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21.06.2015

15:51 Uhr

Formel 1 in Österreich

Rosberg überrumpelt die Konkurrenz und siegt

Nico Rosberg gewinnt erneut den Großen Preis von Österreich. Teamrivale Lewis Hamilton stellt sich selbst ein Bein. Und Sebastian Vettel kostet ein schlechter Boxenstopp den sicher geglaubten Podestplatz.

Mercedes-Pilot Nico Rosberg feiert in der Boxengasse seinen Sieg beim Großen Preis von Österreich. Reuters

Strahlender Sieger von Spielberg

Mercedes-Pilot Nico Rosberg feiert in der Boxengasse seinen Sieg beim Großen Preis von Österreich.

SpielbergNico Rosberg hat mit einem 185-Meter-Startsprint und einer tadellosen Rennleistung seine Aufholjagd im WM-Kampf gegen Lewis Hamilton wieder beschleunigt. Der gebürtige Wiesbadener eroberte zu Beginn des Großen Preises von Österreich mit einem blitzsauberen Manöver die Führung von Formel-1-Titelverteidiger Hamilton und feierte in Spielberg seinen dritten Sieg in den vergangenen vier Rennen. „Yeah, Leute“, jubelte Rosberg via Boxenfunk. Im WM-Klassement verkürzte Rosberg sechs Tage vor seinem 30. Geburtstag den Rückstand auf Hamilton auf nur noch zehn Punkte.

Dritter bleibt hinter dem konkurrenzlosen Silberpfeil-Duo Sebastian Vettel, der nach einem völlig verpatzten Boxenstopp in Spielberg als Vierter hinter Felipe Massa im Williams das Podest knapp verpasste. In der Gesamtwertung hat Vettel bereits 49 Punkte weniger als Spitzenreiter Hamilton.

Vettels Ferrari-Teamkollege Kimi Räikkönen wurde im achten WM-Lauf nach wenigen Metern in einen schweren Unfall verwickelt. Der Finne kam bei dem heftigen Crash mit Fernando Alonso im McLaren aber ebenso wie der Spanier mit dem Schrecken davon. Nico Hülkenberg gelang mit Rang sechs eine Woche nach seinem Triumph bei den 24 Stunden von Le Mans das bislang beste Saisonergebnis.

Fakten zum Großen Preis von Österreich

Die Daten

Der Name: Red Bull Ring

Die Streckenlänge: 4,326 Kilometer

Die Rundenzahl: 71

Erster Grand Prix: 1970 (hieß damals Österreichring)

Der Rekordsieger: Alain Prost (1983, 1985, 1986)

Die Besonderheit

Nach aufwendigen Umbauarbeiten wurde der Red Bull Ring am 15. Mai 2011 wieder offiziell eröffnet. Die Formel 1 kehrte im Vorjahr auf die malerisch gelegene Strecke in der Steiermark zurück. Auf dem alten A1-Ring hatte die Königsklasse 2003 letztmals gastiert.

Das Streckenprofil

Der Berg-und-Tal-Kurs ist anspruchsvoll, ohne das Material übermäßig zu belasten. Mit einem Vollgasanteil von 62,7 Prozent und Höchstgeschwindigkeiten um die 320 Stundenkilometer liegt der Red Bull Ring im WM-Kalender im Mittelfeld. Die Spitzkehre nach einer langen Bergaufgeraden ist einer der besten Bereiche zum Überholen.

Das sagen die Fahrer

„Es ist eines der Highlights im Jahr“, meint Sebastian Vettel. Der viermalige Weltmeister freut sich auf den Grand Prix, auch wenn es für ihn nach äußerst erfolgreichen Jahren bei Red Bull durch seinen Wechsel zu Ferrari kein Heimrennen mehr ist. Sein ehemaliger Red-Bull-Teamkollege Daniel Ricciardo schwärmt: „Die erste Kurve ist ziemlich cool, da sie den Berg rauf geht. Es gebe „zwei enge Kurven, aber der Rest ist schnell - dritter Gang und höher“.

Der deutsche Faktor

Michael Schumacher triumphierte beim letzten Rennen auf dem damaligen A1-Ring 2003. Das Jahr zuvor hatte der Rekordweltmeister ebenfalls gewonnen. Allerdings ein Sieg mit einem schalen Beigeschmack: Der damalige Ferrari-Teamchef Jean Todt hatte Schumachers führendem Stallkollegen Rubens Barrichello kurz vor der Ziellinie befohlen: „Let Michael pass for the championship.“ Mercedes-Mann Nico Rosberg gewann bei der Spielberg-Rückkehr im Vorjahr ohne Stallorder.

Landsmann Rosberg setzte in Spielberg um, was er sich vorgenommen hatte. „Ich probier es, klar“, kündigte der Vorjahressieger unmittelbar vor dem Start an. Gesagt, getan: Rosberg schnappte sich bis zur ersten Kurve seinen Teamkollegen. Dahinter konnte Vettel seinen dritten Startplatz gegen Massa verteidigen.

Mit Wut im Bauch wollte sich Hamilton nach der 45. Pole seiner Karriere in einem kuriosen Qualifying - bei seiner letzten Runde kam Hamilton vom Kurs in der ersten Kurve ab, danach patzte Rosberg in der letzten Kurve - die Führung zurückholen. Jegliche Manöver wurden aber erstmal umgehend unterbunden.

Nach dem Unfall der Ex-Weltmeister Räikkönen und Alonso kontrollierte das Safety Car zunächst das Rennen. In der Ferrari-Box hielt auch Fiat-Chef Sergio Marchionne den Atem an. Nur knapp schrammte der McLaren mit seiner Bodenplatte am Cockpit von Räikkönen am Ausgang von Kurve zwei vorbei, im Huckepack schlugen die Autos in die Leitplanken ein - mit 44 G wie Alonso später berichtete.

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