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09.04.2006

08:11 Uhr

Motorsport DTM

Damen-Duell zum DTM-Auftakt

Zum Saisonauftakt der Deutsche Tourenwagen Masters in Hockenheim (14.00 Uhr) kommt es zum Duell von Vanina Ickx und Susan Stoddart. Die beiden Rennfahrerinnen geben heute ihr Debüt für Audi bzw. Mercedes.

Gleich zum Start der erfolgreichsten Tourenwagenserie Europas am Sonntag in Hockenheim (14.00 Uhr/live in der ARD) gibt es wieder Frauen-Power im Deutschen Tourenwagen Masters. Denn beim Duell zwischen Audi und Mercedes kommt es zugleich zum Debüt von Vanina Ickx und Susie Stoddart. Die Belgierin Vanina Ickx, Tochter des sechsmaligen Le-Mans-Siegers Jacky Ickx, sitzt in einem Audi A4, die Schottin Susie Stoddart in einer Mercedes C-Klasse.

"Es ist großartig, Teil der Show zu sein. Bisher kannte ich das nur von außen, aber jetzt bin ich ein Teil der DTM-Familie. Das ist unglaublich für mich", sagt die 31 Jahre alte Vanina Ickx, eine ausgebildete Meeresbiologin, in einem Doppel-Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (sid). Für die 23-jährige Susie Stoddart "ist es eine Ehre, vor einem solchen Publikum fahren zu dürfen".

Rennfahrerinnen kein schmückendes Beiwerk

Dabei sehen sich die beiden Damen keineswegs als schmückendes Beiwerk, schließlich verfügen sie schon über einige Erfahrung im Motorsport. Die gerade mal 1,55 Meter große Vanina Ickx, die Fallschirm springt, 2002 als erste Frau mit einem Ultra-Leichtflugzeug den Ärmelkanal überquerte und mit 136km/h auf Ski den Geschwindigkeitsrekord auf einer Sprungschanze hält, war schon recht erfolgreich bei den 24 Stunden von Le Mans und der Dakar-Rallye unterwegs.

Auch Susie Stoddart ist sehr vielseitig. In ihrer Jugend war sie eine hervorragende Schwimmerin und Mitglied der schottischen Ski-Nationalmannschaft, mit 13 Jahren entschied sie sich für das Kart fahren. Über die Formel Renault und die britische Formel drei machte sie dann ihren Weg in die DTM.

Deshalb ist beiden auch vor der Herausforderung DTM nicht bange. "Ich bin zuletzt in der Formel Renault und der Formel drei gefahren. Da ist ein DTM-Auto sogar ein bisschen langsamer, aber immer noch sehr schnell", sagt die selbstbewusste Susie Stoddart, die ein anderes Problem sieht: "In einem geschlossenen Auto wird es sicher sehr heiß, das ist ganz anders als in einem Formel-Auto."

"Wir müssen es mit allen aufnehmen"

Dass sich die Konkurrenten um Mika Häkkinen und Heinz-Harald Frentzen im direkten Duell als Kavaliere erweisen könnten, damit rechnen Vanina Ickx und Susie Stoddart nicht. "Wir müssen es mit allen aufnehmen. Das wird sicher hart. Aber wir werden bestimmt pushen und nicht schauen, wer um uns herum ist", sagt die Britin.

Vanina Ickx, die wenige Wochen vor Susie Stoddart ihren DTM-Vertrag in der Tasche hatte, freut sich über die weibliche Gesellschaft. "Wir fahren beide 2004er Autos. Deswegen werden wir gegeneinander kämpfen, nicht, weil wir beide Frauen sind", meint sie: "Insgesamt sind wir noch zu wenige in dieser Männerwelt. Deshalb ist es gut, dass Susie auch hier ist."

Die letzte und bis dato erfolgreichste Frau in der DTM war die Mönchengladbacherin Ellen Lohr, die von 1991 bis zum Ende der ITC 1996 dabei war. Als bisher einzige Frau gewann "Elli" am 24. Mai 1992 in Hockenheim ein Rennen und war 1993 Zehnte der Gesamtwertung. In einer Saison war sie gemeinsam mit der inzwischen verstorbenen Anette Meeuvissen (Düsseldorf) am Start, die von 1988 bis 1991 BMW fuhr und 1988 zum bislang einzigen Frauen-Trio in der Serie gehörte. Damals waren auch Mercedes Stermitz (Österreich/BMW) und Beate Nodes (Bürgstadt/Ford) im Einsatz.

© SID

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