Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.03.2013

15:11 Uhr

Formel 1

Zwischen Euphorie und Sparkurs

VonThomas Mersch

Paukenschlag zum Saisonauftakt: Vodafone steigt als Großsponsor von McLaren aus. An Nachschub mangelt es nicht, große Marken drängen derzeit in die Formel 1. Das Problem des finanziellen Ungleichgewichts löst das nicht.

Nico Rosberg beim Training zum Großen Preis von Australien. dpa

Nico Rosberg beim Training zum Großen Preis von Australien.

KölnSpekuliert wurde schon seit Monaten. Nun gibt es Gewissheit. Der britische Formel-1-Team McLaren muss künftig ohne seinen Großsponsor Vodafone klarkommen. Am Donnerstag gab der Rennstall bekannt, dass das Logo des internationalen Mobilfunkkonzerns in dieser Saison zum letzten Mal die McLaren-Boliden zieren wird.

McLaren braucht künftig einen neuen Partner, der die jährliche Vodafone-Finanzspritze in Höhe von geschätzten 50 Millionen Euro übernimmt – immerhin ein Fünftel des Teambudgets von 250 Millionen Euro. 2007 war Vodafone bei McLaren eingestiegen. Doch McLaren-Chef Martin Whitmarsh zeigt sich zuversichtlich, im Anschluss an die aktuelle Saison einen Nachfolger für das Titelsponsor zu präsentieren. Für das Jahresende hat er schon aufregende Neuigkeiten angekündigt.

Die Chancen darauf, wieder einen globalen Konzern mit der nötigen Zahlungsbereitschaft zu finden, stehen nicht schlecht. Die Formel 1 steht bei Sponsoren derzeit hoch im Kurs. „Es ist zuletzt gelungen, eine Reihe von internationalen Marken als Sponsoren zu gewinnen“, sagt Nigel Geach, Senior Vice-President Motorsport der internationalen Sponsoringberatung Repucom. „In dieser Dimension und so kurzer Zeit ist das lange nicht mehr geschehen.“

Wo die Formel 1 unbekannt ist

Deutschland

91 Prozent der Deutschen kennen die Formel 1.

USA

Immerhin 66 Prozent der US-Amerikaner kennen die Formel 1. Hier steht aber vor allem eher Nascar im Fokus.

Russland

64 Prozent der Russen haben schon Mal was von der Formel 1 gehört. Mit Marussia gibt es auch einen russischen Rennstall.

Südkorea

56 Prozent der Südkoreaner interessieren sich für die Königsklasse des Motorsports.

China

Knapp 700 Millionen Chinesen haben Interesse an der Formel 1. Das sind aber nur 54 Prozent der Bevölkerung...

Indien

79 Prozent der Inder haben noch nie etwas von der Königsklasse des Motorsports gehört. Mehr sind es nirgendwo sonst auf der Welt. Allerdings ist die Formel 1 hier groß im Kommen, vor allem natürlich wegen der neuen Rennstrecke in Neu Dheli.

Immer wieder beschwören Vermarkter die Attraktivität der Formel 1 als einziger globaler Plattform, auf der sich Sponsoren im Jahresrhythmus und über mehrere Monate präsentieren können – im Gegensatz zu Olympischen Spielen und Fußball-Weltmeisterschaften, die alle vier Jahre stattfinden und nur wenige Wochen dauern. Dennoch hielten sich die Hersteller von verbrauchernahen Gütern lange zurück. „Vor 20 Jahren gab es kaum schnelldrehende Konsumgüter unter den Sponsorings“, sagt Geach. „Neben Tabakkonzernen beherrschte die Mineralölindustrie das Bild. Das hat sich geändert.“

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Jens

16.03.2013, 21:41 Uhr

Vodafone - Der Inbegriff von Geiz ist geil! Das Unternehmen verdient Milliarden! In Deutschland werden seit zwei Jahren kräftig Mitarbeiter vor die Tür gesetzt um noch mehr abzuschöpfen. Und jetzt sparen sie auch noch am Sponsoring der Formel 1. Vodafone ist einfach nur peinlich.

Account gelöscht!

17.03.2013, 02:07 Uhr

Formel 1 ist der Inbegriff peinlicher Phalus-Symbolik von Männern.

Das Vodafone hier keine Gelder der Kunden mehr verplämpert ist ein gutes Zeichen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×