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30.01.2014

14:17 Uhr

Managerin bestätigt

Ärzte holen Schumacher aus dem künstlichen Koma

Rund einen Monat ist sein Unfall her, nun werden Michael Schumachers Medikamente reduziert, langsam soll er aus dem künstlichen Koma erwachen. Doch der Aufwachprozess kann sehr lange dauern.

Managerin bestätigt

Schumi soll aus Koma geholt werden

Managerin bestätigt: Schumi soll aus Koma geholt werden

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GrenobleFormel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher wird aus dem künstlichen Koma geholt. „Michaels Narkosemittel werden seit kurzem reduziert, um ihn in einen Aufwachprozess zu überführen, der sehr lange dauern kann“, teilte seine Managerin Sabine Kehm am Donnerstag in einem schriftlichen Statement mit.

„Es war ursprünglich die klare Absprache zwischen allen Beteiligten, diese Information zum Schutz der Familie erst zu kommunizieren, wenn sich dieser Prozess konsolidiert hat“, stellte Kehm in dem dreisprachigen Statement klar und betonte: „Über Zwischenschritte werden wir keine Auskunft geben.“

Öffentliche Prognosen zu Schumachers Zustand und möglichen Folgen hatten die Ärzte vom ersten Tag an abgelehnt, nachdem Schumacher ins Krankenhaus gebracht worden war. Bei seinem Sturz, als er etwa drei Meter neben einer markierten Piste in Méribel gefahren war, hatte sich Schumacher am 29. Dezember ein schweres Schädel-Hirntrauma zugezogen. Eigentlich hatte er Silvester und auch seinen Geburtstag am 3. Januar wie schon häufiger mit Freunden und der Familie in seinem Winterdomizil feiern wollen.

Stattdessen war er an dem Sonntag unmittelbar nach der Einlieferung in die Klinik von Grenoble notoperiert worden. Am Abend darauf entfernten die Ärzte ein Hämatom in der linken Hirnhälfte. Über weitere Behandlungen wurden in der Folgezeit keine offiziellen und bestätigten Informationen bekannt.

Der tragische Schumacher-Unfall

29. Dezember 2013, gegen 11.00 Uhr

Schumacher verunglückt. Er hilft einem gestürzten Freund, verlässt die markierte Piste, verliert die Kontrolle über die Ski und kracht mit dem Kopf auf einen Felsen. Auch Sohn Mick zählt zur Ausflugsgruppe.

29. Dezember 2013, Minuten nach dem Unfall

Minuten nach dem Unfall: Bergretter versorgen Schumacher. Er ist ansprechbar, aber verwirrt. Sein Helm soll bei dem Aufschlag kaputt gegangen sein. Der Rettungshubschrauber bringt ihn von Méribel ins Krankenhaus nach Môutiers.

29. Dezember 2013, gegen 12:40 Uhr

Schumacher wird ins Universitätskrankenhaus von Grenoble eingeliefert. Die Verletzungen waren zu schwer, um in Môutiers behandelt zu werden. Schumacher wird sofort notoperiert. Er hat ein Kopftrauma mit Koma. Bis dato weiß die Öffentlichkeit noch nichts von Schumachers Unfall.

29. Dezember 2013, früher Nachmittag

Französische Medien berichten als erste von Schumachers Skiunfall. Managerin Sabine Kehm bestätigt zunächst nur: „Michael ist bei einem privaten Skitrip in den französischen Alpen auf den Kopf gestürzt. Er wurde ins Krankenhaus gebracht und wird medizinisch professionell versorgt.“

29. Dezember 2013, Nachmittag

Schumachers Familie ist in Grenoble. Wie schwer der zweimalige Familienvater verletzt ist, bleibt unklar.

29. Dezember 2013, früher Abend

Schumachers Zustand verschlechtert sich. Er schwebe in Lebensgefahr, berichten französische Medien. Sein ärztlicher Wegbegleiter Gérard Saillant kommt unter Polizeiaufgebot in Grenoble an. Im Internet beginnt eine Welle der Genesungswünsche. „Ich bete für dich, mein Bruder!“, schreibt Felipe Massa, einst Schumachers Teamkollege bei Ferrari: „Gott segne dich, Michael.“

29. Dezember 2013, später Abend

Die Ungewissheit hat ein Ende. Die Sorgen werden aber größer. Schumacher ist in kritischem Zustand, heißt es vom Krankenhaus. Ross Brawn, guter Freund und Erfolgsbegleiter Schumachers, kommt nun auch in Grenoble an. Die Sportwelt bangt. „Meine Gedanken sind bei Schumi“, schreibt Dirk Nowitzki.

