Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.10.2013

15:30 Uhr

Formel-1-Boss angeklagt

Prozess gegen Ecclestone in London begonnen

In London hat ein Prozess gegen Bernie Ecclestone rund um die Affäre mit der Bayern LB begonnen. Es geht um Schadensersatz. Das Verfahren könnte auch Einfluss auf den 2014 erwarteten Strafprozess in Deutschland haben.

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone muss sich in London vor Gericht verantworten. ap

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone muss sich in London vor Gericht verantworten.

London/MünchenIm Bestechungsskandal um Formel-1-Chef Bernie Ecclestone hat vor dem höchsten britischen Zivilgericht ein Verfahren um Schadenersatz-Ansprüche begonnen. Ecclestone selbst musste zu dem Termin vor dem Londoner High Court am Dienstag zwar nicht erscheinen. Allerdings könnte der 83-Jährige zu einem späteren Zeitpunkt als Zeuge aussagen müssen. Die Constantin Medien AG in München hat ihn auf die Zahlung von 171 Millionen US-Dollar (rund 124 Mio Euro) verklagt. Das Verfahren soll bis zu einen Monat dauern.

Ecclestone soll den früheren BayernLB-Manager Gerhard Gribkowsky mit Hilfe von Bestechungsgeldern dazu gebracht haben, ein Aktienpaket an der Formel 1 zu billig an den Finanzinvestor CVC Capital zu verkaufen. Ein Strafprozess gegen den Formel-1-Chef soll in München verhandelt werden, aber nicht vor 2014. Der geständige Gribkowsky wurde bereits 2012 zu einer Gefängnisstrafe von achteinhalb Jahren unter anderem wegen Bestechlichkeit sowie Steuerhinterziehung verurteilt und sitzt in Haft.

In London lief jetzt der Zivilprozess um Schadenersatz gegen Ecclestone an. Der Constantin Medien AG – Rechtsnachfolgerin des damaligen Formel-1-Aktionärs EM.TV – entging durch den zu günstigen Verkauf der Aktien ein erheblicher Gewinn. Die BayernLB hatte Formel-1-Anteile gehalten, weil sie Gläubigerin eines früheren Rechteinhabers – des Medienimperiums von Leo Kirch – gewesen war.

„Ecclestone führt einen Vielfrontenkrieg mit dem Problem unterschiedlicher Verteidigungslinien“, kommentiert der deutsche Strafverteidiger und Litigation-PR-Experte Alexander Engelhardt. „Was ihm in Großbritannien womöglich hilft, könnte in Deutschland schädlich sein, und alles, was in einen der Verfahren vorgetragen wird, könnte später bei einem anderen Zivil- oder Strafverfahren wieder auftauchen.“

Ecclestone hatte Ende der 1970er Jahre die TV- und Vermarktungsrechte an der Formel 1 gekauft. Der Brite machte die Rennserie zu einem weltweit operierenden Milliardengeschäft und wurde dabei selbst Milliardär. Rund um die Königsklasse des Motorsports entstand ein kompliziertes Firmengeflecht. Als die Formel 1 vor rund acht Jahren verkauft wurde, ließ Ecclestone sich vom neuen Besitzer, dem Investmentunternehmen CVC, als Geschäftsführer einsetzen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×