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16.01.2007

10:15 Uhr

Motorsport Formel1

BMW-Sauber geht mit großen Zielen in die Saison

Mit dem ersten komplett vom neuen Team gebauten Auto will BMW-Sauber zur Spitze der Formel 1 aufschließen. "Es ist das beste Auto, das wir bisher gebaut haben", schwärmt BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen.

BMW-Sauber hat in der neuen Saison Großes vor und setzt dabei auf deutsche Wertarbeit: Mit drei deutschen Rennfahrern und dem ersten komplett selbst entwickelten Auto will der Münchner Automobilkonzern 2007 zur Spitze in der Formel 1 aufschließen. "Es ist das beste Auto, das wir bisher gebaut haben. Ob es gut genug ist, werden wir dann auf der Strecke sehen", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen am Dienstag bei der Präsentation in Valencia.

Theissen: "Wollen die bestmöglichen Fahrer"

Dass am Steuer des F1.07 in Stammpilot Nick Heidfeld (Mönchengladbach) sowie den Testfahrern Sebastian Vettel (Heppenheim) und Timo Glock (Wersau) gleich drei deutsche Fahrer sitzen, sei laut Theissen keine spezielle Philosophie. "Das ist ein Zufall, aber ein schöner", meinte er: "Wir schauen nicht auf die Nationalität, sondern wollen die bestmöglichen Fahrer. Die Situation gefällt mir aber, schließlich sind wir ein deutscher Hersteller."

Stolz ist Theissen vielmehr darauf, dass sowohl Glock, der 2004 schon vier Formel-1-Rennen für Jordan fuhr, als auch Supertalent Vettel aus der eigenen Nachwuchsserie Formel BMW kommen.

Nach Platz fünf in der ersten Saison als eigenständiges Team wollen die Weiß-Blauen 2007 den Abstand zu den vier Spitzenteams weiter verringern. Das soll der neue F1.07 schaffen, der erstmals komplett unter der Regie der Münchner entstand.

Ein ganz spezieller Tag

Die Entwicklung war noch von Sauber vor der Übernahme durch BMW 2005 begonnen worden. "Das ist der erste richtige BMW-Sauber. Deshalb ist das für uns ein ganz spezieller Tag", sagte Theissen, der für 2007 "Siege aus eigener Kraft" aber noch nicht für realistisch hält und diese für 2008 ins Visier nimmt.

Um 9.01 Uhr wurde im Messezentrum von Valencia vor rund 400 Gästen das neue Auto enthüllt, indem eine weiße Stoff-Halbkugel über dem Boliden weggeblasen wurde. Das Auto verfügt über eine kürzere und höhere Nase sowie ein schlankeres Heck und soll bis zum ersten Rennen am 18. März in Melbourne noch ein neues Siebenganggetriebe erhalten, das ohne Zugkraftunterbrechung schaltet.

Um 13.00 Uhr ging Heidfeld zur Jungfernfahrt auf die Strecke und zog nach den ersten drei schnellen Runden ein positives Fazit. "Das Auto fühlt sich gut an. Das ist immer ein besonderer Moment für einen Fahrer, wenn man zum ersten Mal mit einem neuen Auto fährt und alles problemlos läuft", sagte "Quick Nick". Zweiter Stammfahrer neben ist weiterhin der 22 Jahre alte Pole Robert Kubica. Vettel und Glock werden neben ihren Testeinsätzen Rennen in anderen Serien fahren.

Vettel, der 2006 als Freitagsfahrer in der Formel 1 für Furore sorgte und auch 2007 freitags zum Einsatz kommt, geht in der Renault World Series an den Start, da es dort nicht zu Terminkollisionen mit der Formel 1 kommt. Der Odenwälder Glock geht in seine zweite Saison in der GP2-Serie und will dort um den Titel fahren.

"Ich weiß, dass die Arbeit als Testfahrer nicht einfach ist", meinte der erst 19 Jahre alte Vettel, der auf einen Karrieresprung hofft wie Kubica, der 2006 mitten in der Saison vom Test- zum Einsatzfahrer befördert wurde: "Wenn der Moment kommt, muss man bereit sein."

"Quick Nick" hat keine Angst vor der Konkurrenz

Der 24-jährige Glock würde gerne als GP2-Champion wie schon Nico Rosberg (seit 2006 bei Williams) und Lewis Hamilton (ab 2007 bei Mclaren-Mercedes) den Wechsel in ein Stammcockpit schaffen. "Ich hatte im letzten Jahr gute Rennen mit Hamilton. Ich hoffe, ich kann den gleichen Weg gehen wie er."

Nick Heidfeld hat vor den jungen Konkurrenten aber keine Angst. "In der Formel 1 hat man immer Druck", sagte der 29-Jährige, dessen Helm neuerdings ein Fingerabdruck seiner Tochter Juni ziert: "In dieser Klasse gibt es keine langsamen Fahrer."

© SID

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