30. Dezember 2013, Morgen

Erste Nacht überstanden. Um 11.00 Uhr aber die Schock-Diagnose: Sein Zustand ist weiterhin „außerordentlich ernst“. Schumacher schwebt in Lebensgefahr. Weit verbreitete Verletzungen im Gehirn. „Wir sind beunruhigt über seinen Zustand“, sagt der Neurologe Gerard Saillant. Keine Prognose zu Überlebenschancen.

30. Dezember 2013, Mittag

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigt sich betroffen. „Wie Millionen von Deutschen waren auch die Bundeskanzlerin und die Mitglieder der Bundesregierung außerordentlich bestürzt, als sie von Michael Schumachers schwerem Skiunfall erfahren haben“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Schumachers Familie bedankt sich für die ergreifende Anteilnahme weltweit.

30. Dezember 2013, im weiteren Verlauf

Leichte Besserung. Die Ärzte sind selbst überrascht nach einem entsprechenden Gehirnscan. Um den Druck weiter zu verringern, nachdem sich Schumacher ein schweres Schädel-Hirn-Trauma mit Blutungen und Hämatomen zugezogen hat, entscheiden sie sich nach Absprache auch mit der Familie für eine zweite Operation.

30. Dezember 2013, gegen 22:00 Uhr

Zweiter Eingriff. Ein Hämatom in der linken Hirnseite wird entfernt. OP-Dauer etwa zwei Stunden. Keine Komplikationen. Die Öffentlichkeit erfährt von diesem Eingriff erst am nächsten Vormittag.

31. Dezember 2013, gegen 11:00 Uhr

Zweite Pressekonferenz des hochrangigen Ärzteteams. Schumachers Unfall ist 48 Stunden her. Der Gesundheitszustand hat sich leicht verbessert, zumindest haben die Mediziner die Situation nach eigener Aussage nun „etwas besser unter Kontrolle“. Schumacher bleibt aber in Lebensgefahr.

31. Dezember 2013, nach der Pressekonferenz

Zum ersten Mal werden Details zum Unfallhergang bekannt. Schumacher-Managerin Kehm berichtet zudem von einem Journalisten, der sich als Priester verkleidet Zutritt zu Schumacher verschaffen wollte.

1. Januar 2014

Managerin Kehm tritt vor die Presse. Die gute Nachricht: Schumachers Zustand ist in der Neujahrsnacht und am Vormittag stabil. Aber auch weiter kritisch. Lebensgefahr bleibt.

3. Januar 2014

Schumachers 45. Geburtstag. Über hundert Ferrari-Fans pilgern nach Grenoble und huldigen ihrem ehemaligen Piloten. „Wir sind überwältigt!“, teilt die Familie am Abend mit.

4. Januar 2014

Managerin Kehm stellt in einer Mitteilung klar: Schumachers Zustand bleibt stabil, aber kritisch. Zudem: Die Helmkamera, die Schumacher beim Unfall trug, wurde den Untersuchungsbehörden übergeben – „freiwillig“.

5. Januar 2014

Der „Spiegel“ berichtet von einem angeblichen Video eines Skifahrers, das Erkenntnisse über den Unfallhergang bringen könnte. Offiziell gibt es keine neuen Information.

8. Januar 2014

Michael Schumacher ist nach ersten Erkenntnissen der Ermittler nicht zu schnell gefahren. „Er fuhr mit angemessener Geschwindigkeit“, sagte der Kommandant der Gebirgsgendarmerie. Der Felsen, auf den Schumacher prallte, soll sich acht Meter abseits der Piste befunden haben.

17. Januar 2014

Der Gesundheitszustand ist unverändert, aber stabil. Schumachers Managerin Sabine Kehm teilte mit, „dass Michaels Familie sehr zufrieden ist mit der Arbeit des behandelnden Ärzteteams und dass sie ihnen absolut vertraut“.

