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23.04.2014

11:16 Uhr

Mercedes-Chef Wolff im Interview

Ein ganzes Team soll Ecclestone beerben

ExklusivVor dem Ecclestone-Prozess versucht sich der Rennzirkus neu aufzustellen. Mercedes-Teamchef Wolff spricht über die Zukunft der Formel 1, den Einstieg von Unternehmen und die Rolle seines derzeit dominierenden Rennstalls.

Mercedes als Taktgeber in der Formel 1: Unwahrscheinlich, sagt Teamchef Toto Wolff. ap

Mercedes als Taktgeber in der Formel 1: Unwahrscheinlich, sagt Teamchef Toto Wolff.

Brackley/MünchenDie Formel eins blickt gespannt nach München: Am Donnerstag beginnt der Prozess gegen Bernie Ecclestone, den jahrzehntelangen Herrscher über den Rennzirkus. Dem 83-Jährigen werden Bestechung und Anstiftung zur Untreue vorgeworfen.

Hinter den Kulissen laufen daher längst die Planungen für die Zeit ohne den Engländer. „Wir schauen uns genau an, was jetzt passiert“, sagte Mercedes-Motorsport-Teamchef Toto Wolff in der F1-Zentrale im englischen Brackley der digitalen Tageszeitung „Handelsblatt Live“ (Mittwoch).

„Wir machen uns natürlich Gedanken über die Zukunft der Formel 1 – das müssen wir auch. Denn wir haben als Konzern klare Compliance-Regeln, an die wir uns halten.“ Doch erst einmal gelte für Ecclestone die Unschuldsvermutung.

Ecclestone - Ein Kurzporträt

Der Funktionär

Kein anderer hat die Formel 1 so im Griff gehabt wie Bernie Ecclestone. Fast vier Jahrzehnte lang war der gerade mal 1,58 Meter große Brite derjenige, zu dem alle aufschauten.

Der Unternehmer

Ecclestone hat die Formel 1 zum Milliardengeschäft gemacht. Und er hat dabei selbst bestens mitverdient. Nachdem er schon im Kindesalter seinen Geschäftssinn entdeckt und gepflegt hatte, brachte es Ecclestone vom Gebrauchtwagenhändler zum Milliardär. Laut Forbes gehört er zu den reichsten Menschen der Welt.

Seine Jugend

Bernie Ecclestone wurde am 28. Oktober 1930 in Ipswich in England geboren. Nach der Schule arbeitete er bei den Stadtwerken.

Seine Frauen

Ecclestone hat dreimal geheiratet. Von seiner ersten Frau Ivy bekam er die Tochter Deborah, die ihm seinen ersten Enkel schenkte. Mittlerweile ist er sogar Urgroßvater.

Später heiratete Ecclestone das kroatische Modell Slavica Radic. Sie war 28 Jahre jünger und 29 cm größer als Ecclestone.

2012 heiratete Ecclestone schließlich Fabiana Flosi.

Sein Aufstieg

Aufgewachsen ist er im südenglischen Bexleyheath. Ecclestone versuchte sich als Rennfahrer - der Erfolg blieb aus, also stieg er als Team-Mitbesitzer und Fahrerberater in die Formel 1 ein. 1977 kaufte er die Werberechte für die Königsklasse, ein Jahr später die Übertragungsrechte.

Seine Herrschaft

Ecclestones Herrschaft war keineswegs ohne Widerstände. Er leistete sich teilweise haarsträubende verbale Entgleisungen, köderte Teams mit Geld und Sonderbehandlungen und schaltete und waltete mehr oder weniger nach Belieben.

Sein Deal

Nach der Formel-1-Übernahme durch die Investmentgruppe CVC wurde Ecclestone als Geschäftsführer eingesetzt. Der Verkauf der Anteile der BayernLB an die CVC brachte ihm den Vorwurf der Bestechung ein. Das Landgericht München stellte das Verfahren jedoch gegen einen Auflage von 100 Millionen Dollar ein.

Wie auch immer die Richter in München entscheiden: Angesichts seines fortgeschrittenen Alters steht die Ablösung Ecclestones bevor. Es sei dabei klar, dass kein Einzelner alle seine Aufgaben übernehmen könne. „Nach Ecclestone wird es, vermute ich, ein Managementteam mit unterschiedlichen Kompetenzen geben. Das wird ein ganz normales Management-Board sein wie in jedem anderen Großunternehmen“, meint Wolff.

Dass Autohersteller wie Mercedes selbst das Ruder in der Formel eins übernehmen werden, hält der Österreicher für unwahrscheinlich: „Im Moment steht das nicht auf der Agenda.“

Ein Einstieg von Medienunternehmen oder Kabelnetzbetreibern sei dagegen sehr wohl vorstellbar. „Die Formel eins hat einen der weltweit spannendsten Inhalte im Sportbereich und Fans, die außerordentlich loyal und markentreu sind und über eine beträchtliche Kaufkraft verfügen“, so Wolff.

Das komplette Interview lesen sie bei „Handelsblatt Live", die dreimal täglich aktualisierte Digitalzeitung, die über eine App für iPad und Android verbreitet wird.

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