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29.12.2014

16:08 Uhr

Kopfverletzung und Koma

Schumis Schicksalstag

Heute vor einem Jahr veränderte ein Skiunfall das Leben von Michael Schumacher dramatisch. Der Formel-1-Weltmeister fiel ins Koma, kämpfte sich aber zurück ins Leben. Sein Schicksal bewegt Millionen – auch die Kanzlerin.

Sportidol Schumacher: Die Nachricht von seinem Unfall ließ kaum jemanden ungerührt. dpa

Sportidol Schumacher: Die Nachricht von seinem Unfall ließ kaum jemanden ungerührt.

BerlinEr wollte wie so oft mit Freunden und Familie Silvester und seinen Geburtstag feiern. Ein paar schöne Tage im Schnee. Doch ein Sturz im Skigebiet oberhalb von Méribel veränderte das Leben von Michael Schumacher und seinen Liebsten auf dramatische Weise. Selbst ein Jahr nach seinem Unfall am 29. Dezember 2013 ist ungewiss, wie Schumachers Weg zurück in ein halbwegs normales Leben enden wird. „Einen seriösen Ausblick könnte ich nie geben“, betonte Schumachers Managerin Sabine Kehm Ende November: „Das ist einfach nicht möglich in dieser Situation.“

Bei dem Sturz war Schumacher mit dem Kopf auf einen Felsen geprallt. Er schwebte tagelang in Lebensgefahr, lag monatelang im künstlichen Koma. Sein Helm war bei dem Aufschlag kaputt gegangen. Spätestens am ersten Morgen nach seiner Einlieferung in die Uniklinik von Grenoble wurde das Ausmaß seiner Verletzungen klar. Die Gesichter der Ärzte sprachen Bände. Schumachers Zustand sei „außerordentlich ernst“. Er habe weit verbreitete Verletzungen im Gehirn.

Der Kampf eines der größten Sportler auf dem Planeten löste weltweit Betroffenheit aus. Auch Regierungschefin Angela Merkel nahm am Schicksal des siebenmaligen Weltmeisters Anteil. „Wie Millionen von Deutschen waren auch die Bundeskanzlerin und die Mitglieder der Bundesregierung außerordentlich bestürzt, als sie von Michael Schumachers schwerem Skiunfall erfahren haben“, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin.

Michael Schumacher im Kurzportrait

Geboren

Am 3. Januar 1969 in Hürth-Hermühlheim

Familienstand

Verheiratet mit Corinna Schumacher (44), zwei Kinder (Tochter Gina-Maria/16 Jahre alt, Sohn Mick/14)

Arbeitgeber in der Formel 1

Mercedes (2010 bis 2012), Ferrari (1996 bis 2006 als Fahrer, 2007 bis 2009 als Testfahrer und Berater), Benetton (1991 bis 1995), Jordan (1991)

Erster F1-Grand-Prix

25. August 1991 beim Großen Preis von Belgien, erster Sieg am 30. August 1992, ebenfalls in Belgien.

Grand-Prix-Bilanz

91 Siege bei 308 Starts, davon 155 auf dem Podium beendet. 68 Mal startete Schumacher von der Pole Position.

Rekordweltmeister

Schumacher gewann 1994, 1995 und von 2000 bis 2004 jeweils die Fahrerweltmeisterschaft der Formel 1. Mit sieben Titeln ist er alleiniger Rekordchampion.

Weltweit wurde teilweise das laufende TV-Programm unterbrochen. Vor der Klinik in Grenoble herrschte Ausnahmezustand. Schumachers Unfall wurde zum medialen Großereignis. Nach gut einer Woche forderte seine Ehefrau Corinna die Medien sogar schriftlich auf, die Familie und vor allem auch die Ärzte in Ruhe zu lassen, damit sie ihre Arbeit machen können. Schließlich kämpfte ihr Mann, der Vater von zwei Kindern im Teenager-Alter, auf der Intensivstation auch Tage nach seinem 45. Geburtstag am 3. Januar immer noch ums Überleben.

Bei den Testfahrten zur neuen Formel-1-Saison zeigten sich Schumachers ehemalige Kollegen geschockt. „Man betet, man wünscht, man hofft, dass das Wunder passiert und dass der Gleiche aufwacht, so wie er vorher war“, sagte Sebastian Vettel Ende Januar.

Rund zehneinhalb Monate später hielt der viermalige Weltmeister bei der Verleihung des Millennium-Bambis für Schumacher eine bewegende Laudatio auf sein Kindheitsidol - vor allem aber auch auf einen guten Freund. „Diese Freundschaft ist es, die mich heute Abend so glücklich und stolz macht, aber gleichzeitig auch ein bisschen traurig sein lässt. So sehr hätte ich mir gewünscht, dir diesen Ehrenpreis heute Abend persönlich zu überreichen.“ Vettels Augen zeigten, wie bewegt der 27-Jährige in diesem Moment war.

Kommentare (2)

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Herr Johnny Ringo

29.12.2014, 18:24 Uhr

Was hat da jetzt schon wieder die Schreckschraube aus der Uckermark im Artikel verloren.?

Herr Horst Meiller

29.12.2014, 19:04 Uhr

Die sollte wirklich lieber mal einige Besuche in anderen Pflegeheimen machen, ein Paar Latexhandschuhe anziehen und praktisch helfen! Sie sollte sich die Situation von Menschen hautnah ansehen, die nicht über die Mittel zur persönlichen Privatpflege rund um die Uhr verfügen, obwohl sie nicht im öffentlichen Rampenlicht standen, aber trotzdem viel an Lebensleistung erbracht haben.

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