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14.01.2007

14:08 Uhr

Motorsport 24-Stunden-Rennen

Quester auch mit 67 noch besser als die Konkurrenz

Rente mit 67? Für Dieter Quester kein Thema. Der "Unverwüstliche" feierte beim 24-Stunden-Rennen in Dubai seinen insgesamt siebten Sieg auf der langen Distanz und durfte sich als ältester Sieger der Welt feiern lassen.

Auch mit 67 hat Dieter Quester mehr Speed als die Konkurrenz. Als ältester Rennfahrer der Welt hat sich der unverwüstliche Österreicher in die Siegerliste der 24 Stunden von Dubai eingetragen. Gemeinsam mit seinem Landsmann Philipp Peter sowie Dirk Werner (Kissenbrück) und dem Briten Jamie Campbell-Walter wiederholte Quester im BMW Z4 M-Coupe seinen Vorjahreserfolg und ließ dabei gleich zehn Porsche hinter sich.

"Jeder 24-Stunden-Sieg ist eine schöne Sache, aber in meinem Alter ist dieser Erfolg etwas ganz Besonderes", sagte Quester, der bei der Premiere des Rennens 2006 im Duller-BMW M3 triumphierte: "Daran habe ich nicht im Traum gedacht, denn wir mussten uns mit unserem BMW gegen die starken Porsche-Teams durchsetzen."

Lob von Legende Stuck

Hans-Joachim Stuck, mit dem Quester vor einem Jahr triumphiert hatte, lobte seinen alten Kumpel: "Dieter ist schier unverwüstlich, er ist einfach ein Unikat. Der sitzt wahrscheinlich noch mit 80 im Rennauto und zeigt den jungen Burschen, wo s es langgeht."

Für den früheren Tourenwagen-Europameister Quester war es der insgesamt siebte Erfolg bei einem 24-Stunden-Rennen.

Das siegreiche BMW-Quartett hatte nach insgesamt 567 Runden (3 056,13 Kilometer) einen Vorsprung von nur drei Runden auf den werksunterstützten Porsche 996 RSR von Wolfgang Kaufmann/Franz Konrad/Michael Schrey/Stefan Rosina/Luciano da Silva (Molsberg/Gütersloh/Wallenhorst/Tschechien/Italien).

Alzen nach Pole Position nur Vierter

Der ehemalige DTM-Pilot Uwe Alzen, der auf der Pole Position stand, belegte gemeinsam mit seinem Bruder Jürgen (beide Betzdorf) sowie drei Litauern den vierten Platz (18 Runden zurück) in einem Porsche 996 RSR.

Der am 30. Mai 1939 in Wien geborene Quester begann seine Karriere 1956 mit Motorbootrennen und gewann 1958 und 1962 zwei EM-Titel. Von 1963 bis 1965 versuchte sich der Österreicher auch im Motorradsport, aber ohne überragende Erfolge. Ab 1965 wechselte er in den Automobilsport. Quester wurde als BMW-Werksfahrer insgesamt viermal (1968, 1969, 1977, 1983) Tourenwagen-Europameister.

Nebenbei bestritt das Allround-Talent auch Rennen zur damaligen Formel-2-Europameisterschaft, in der Quester einige Siege feierte und 1971 EM-Dritter wurde.

Bei Questers einziger Teilnahme an einem Formel-1-Rennen, dem GP von Österreich am 18. August 1974, fuhr er im Team Surtees von Startposition 25 bis auf Rang neun noch in die Wertung und wurde anschließend von seinen Landsleuten wie ein Sieger gefeiert.

In Deutschland wurde Quester vor allem durch eine spektakuläre Einlage auf der Berliner Avus bekannt. Am 6. Mai 1990 überquerte er in einem Lauf zur Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft die Ziellinie nach einem Überschlag mit seinem BMW M3 funkensprühend und auf dem Dach liegend - und wurde als Dritter hinter Hans-Joachim Stuck und Altfried Heger gewertet.

© SID

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