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11.01.2007

13:36 Uhr

Motorsport Formel1

Der "Iceman" wettert über den alten Mclaren-Renner

Noch vor seinem ersten Renn-Einsatz für den neuen Arbeitgeber Ferrari ist Kimi Räikkönen hart mit seinem Ex-Rennstall Mclaren-Mercedes ins Gericht gegangen: "Das Problem war das Auto", sagte der Finne.

Der sonst so ruhige Kimi Räikkönen hat bei seinem ersten großen Auftritt für Ferrari herbe Kritik gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber Mclaren-Mercedes geübt: "Das Problem war nicht meine Einsatzbereitschaft oder mein Privatleben, wie es mir immer wieder vorgeworfen wurde", meinte der Finne im italienischen Nobel-Skiort Madonna di Campiglio: "Das Problem war das Auto. Entweder blieb es liegen oder es war nicht schnell genug."

Auch das Betriebsklima sei bei Mclaren-Mercedes nicht immer das beste gewesen, sagt Räikkönen, der mehrfach wegen seines Lebensstils und seiner Alkoholeskapaden zum Rapport antreten musste. Bei Ferrari ginge es überall sehr entspannt und familiär zu, das sei positiv und ganz anders als bei Mclaren, sagt der 27-Jährige. Weil sein Vertrag bei Mclaren-Mercedes erst zum Jahresende auslief, durfte er noch keine einzige Testfahrt für Ferrari absolvieren, was den Finnen zusätzlich verärgert.

Räikkönen setzt auf Schumachers Rat

Als Nachfolger des zurückgetretenen Rekord-Weltmeisters Michael Schumacher soll Räikkönen bei Ferrari angeblich 25 Mill. Dollar pro Saison verdienen, das ist fast das Doppelte seiner Mclaren-Gage.

Der Finne begrüßt die Tatsache, dass Michael Schumacher nach seinem Rücktritt als eine Art Berater weiterhin in die Arbeit bei Ferrari eingebunden wird. Von dieser Zusammenarbeit werde das ganze Team profitierten, meint der "Iceman", der sich nun sogar wünscht: "Es wäre gut, wenn Schumacher den Wagen testen würde."

Als einen der größten Rivalen im Kampf um den Titel 2007 sieht Räikkönen Weltmeister Fernando Alonso (Spanien), der künftig seinen Platz im Silberpfeil einnehmen wird. Der Druck auf Mclaren-Mercedes nach sieben Jahren ohne WM-Titel (Mika Häkkinen 1999), in denen der Rennstall mehr als eine Milliarde Euro investierte, ist riesengroß.

Alonso-Verpflichtung erhöht den Druck be Mclaren

"Für das gesamte Team gibt es nach der Verpflichtung Alonsos absolut keine Entschuldigung mehr, 2007 nicht zu gewinnen", sagte Mclaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh. Das neue Auto, mit dem Mclaren-Mercedes in die Erfolgsspur zurückkehren will, wird am kommenden Montag in Valencia präsentiert.

Ähnlich wie Whitmarsh beurteilt Mercedes-Sportchef Norbert Haug die Ausgangslage in diesem Jahr. "Wenn schon Renault-Teamchef Flavio Briatore der ganzen Welt erzählt, dass es für Mclaren keine Ausreden mehr gibt, seit Alonso im Team ist, zeigt das doch nur, wie ernst er uns nimmt", sagte Haug im Interview des britischen Fachmagazins Autosport. Mclaren-Mercedes hatte 2006 zum ersten Mal seit zehn Jahren eine Formel-1-Saison ohne einen einzigen Sieg beendet.

© SID

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