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08.09.2016

00:04 Uhr

Ecclestone bleibt

Verkauf der Formel 1 ist perfekt

Die Formel 1 hat einen neuen Besitzer. Offiziell sollte der Milliardendeal erst am Donnerstag verkündet werden, dann aber wurde der Deal bereits vorab bekannt gegeben. Und: Bernie Ecclestone soll erstmal bleiben.

Übernahme von Formel 1

Chef von Liberty Media blättert 4,4 Milliarden Euro für Rennserie

Übernahme von Formel 1: Chef von Liberty Media blättert 4,4 Milliarden Euro für Rennserie

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London/New YorkDer Verkauf der Formel 1 an Liberty Media ist perfekt. Das teilten das amerikanische Medien- und Unterhaltungsunternehmen sowie der bisherige Hauptgesellschafter CVC am späten Mittwochabend mit. Der bisherige Formel-1-Boss Bernie Ecclestone soll seinen Posten als Geschäftsführer vorerst behalten. „Ich möchte Liberty Media und Chase Carey in der Formel 1 begrüßen und freue mich darauf, mit ihnen zu arbeiten“, wird Ecclestone in der Mitteilung zitiert. Der amerikanische Geschäftsmann Carey wird in die Geschäftsführung der Rennserie aufsteigen.

Liberty Media zahlt nach Angaben der Unternehmen 4,4 Milliarden Dollar (etwa 3,93 Milliarden Euro). Zudem sollen Schulden in ähnlicher Höhe übernommen werden. Insgesamt werde die Formel 1 bei der Transaktion mit 8,0 Milliarden Dollar bewertet, heißt es in der Mitteilung.

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US-Kabelkönig John Malone wird wohl die Rennserie kaufen und damit eine neue Ära einläuten. In der neuen Formel 1 wird für ihren Gründer Bernie Ecclestone künftig nicht mehr viel Platz sein.

Kurz zuvor hatte Ecclestone in Interviews den Mega-Deal als praktisch perfekt bezeichnet. „Nach zwei oder drei Jahren werde ich es vielleicht ein bisschen ruhiger angehen lassen“, sagte Eccleston zu AP. Der 85-Jährige führt das Sportunternehmen seit fast 40 Jahren. Inzwischen beträgt der Jahresumsatz rund 1,9 Milliarden Dollar.

Der starke Mann bei Liberty Media ist John Malone, wegen seiner aggressiven Deals auch „Cable Cowboy“ genannt. Für die Formel 1 interessiert sich der 75-Jährige offenbar schon länger - bereits 2014 gab es Gerüchte, Firmen aus seinem Imperium stünden kurz vor dem Einstieg.

Heute ist Malones Firmen-Reich nach etlichen weiteren Zukäufen und Abspaltungen ein weit verzweigtes Geflecht diverser, schwer durchschaubarer Beteiligungen. Im Zentrum steht noch immer Liberty Media; der Konzern hat unter anderem Anteile am Shopping-Sender QVC und am Baseball-Team der Atlanta Braves. Das internationale Geschäft wurde 2005 in die Gesellschaft Liberty Global ausgegliedert, die in Deutschland durch Unitymedia vertreten ist.

Die Formel 1 hat sich in den vergangenen Jahrzehnten unter der Führung von Ecclestone zu einem Milliarden-Geschäft entwickelt. Der Brite vereinte die Teams und organisierte die gemeinsame Vermarktung, mit der die Rennserie inzwischen nahezu zwei Milliarden Dollar jährlich erlöst. „Wir alle profitieren von diesem Imperium. Bernie hat es zu dem gemacht, was es ist“, sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff am vergangenen Wochenende in Monza.

Vor zehn Jahren hatte CVC für mehr als 800 Millionen Dollar die Mehrheit der Anteile an der Formel 1 erworben und Ecclestone als zentrale Figur im Tagesgeschäft belassen. Rund vier Milliarden Euro soll CVC mit der Formel 1 verdient haben.

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Der 85-Jährige Ecclestone dominiert seit Jahrzehnten die Formel 1. Der Chef der Rennserie über die Zukunft der Königsklasse, den Ärger mit Anwälten und seine Verehrung von Russlands Staatschef Wladimir Putin.

Über einen möglichen Verkauf war seit langem spekuliert worden. Ecclestone hatte mehrfach einen Börsengang avisiert, der aber wegen der Finanzkrise immer wieder verschoben wurde. Als Kaufinteressenten für die Formel 1 waren in der Vergangenheit auch die katarischen Geldgeber von Paris St. Germain, ein US-Konsortium um Stephen Ross, den Eigentümer des American-Football-Teams Miami Dolphins, der Medienkonzern Sky und sogar Apple genannt worden.

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