30. Januar 2014

Michael Schumachers Narkosemittel werden reduziert, um ihn in einen Aufwachprozess zu überführen.

17. Februar 2014

Die Staatsanwaltschaft teilt nach Abschluss der Ermittlungen mit, dass es keine Hinweise auf ein Fremdverschulden gibt und kein strafbares Verhalten vorliegt.

4. April 2014

„Michael macht Fortschritte auf seinem Weg. Er zeigt Momente des Bewusstseins und des Erwachens“, teilt seine Managerin Sabine Kehm in einer Stellungnahme mit.

16. Juni 2014

Schumachers Managerin gibt bekannt: „Michael hat das CHU Grenoble verlassen, um seine lange Phase der Rehabilitation fortzusetzen. Er ist nicht mehr im Koma.“

„Die Familie von Michael Schumacher bittet erneut um Respekt für ihre Privatsphäre, das Arztgeheimnis und darum, die behandelnden Ärzte nicht in ihrer eigentlichen Arbeit zu stören“, schrieb Kehm. Erneut bat die Familie nun darum, die Privatsphäre zu achten. Sie rief auch dazu auf, das Arztgeheimnis zu respektieren und „darum, die behandelnden Ärzte nicht in ihrer eigentlichen Arbeit zu stören. Gleichzeitig möchte sie sich nochmals ausdrücklich für die weltweite Anteilnahme bedanken.“

Zuerst hatte die französische Sportzeitung „L'Équipe“ über die Pläne berichtet. Der stellvertretende Chefredakteur, Jérémie Arbona, sagte der Bild-Zeitung vom Donnerstag: „Wir haben sehr sichere Quellen im Krankenhaus. Wir sind uns hundertprozentig sicher.“ Am Mittwoch hatte Michael Schumachers Managerin Kehm den Medienbericht noch als „Spekulation“ bezeichnet.

Kommentare (8)

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Gesunder-Menschenverstand

29.01.2014, 14:40 Uhr

Obwohl ich kein Motorsportfan bin.
Alles Gute Schumi für die vollständige Genesung.
Und in Zukunft nicht mehr so übermütig sein.

Sunny54

30.01.2014, 09:41 Uhr

Übermütig ist er nicht gewesen. Er hatte einfach nur verdammtes Pech. Die Zeiten, wo er übermütig war, hat er locker relativ unbeschadet (vergleichsweise) überlebt.

Bei allem Verständnis für Privatsphäre, seine Fans haben irgendwie das gefühlte Recht, über seinen Zustand informiert zu sein. Schließlich sind sie es, die ihn zu dem getragen haben, was er jetzt ist: uneinholbarer (hoffentlich) Rekordhalter, Ikone des Formel 1 Sports, Symphatieträger, Milliardär - denn nur das öffentliche Interesse generiert den Marktwert. Darüber sollte seine Managerin mal nachdenken.

Als Schumi-Fan will man einfach wissen, wie es ihm gerade geht. Und wenn es ihm unverändert schlecht geht ... na gut, dann ist das so, aber man will es wissen! Dieser Quatsch 'es ist alles unverändert solange keine neue Information kommt' ist einfach nicht ausreichend.

Frau Kehm fragt sicherlich auch täglich, ob es was neues gibt. Wie würde sie wohl reagieren, wenn der Doc sagen würde 'fragen sie nicht, wir erzählen ihnen schon wenn sich was verändert'.

Spekulationen entstehen, weil keine Informationen kommen. Das es nichts zu informieren gibt, zählt hier nicht. Selbst die Nachricht 'es gibt leider nicht Neues' ist eine Information die irgendwie zufriedenstellt, zumindest den Wissensdurst erstmal stillt. Bis morgen. Und selbst immer wieder dieselbe nichssagende "Neuigkeit" ist besser als gar nichts - liebe Frau Kehm.

Flocke

30.01.2014, 14:13 Uhr

richtig Sunny54 sehr sehr gut dargestellt...
Natürlich leidet man mit, gerade wenn man ein Fan ist( Bin ich leider nicht )Aber trotzdem würde man sich über jede kleinste Verbesserung freuen..
Aber was will Frau Kehm erreichen....???
Damit es nachher wieder zu einer Sensation für die Zeitung wird???
was sicherlich nicht ist wenn jeden Tag ein Bisschen kommt...

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