten, ect.pp

Wir deutschen Bürger sollten/ müssen endlich von unsererer Lethargie und Angst vor Veränderung & Übernahme von Verantwortung , aufwachen!

Es wird Zeit, dass wir unser Leben ( wir haben nur Eines) für die uns und die Zukunft unserer Kinder wieder SELBST in die Hand nehmen!

Die Partei, die den Mumm hat, uns die Wahrheit zu sagen, die sollte gewählt werden!

Sonst Niemand!

Der_ewige_Spekulant

17.07.2013, 16:56 Uhr

"Ecclestone, der wenig übrig hat für Demokratien, erobert den Markt."

Japan (Suzuka)
Südkorea (Yeongam)
Brasilien (Sao Paulo)
USA (Austin - Texas)
Italien (Monza)
Belgien (Spa)
Deutschland (Nürburgring/Hockenheimring)
England (Silverstone)
Spanien (Valencia/Barcelona/Jerez)
Australien (Melbourne)
Kanada (Montreal)

Sind also fragwürdige Demokratien ?!

Es sind während der Saison nur 3 Rennen in Ländern, gewisse Defizite bei Menschenrechten haben:

Bahrain
China
Abu Dhabi


Und wegen diesen 3 Ländern macht ihr Schreiberlinge so einen großen Aufstand!

In Abu Dhabi ist eine der schönsten F1-Strecken überhaupt.
Und in Bahrain kam dieses Jahr für Red Bull eine Frau aufs Siegerpodest. Mehr Werbung für Demokratie und Menschenrechte in diesen Ländern geht nicht!

Für mich persönlich war es das größtmögliche Symbol des Westens für Frieden und Menschenrechte, das möglich ist und in der breiten Masse in Bahrain wahrgenommen wird:

Eine Frau, geschminkt und ohne Schleier, auf dem Siegerpodest!

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