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20.04.2012

19:37 Uhr

Großer Preis von Bahrain

Arabischer Frühling stört Rennzirkus

VonMathias Brüggmann

Menschenrechte gegen Wirtschaftsinteressen: Während in Bahrain Tausende gegen die Regierung protestieren, verdient der Golf-Staat prächtig am dortigen Formel-1-Rennen. Die Rolle der Rennserie dabei ist höchst umstritten.

Ein Demonstrant auf den Straßen des Wüstenstaats Bahrain. Reuters

Ein Demonstrant auf den Straßen des Wüstenstaats Bahrain.

BerlinEinnahmen von 500 Millionen Dollar und noch mehr Prestige stehen auf dem Spiel für den kleinen Golf-Inselstaat Bahrain, wenn dort ab heute der Formel 1-Rennzirkus seine Runden dreht. Im vorigen Jahr wurde das Rennen der Boliden auf dem Höhepunkt der Proteste der schiitischen Bevölkerungsmehrheit gegen die sunnitischen Herrscher noch abgesagt. Dieses Wochenende sollen Vettel, Schumacher und Co. in dem selbst ernannten Golf-Finanzzentrum wieder auf die Gaspedale treten.

Bahrain ist geostrategisch extrem wichtig wegen seiner zentralen Lage im Persischen Golf. Doch auch nach dem Einzug von Panzern und Soldaten der Nachbarn aus dem Golf-Kooperationsrat über die Brücke, die Bahrain mit Saudi-Arabien verbindet, vor gut einem Jahr kamen die Proteste der Schiiten gegen den sunnitischen Herrscher nicht zu einem Ende. Der Aufstand wurde brutal niedergeschlagen, Hunderte Oppositionelle inhaftiert, darunter auch Ärzte und Krankenschwestern, die verletzte Demonstranten behandelt haben. Folter soll nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen an der Tagesordnung sein und Todesurteile wurden gegen Oppositionsvertreter verhängt.

Freies Training in Bahrain: Rosberg-Bestzeit nur Nebensache

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Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen, abreisende Mitarbeiter - die Proteste rund um das Rennen in Bahrain zeigen offenbar Wirkung. Die gute Trainingsleistung Nico Rosbergs rückt angesichts dessen in den Hintergrund.

Dennoch keimen die Proteste kurz vor dem Formel 1-Rennen an diesem Wochenende wieder auf. Allein am Freitag demonstrierten landesweit Zehntausende, um die mediale Aufmerksamkeit am Rande des Grand Prix wissend. Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning, verlangte die Freilassung von Hunderten Gefangenen und ein Ende des „unhaltbaren Zustands“, dass Bahrains schiitische Bevölkerungsmehrheit „nicht zu ihren Rechten kommt“. Farida Ismail, die Mutter eines getöteten Aktivisten, klagt: „Hier hat sich nichts geändert an der Politik der eisernen Faust.“ Dennoch werde die Formel 1 nun in Bahrain abgehalten.

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Gestern aber sagte das deutsche MRS-Team die Teilnahme am zum Rahmenprogramm gehörenden Porsche-Supercup wegen Sicherheitsbedenken ab. Vier Mechaniker aus dem Team Force India um den deutschen Rennfahrer Nico Hülkenberg wurden auf ihrem Rückweg von der Rennstrecke in Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften verwickelt, als in der Hauptstadt Manama nah an ihrem Bus ein Molotow-Cocktail landete. Daraufhin reiste ein Teammitglied ab. Der britische Polizei-Berater Bahrains, John Yates, sagte: „Ich wäre ein Narr, wenn ich sagen würde, dass wir vollständige Sicherheit garantieren können“.

Kommentare (3)

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show_will_go_on

20.04.2012, 20:07 Uhr

Was soll die Empörung? Eine Woche später ist doch eh alles vergessen, so läufts business.

Bernie_Ecclestones_flying_circus

20.04.2012, 21:05 Uhr

Stimmt, nach einer Woche haben die Toten ganz sicher vergessen dass sie tot sind.

Hoppala

20.04.2012, 21:13 Uhr

Wer spricht hier von Empörung?
Und welches business meinen Sie?
Im Westen eingekaufte Mörderbanden, die im Auftrag der Regierung "für Ordnung" sorgen.
Oder meinen Sie die Firma Heckler und Koch, mit deren Waffen diese Leute ausgerüstet sind?
Oder meinen Sie das Business der Firma Academi?

Oder meinen Sie gar, dass man zu Stahlgebelle (Ernst Jünger) auch noch rumgurken sollte?

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