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25.05.2014

16:49 Uhr

Formel 1

Rosberg siegt vor wütendem Hamilton

Beim Formel-1-Klassiker in Monaco hat Nico Rosberg im Mercedes seinen zweiten Sieg in Folge eingefahren. Platz zwei erreichte Teamkollege Lewis Hamilton. Weltmeister Vettel hatte erneut eine Panne bei der Technik.

Doppelsieg für Mercedes: Rosberg (rechts) erreichte Platz eins, Hamilton Platz zwei beim Rennen in Monaco. AFP

Doppelsieg für Mercedes: Rosberg (rechts) erreichte Platz eins, Hamilton Platz zwei beim Rennen in Monaco.

Monte CarloNico Rosberg hat mit seinem zweiten Sieg nacheinander beim Formel-1-Klassiker von Monaco im bitterbösen Mercedes-Duell um den WM-Titel zurückgeschlagen. Bei einer neuerlichen Technik-Panne für den leidgeplagten Weltmeister Sebastian Vettel wehrte Rosberg am Sonntag alle Attacken seines wütenden Silberpfeil-Widersachers Lewis Hamilton ab. „Das ist fantastisch“, funkte der Sieger nach einem lauten Jubelschrei bei der Zieldurchfahrt an die Box.

Wie vor einem Jahr durfte der gebürtige Wiesbadener nach seinem zweiten Saisonsieg die Glückwünsche von Fürst Albert in der Fürstenloge entgegennehmen. Der 28-Jährige zog mit seinem fünften Grand-Prix-Erfolg zudem mit seinem Weltmeister-Vater Keke gleich. Der zuletzt viermal in Serie siegreiche Hamilton musste sich beim Großen Preis in Monte Carlo mit Platz zwei begnügen und die WM-Führung an Rosberg wieder abgeben. Dritter wurde Daniel Ricciardo, dessen Red Bull im Gegensatz zum Wagen von Teamkollege Vettel mal wieder hielt. Der Hesse musste sein Auto ausgerechnet in seinem 100. Rennen für Red Bull wegen eines technischen Defekts in der siebten Runde abstellen.

„Es ist natürlich frustrierend, wenn man als stehendes Hindernis durch die Stadt fährt“, stellte Vettel ernüchtert fest. In der WM-Wertung verharrt der Vierfach-Weltmeister bei 45 Punkten - die Spitze mit Rosberg (122) und Hamilton (118) ist bereits weit enteilt. Und auch Landsmann Nico Hülkenberg überholte Vettel im Klassement dank eines starken fünften Rangs in Monte Carlo wieder.

Wichtige Regeländerungen in der Formel 1

Motor

Die Ära der Saugmotoren ist vorbei. Die Formel 1 fährt ab diesem Jahr wieder auf den Turbo ab. Statt der 2,4-Liter-Triebwerke mit acht Zylindern stecken nun 1,6-Liter-Turbomaschinen mit sechs Zylindern unter der Fahrzeugabdeckung. Die sind deutlich leiser als die Vorgängeraggregate.

Hybridsystem

Das Hybridsystem ERS (Energy Recovery System) liefert zusätzlich 160 PS für 33,3 Sekunden – ein Quantensprung. Beim bisherigen KERS (Kinetic Energy Recovery System) waren es 82 PS für 6,67 Sekunden pro Runde. Das Mindestgesamtgewicht der Autos mit Fahrer wurde von 642 Kilogramm auf 690 Kilogramm heraufgesetzt.

Spritlimit

Erlaubt sind für jedes Rennen nur noch 100 Kilogramm Sprit statt bisher 135 Kilogramm. Die Folge ist, dass die Fahrer verbrauchsschonender fahren müssen. Wer nur auf dem Gaspedal steht, wird das Ziel nicht erreichen.

Fahrzeugnase

Sie wurde drastisch abgesenkt. Zuletzt war eine Maximalhöhe von 55 Zentimetern erlaubt. Nun sind es nur noch 18,5 Zentimeter von der Spitze der Rennwagen zum Boden. Die Nasen liegen damit unwesentlich höher als der Frontflügel. Der Grund für die Änderung: Durch die noch tiefer liegende Wagenspitze soll bei Kollisionen die Gefahr weiter gemindert werden, dass andere Piloten von ihr getroffen werden.

Frontflügel

Er ist schmaler geworden. Statt 1,80 Metern beträgt die erlaubte Maximalbreite 1,65 Meter. Auswirkung hat das auf die sogenannten Endplatten, die für die Luftführung um die Vorderreifen herum wichtig sind.

Heckflügel

Das untere Heckflügel-Element, der sogenannte Beamwing, ist nicht mehr erlaubt. Für die Ingenieure besteht auch hier die Herausforderung darin, den dadurch verlorenen Abtrieb zu kompensieren.

Auspuff

Nur noch ein Endrohr ist erlaubt. Bislang wurden die Abgase über zwei seitliche Kanäle abgeleitet – und so auf das Heck geführt, dass auch dadurch weiterer Abtrieb erreicht wurde – sprich: eine bessere Straßenlage. Das neue Endrohr muss mittig angebracht sein. Es ist um fünf Grad nach oben abgewinkelt und liegt unter dem Heckflügel. Damit soll der aerodynamische Einsatz der Abgase verhindert werden.

Startnummern

Erstmals tragen die Piloten nicht mehr die Startnummern nach der Abschlussrangliste der vorhergehenden Saison. Nur die 1 ist weiter dem Titelverteidiger vorbehalten, ansonsten durften sich die Piloten ihre Startnummer aussuchen. Zur Wahl standen Zahlen von 2 bis 99.

Bis der fünfte Mercedes-Doppelerfolg in Serie feststand, stellten Rosberg und Hamilton die gesamte Crew auf eine harte Probe. Zumindest der befürchtete Crash blieb beim Start auf dem Boulevard Albert 1er aus. Teamaufsichtsrat Niki Lauda hatte auch gedroht: „Wenn sie sich in der ersten Kurve treffen, kriegen sie ein Problem mit mir.“

Im knallharten Teamduell um den Prestigeerfolg in der gemeinsamen Wahlheimat ließen Pole-Mann Rosberg und Nebenmann Hamilton erstmal Vernunft walten, beziehungsweise kam Hamilton auch gar nicht nah genug an seinen deutschen Widersacher bis zur ersten Kurve ran. Der Kupplungswechsel in Rosbergs Wagen machte sich bezahlt, Rosberg verteidigte seinen ersten Platz, den er sich auch durch ein zweifelhaftes Manöver im Qualifying gesichert hatte.

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