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19.02.2016

15:24 Uhr

Ferrari präsentiert SF16-H

Sebastian Vettels neuer Dienstwagen

VonRoman Tyborski

Mit dem Ferrari SF16-H will Sebastian Vettel um die Formel-1-Weltmeisterschaft kämpfen. Am Boliden wurden viele Neuerungen vorgenommen. Doch reicht das, um Mercedes vom Thron zu stoßen? Die Änderungen im Detail.

Mit diesem Ferrari wollen Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen die Silberpfeile angreifen. Screenshot ferrari.com

Ferrari SF-16H

Mit diesem Ferrari wollen Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen die Silberpfeile angreifen.

Ferrari hat die Hüllen fallen lassen. In Maranello stellte das Formel-1-Team den neuen Boliden von Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen vor. Mit dem SF16-H bläst Ferrari nun zum erneuten Angriff auf die Silberpfeile von Mercedes AMG. Bereits im vergangenen Jahr verkürzten die Italiener den Abstand. Nun soll es zum Kampf der Giganten zwischen den beiden Werkteams kommen. Doch was hat der neue Dienstwagen von Vettel zu bieten?

Als erstes fällt die neue Farbgebung auf. Mit einem deutlich höheren Weißanteil und italienischer Flagge an der Airbox soll der SF16-H an den legendären Ferrari 312T erinnern, mit dem Niki Lauda 1975 den WM-Titel gewinnen konnte. „Wir hoffen, dass das ein Siegerauto wird und ein Mythos. Das ist das Ergebnis von der Arbeit vieler Leute. Dieses Auto geht in ein paar Stunden nach Barcelona. Da testen wir seine wahren Werte“, sagte Teamchef Maurizio Arrivabene während der Präsentation.

Ein weiteres interessantes Detail fiel auf. An der Airbox des Ferrari prangt als Werbung ein Logo der Konzernschwester Alfa Romeo. Dem italienischen Traditionskonzern wird seit längerem die Rückkehr in die Formel 1 nachgesagt. Auch Fiat-Chef Sergio Marchionne hat solche Gerüchte des Öfteren gestreut. Doch das ist allenfalls Spekulation. Fakt ist, dass Farbe und Logo den Boliden nicht schneller machen. Das Chassis hingegen schon.

Was Sie über den Formel-1-Testauftakt in Barcelona wissen müssen

Was testen die Rennställe?

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff verfolgt mit dem Branchenprimus die gleiche Strategie wie im vergangenen Jahr. „Beim ersten Test geht es darum, Daten zu sammeln, die Windkanalwerte zu verifizieren, dass Kühlung und Hydraulik rund laufen und dass wir Kilometer abspulen. Beim zweiten Barcelona-Test machen wir dann einen Schritt in Richtung Rundenzeit“, sagte der Österreicher „Auto, Motor und Sport“. Für ein ganz neues Team wie Haas F1 geht's in erster Linie ums Kilometer sammeln. „Der erste Test ist vom Zuverlässigkeitsfaktor ziemlich wichtig. Man versucht, soviel wie möglich über das Auto zu lernen“, erläuterte Teamchef Guenther Steiner.

Starten alle Rennställe mit ihren neuen Autos?

In der Formel 1 ist alles streng geheim. Doch spätestens am Montag wollen die Rennställe die Geheimnisse um die neuen Autos lüften und zumindest optisch für Aufsehen sorgen. Sauber allerdings wird zum Auftakt der ersten offiziellen Tests noch mit seinem alten Wagen antreten. Der C34 wird in Barcelona aber immerhin mit der Lackierung für diese Saison präsentiert. Erst zu den zweiten Tests in Katalonien soll der C35 seine ersten Runden auf dem Asphalt drehen.

Warum finden die Fahrten auf dem Circuit de Catalunya statt?

Der 4,655 Kilometer lange Kurs gilt als repräsentativ für den Formel-1-Kalender. Das Design der Strecke mit der Mischung aus gemäßigten und sehr schnellen Kurven erlaubt fundierte Rückschlüsse in Sachen Aerodynamik. Insgesamt wird zweimal in Barcelona getestet, was für die Rennställe auch logistische Vorteile bringt: Vom 22. bis 25. Februar und vom 1. bis 4. März. Die Übungsrunden sind diesmal noch wichtiger, da es zum Beispiel 2015 vor dem Saisonstart noch drei offizielle Testphasen über insgesamt zwölf Tage in Jerez de la Frontera und zweimal in Barcelona gab. 2014 stand noch Bahrain auf der Agenda. Doch die Reisen erwiesen sich als zu kostspielig und wurden von den Teams nicht angenommen.

Haben die Teams in diesem Jahr nicht schon auf einem Kurs getestet?

Ende Januar lud Reifenhersteller Pirelli zu einem zweitägigen Test auf dem Circuit Paul Ricard in Le Castellet. Dort sammelte der Exklusivlieferant Daten für neue Regenreifen. Die Erkenntnisse auf dem künstlich bewässerten Kurs hielten sich für die teilnehmenden Rennställe in Grenzen. Schließlich waren nur die 2015er Autos erlaubt, neue Teile an den Wagen waren auch verboten.

Wie verliefen die Tests 2015?

Mercedes hatte bei den vorletzten Testfahrten 2015 in Barcelona unerwartete personelle Probleme. Weltmeister Lewis Hamilton klagte über Fieber, der WM-Zweite Nico Rosberg litt unter einer Nervenentzündung im Nacken. Der Testauftakt in Jerez verlief hingegen für die Silberpfeile nach Plan. Über 2000 Kilometer - mehr als jedes andere Team - sammelten Hamilton und Rosberg. Auch Ferrari um den damaligen Scuderia-Neuling Sebastian Vettel war zufrieden. An drei von vier Tagen holte er mit Teamkollege Kimi Räikkönen die Bestzeit.

Die markanteste Veränderung beim neuen F1-Ferrari betrifft folglich die Fahrzeugnase. Sie hat nun an ihrem Ende einen Knubbel wie beim Konkurrenten Willams. Außerdem ist sie insgesamt kürzer geworden. Ferrari-Ingenieur James Allison hatte schon im Frühling bestätigt, dass das Team aus Italien an einer solchen Fahrzeugnase gearbeitet habe. Hier orientiert sich das Team aus Maranello am Konkurrenten Mercedes, dessen Rennwagen bereits seit 2014 mit einer kurzen Front ausgestattet sind. Allerdings ähnelt nicht nur die Ferrari-Nase dem Mercedes-Boliden. Auch das Heck ist wie beim Silberpfeil schlanker geworden, um bei der Aerodynamik mehr Spielraum zu haben.

„Es sieht hübsch aus. Es war viel Arbeit, eine sehr spannende Zeit“, sagte Vettel im Rahmen der Präsentation. „Um meine Eindrücke wirklich zu schildern, müssen wir warten, bis wir auf die Strecke gehen. Aber es ist ein schönes Auto und es sollte ein Fortschritt sein. Es wird uns hoffentlich dabei helfen, diesen einen Schritt weiter zu gehen als im vergangenen Jahr“, so Vettel weiter.

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