Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.10.2014

10:28 Uhr

Formel 1

Taifun gefährdet Rennen in Suzuka

Zuerst Rosberg vor Hamilton, dann Hamilton vor Rosberg. Die Silberpfeile geben auch in Japan das Tempo vor. Die größere Frage in Suzuka ist aber: Wie kriegt die Formel 1 die Taifun-Gefahr in den Griff?

Nico Rosberg blickt skeptisch gen Himmel: Wird der Taifun die Fahrer erwischen? AFP

Nico Rosberg blickt skeptisch gen Himmel: Wird der Taifun die Fahrer erwischen?

SuzukaNico Rosberg und Lewis Hamilton haben das erste Kräftemessen beim Großen Preis von Japan wie erwartet zum nächsten Silberpfeil-Duell gemacht. Der gefürchtete Taifun Phanfone ließ die Formel-1-Rivalen am Freitag auf dem Suzuka Circuit noch in Ruhe, WM-Spitzenreiter Hamilton nutzte das zur Tagesbestzeit vor Rosberg.

Ob und wie der Sturm, der dem Ort des 15. Saisonrennens noch bedrohlich nahe kommen soll, am Rennsonntag das Programm durcheinanderwirbelt, war weniger als 48 Stunden vor dem geplanten Start um 15.00 Uhr Ortszeit weiter unklar.

Wichtige Regeländerungen in der Formel 1

Motor

Die Ära der Saugmotoren ist vorbei. Die Formel 1 fährt ab diesem Jahr wieder auf den Turbo ab. Statt der 2,4-Liter-Triebwerke mit acht Zylindern stecken nun 1,6-Liter-Turbomaschinen mit sechs Zylindern unter der Fahrzeugabdeckung. Die sind deutlich leiser als die Vorgängeraggregate.

Hybridsystem

Das Hybridsystem ERS (Energy Recovery System) liefert zusätzlich 160 PS für 33,3 Sekunden – ein Quantensprung. Beim bisherigen KERS (Kinetic Energy Recovery System) waren es 82 PS für 6,67 Sekunden pro Runde. Das Mindestgesamtgewicht der Autos mit Fahrer wurde von 642 Kilogramm auf 690 Kilogramm heraufgesetzt.

Spritlimit

Erlaubt sind für jedes Rennen nur noch 100 Kilogramm Sprit statt bisher 135 Kilogramm. Die Folge ist, dass die Fahrer verbrauchsschonender fahren müssen. Wer nur auf dem Gaspedal steht, wird das Ziel nicht erreichen.

Fahrzeugnase

Sie wurde drastisch abgesenkt. Zuletzt war eine Maximalhöhe von 55 Zentimetern erlaubt. Nun sind es nur noch 18,5 Zentimeter von der Spitze der Rennwagen zum Boden. Die Nasen liegen damit unwesentlich höher als der Frontflügel. Der Grund für die Änderung: Durch die noch tiefer liegende Wagenspitze soll bei Kollisionen die Gefahr weiter gemindert werden, dass andere Piloten von ihr getroffen werden.

Frontflügel

Er ist schmaler geworden. Statt 1,80 Metern beträgt die erlaubte Maximalbreite 1,65 Meter. Auswirkung hat das auf die sogenannten Endplatten, die für die Luftführung um die Vorderreifen herum wichtig sind.

Heckflügel

Das untere Heckflügel-Element, der sogenannte Beamwing, ist nicht mehr erlaubt. Für die Ingenieure besteht auch hier die Herausforderung darin, den dadurch verlorenen Abtrieb zu kompensieren.

Auspuff

Nur noch ein Endrohr ist erlaubt. Bislang wurden die Abgase über zwei seitliche Kanäle abgeleitet – und so auf das Heck geführt, dass auch dadurch weiterer Abtrieb erreicht wurde – sprich: eine bessere Straßenlage. Das neue Endrohr muss mittig angebracht sein. Es ist um fünf Grad nach oben abgewinkelt und liegt unter dem Heckflügel. Damit soll der aerodynamische Einsatz der Abgase verhindert werden.

Startnummern

Erstmals tragen die Piloten nicht mehr die Startnummern nach der Abschlussrangliste der vorhergehenden Saison. Nur die 1 ist weiter dem Titelverteidiger vorbehalten, ansonsten durften sich die Piloten ihre Startnummer aussuchen. Zur Wahl standen Zahlen von 2 bis 99.

Rosberg und Hamilton nutzten die störungsfreien Trainingsstunden, um sich für den jeweils angepeilten ersten Sieg auf dem anspruchsvollen 5,807 Kilometer langen Kurs vorzubereiten. Am Morgen setzte sich bei teils herrlichem Sonnenschein Rosberg an die Spitze. Hamilton musste sich in den ersten anderthalb Stunden mit Rang zwei begnügen.

Dritter wurde Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel. Im zweiten Training wurde er Fünfter. „Wir können das noch ein bisschen steigern“, meinte Vettel nach dem freitäglichen Einfahren. Der Red-Bull-Pilot, dessen Teamkollege Daniel Ricciardo sein Fahrzeug bei einem Crash in die Streckenbegrenzung demolierte, ist mit vier Siegen hinter Rekordchampion Michael Schumacher der erfolgreichste Fahrer auf der Strecke in Suzuka.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×