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13.10.2013

09:37 Uhr

Formel 1

Das Dilemma der Dominanz

VonAntje Luz

Sebastian Vettel siegt in Japan, muss aber auf seinem vierten WM-Titel noch warten. Die Dominanz des Red-Bull-Fahrers ist vergleichbar mit der des FC Bayern. Warum es besser ist, dass er heute nicht den Titel holte.

Holt er schon in Japan seinen vierten WM-Titel? dpa

Holt er schon in Japan seinen vierten WM-Titel?

Wer weiß, ob Sebastian Vettel Langeweile kennt. Er ist der jüngste Weltmeister der Formel 1, jüngster Grand-Prix-Sieger, dazu jüngster Pole-Position-Inhaber, jüngster Punktegewinner und der jüngste Fahrer mit der schnellsten Rundenzeit. Jetzt ist der vierte WM-Titel zum Greifen nah und Vettel geht es so entspannt an, als handle es sich um einen Nachmittag im Liegestuhl am Pool. Und er hat sein Handtuch schon platziert.

Der Hesse hat von den vergangenen Rennen vier in Folge gewonnen, drei davon aus der Pole-Position. Man hat Vettel kaum gesehen, weil sich die Medien – wie zuletzt in Südkorea – auf die Fahrer dahinter konzentrierten. Vettels einziger echter Rivale ist Ferrari-Fahrer Fernando Alonso, vor dem er mit Abstand vorneweg fährt: 16 Sekunden in Spa, 32 in Singapur, 26 in Yeongam. Es muss ein besonderes Gefühl sein, als schnellster Formel 1-Gewinner in die Geschichte einzugehen.

Formel 1: Vettel siegt auch in Japan – aber der Titel muss warten

Formel 1

Vettel siegt auch in Japan – aber der Titel muss warten

In Suzuka hat es noch nicht geklappt. Aber nun müsste es schon mit dem Teufel zugehen, wenn Sebastian Vettel in zwei Wochen nicht seinen vierten WM-Titel klar macht. Schampus konnte er aber schon jetzt verspritzen.

Doch unlängst wurde Vettel von Fans ausgepfiffen. Sie scheinen genervt von Vettels Dominanz, trotz dessen persönlicher Bodenhaftung. So siegte Vettel auch heute in Japan, auch wenn es wegen des vierten Platzes von Fernando Alonso noch nicht zur Weltmeisterschaft reichte.

Medienfokus auf den Gewinner auf der einen Seite, genervte Fans auf der anderen Seite? Nigel Geach, Motorsport-Experte des Marketing-Analysten Repucom International sagt dazu: „Wenn Vettel dieses Wochenende gewinnt, dann wären die Fans zwar nicht sauer, aber die Meisterschaft wäre nicht so aufregend wie letztes Jahr, als sie im letzten Rennen entschieden wurde. Die Menschen wollen Vettel trotzdem gewinnen und gute Rennen fahren sehen, sein möglicher Sieg hätte allenfalls einen milden Effekt. Als Schumacher und Ferrari so dominant waren, gab es auch kaum Veränderungen bei den Einschaltquoten.“

Einschalten und ansehen mögen zweierlei sein. Rennkollege Lewis Hamilton gab gegenüber Focus zu, dass er zu den großen Zeiten von Schumacher nach dem Rennstart vor dem Fernseher eingeschlafen und erst am Ende wieder aufgewacht sei, weil er „schon wusste, was passiert.“

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

12.10.2013, 13:42 Uhr

Immer wieder schön an Rennwochenenden den Fuß vom Gaspedal zu nehmen, und vor dem TV (oder bei einigen Rennen auch Live vor Ort: DE, BEL, MON, IT und demnächst auch wieder AUT) der Formel-1 in Ruhe zu lauschen.

Ein Augen- und Ohrenschmaus par exellence und kostenloses Anschauungsmaterial. Dabei kann man sich dann auch noch Tipps und Tricks von den Vollprofis abschauen, wie man die 700 PS des eigenen Fahrzeugs sinnvoll auf der Rennstrecke und der Autobahn einsetzen kann. So einfach ist das.

Ps: Chapeau wie der Brausehersteller mit unsern Super-Seb die Konkurrenz seit Jahren in Grund und Boden fährt. Over and out !

Peperblomer

12.10.2013, 16:21 Uhr

Es ist wie beim Hundetreffen: Ist der Alpharüde unangreifbar, wenden sich alle anderen von ihm ab und spielen woanders.

TheProdigy

12.10.2013, 18:36 Uhr

Tut mir leid, aber Formel 1 ist wohl der langweiligste Sport, der in dem Ausmaß durch die Medien gehypt wird.

Ich frage mich immer noch wer tatsächlich seinen schönen Sonntag für diesen **** hergibt!

Wenn Motorsport, dann MotoGP

Geschmäcker sind extrem(!!) verschieden.

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