Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.11.2014

16:08 Uhr

Formel-1-Saisonfinale

Rosberg eröffnet Psychokrieg mit Hamilton

Nico Rosberg setzt vor dem Formel-1-Finalthriller auf Angriff. Der Pilot will Mercedes-Kollege Hamilton in Abu Dhabi nervös machen. Der schießt zurück: „Wir sind keine Kinder. Wir wissen, was richtig und was falsch ist.“

Nico Rosberg (re.) und Lewis Hamilton reichen sich nur für die Kameras die Hände. dpa

Nico Rosberg (re.) und Lewis Hamilton reichen sich nur für die Kameras die Hände.

Abu DhabiDie Hände reichten sich Lewis Hamilton und Nico Rosberg nur für die Kameras. Vor ihrem finalen Duell um den Formel-1-Titel ist zwischen den beiden Mercedes-Piloten der Psycho-Zweikampf offen ausgebrochen. „Er hat alles zu verlieren, ich habe alles zu gewinnen“, sagte Rosberg und kündigte für das Wochenende eine Verunsicherungstaktik gegen den britischen WM-Spitzenreiter an. „Ich muss versuchen, ihn so gut wie möglich nervös zu machen“, erklärte der Deutsche. Hamilton mahnte prompt zur Fairness: „Wir sind keine Kinder. Wir wissen, was richtig und was falsch ist.“

Doch Rosbergs Lust auf Attacke war schon bei seinen ersten Auftritten auf dem Yas Marina Circuit spürbar. 17 Punkte muss er am Sonntag im letzten Saisonrennen aufholen, um doch noch Weltmeister zu werden. Ein Sieg reicht dem 29-Jährigen trotz der Vergabe doppelter Punkte nur dann, wenn Hamilton höchstens Dritter wird. „Im Sport ist es schon oft so gekommen“, meinte Rosberg und stichelte: „Ich brauche Hilfe von Lewis, damit er nicht Zweiter wird. Ich hoffe, ihm fällt was ein.“

Die spannendsten Titel-Entscheidungen 1950 bis 1983

Die Formel 1...

...hat in ihrer Geschichte schon einige Finalkrimis erlebt. Diesmal duellieren sich die beiden Mercedes-Fahrer Nico Rosberg und Lewis Hamilton im letzten Rennen um den Titel, dem britischen WM-Spitzenreiter genügt am Sonntag in Abu Dhabi schon Platz zwei zum Triumph. Die dpa dokumentiert die spannendsten Finalläufe in der Historie der Königsklasse:

1950

Vor dem letzten Rennen führt Juan Manuel Fangio im Dreikampf vor Luigi Fagiola und Nino Farina. Doch Farina gewinnt das letzte Rennen und schnappt sich noch den ersten Formel-1-Weltmeistertitel.

1959

Jack Brabham geht als Führender vor Stirling Moss und Tony Brooks ins Finale. Zwar geht ihm 800 Meter vor dem Ziel der Sprit aus, doch weil Brooks nur Dritter wird und Moss ausscheidet, reicht es trotzdem zum WM-Sieg.

1964

Graham Hill sind vor dem Schlussrennen John Surtees und Jim Clark auf den Fersen. Hill bleibt nach einem Unfall punktlos, Clark fällt als Führender aus. So wird Surtees Weltmeister.

1976

Nach seinem Feuerunfall am Nürburgring gab der WM-Führende Niki Lauda das Finalrennen in Japan wegen des heftigen Regens nach einer Runde auf. James Hunt holte sich kurz vor Schluss Platz drei und wurde mit einem Punkt Vorsprung noch Weltmeister.

1981

Maßarbeit von Nelson Piquet. Mit Rang vier im letzten Rennen wird der Brasilianer noch Champion. Dem vorher führenden Carlos Reutemann fehlt am Ende ein Zähler. Jacques Lafitte geht leer aus.

1983

Wieder zieht Piquet im Finale vorbei, diesmal an Alain Prost. Piquet wird Dritter, Prost fällt aus. Rene Arnoux kann nicht mehr eingreifen.

Dass die Silberpfeile längst sowohl den Konstrukteurs- wie auch den Fahrertitel sicher haben, dürfte zur entspannten Haltung beim Werksteam des schwäbischen Autobauers beitragen. „Es ist ein großer Luxus, in dem wir uns befinden. Das wird es nicht alle Jahre geben“, befand Wolff.

Die Chance, im Schlussakt noch um die WM-Krone fahren zu können, will Rosberg mit beiden Händen packen. „In meiner Karriere ist das natürlich der Höhepunkt, ein richtig cooles Gefühl“, beteuerte der gebürtige Wiesbadener. Nach Rekordweltmeister Michael Schumacher und dem künftigen Ferrari-Piloten Sebastian Vettel könnte Rosberg der dritte deutsche Formel-1-Champion werden.

Entsprechend aufgedreht wirkte Rosberg nach seiner Ankunft in Abu Dhabi, forsch und fröhlich plauderte er über seine Taktik für die kommenden Tage. Hamilton dagegen saß in sich gekehrt im großen Pressesaal, wollte offenbar so wenig wie möglich von seinem Gefühlskosmos preisgeben. „Ich habe genug Erfahrung in meiner Karriere gesammelt, um auf diese Situationen vorbereitet zu sein“, versicherte der Weltmeister von 2008 kühl.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×