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04.02.2008

10:39 Uhr

Motorsport Formel1

FIA droht Barcelona "schwere Strafen" an

Nach den rassistischen Beschimpfungen gegen Lewis Hamilton in Barcelona hat der Weltverband FIA ein hartes Durchgreifen angekündigt. Sogar der Verlust des Rennens ist möglich.

Die rassistischen Sprechchöre gegen Lewis Hamilton bei den Formel-1-Testfahrten in Barcelona bleiben möglicherweise nicht ohne Folgen. "Die FIA ist überrascht und enttäuscht von den gegen Lewis Hamilton gerichteten Beschimpfungen", erklärte ein Sprecher des Automobil-Weltverbandes: "Beschimpfungen dieser Art sind ein klarer Bruch der in den FIA-Statuten verankerten Prinzipien, und jede Wiederholung wird schwere Strafen nach sich ziehen."

Genaue Angaben über die Art der möglichen Strafen machte die FIA nicht. Von einer drastischen Geldstrafe bis zum Verlust des Rennens ist in derartigen Fällen alles möglich, wenn die lokalen Veranstalter es nicht schaffen, rassistische Beleidigungen zu unterbinden. "Wir appellieren an die Zuschauer, dass wir ein derartiges Verhalten nicht tolerieren können", sagte Streckenchef Ramon Pradera der Zeitung La Vanguardia.

Ordner schließen Tribüne

Die FIA hat vom spanischen Motorsport-Verband RFE einen Bericht angefordert. "Wir wollen wissen, welche Maßnahmen getroffen werden sollen, um sicherzustellen, dass sich solche Vorgänge nicht wiederholen", erklärte ein FIA-Sprecher. Die RFE drückte ihr Bedauern aus: "Wir werden diesen Idioten, die sportliche Rivalität mit Gewalt beeinflussen wollen, zeigen, dass es bei uns dafür null Toleranz gibt. Wir sind absolut solidarisch mit dem Mclaren-Mercedes-Team und speziell mit dem Fahrer Lewis Hamilton."

Auch der britische Sportminister Gerry Sutcliffe hat sich zu Wort gemeldet und will der FIA sowie seinem spanischen Amtskollegen schreiben. Nach den "ekelhaften Bildern" im Fernsehen stellte er in Frage, "ob Grand Prix in Spanien stattfinden" sollten.

Spanische Fans hatten Vize-Weltmeister Hamilton in Barcelona übel beleidigt. Hamiltons Mclaren-Mercedes-Team ist ein rotes Tuch für die Spanier, die den Rennstall für den verpassten WM-Titel ihres Landsmannes Fernando Alonso 2007 verantwortlich machen. Bei den Tests auf dem Circuit de Catalunya mussten am Samstag Sicherheitskräfte die Tribüne schließen, die direkt gegenüber der Mclaren-Mercedes-Box liegt.

Wurfgeschosse Richtung Mclaren-Mercedes

Von da aus hatten aufgebrachte Fans immer wieder Gegenstände Richtung Mclaren-Mercedes geworfen. Daher bat das Team die Verantwortlichen an der Rennstrecke, die Tribüne zu räumen. Zuvor hatten die Offiziellen bereits mehrere Anti-Mclaren-Transparente entfernt.

"Die Menschen in Spanien waren immer sehr herzlich zu mir. Diese Dinge waren nicht angenehm, auch wenn ich mir vorstellen kann, was passiert ist", sagte Hamilton: "Aber durch diese Vorgänge lernt man, die Freundlichkeit der Menschen mehr zu schätzen. Auch wenn man immer versucht, für sie da zu sein, erkennt man nie, wie wichtig sie für einen sind, bis solche Dinge passieren."

Hamilton stellte noch einmal klar, dass er zu keinem Zeitpunkt versucht habe, "Fernando absichtlich zu schaden. Aber der Kampf war sehr hart, und mein Image in Spanien wurde schwer beschädigt", sagte der 23-Jährige.

Kopfschütteln bei den Silberpfeilen

Mclaren-Mercedes hatte mit Unverständnis auf das Verhalten der spanischen Fans reagiert. "Wir haben in diesem Land schon viele Rennen bestritten und oft Testfahrten absolviert. Jeder in unserem Team behandelt die Menschen hier mit großem Respekt, Lewis Hamilton eingeschlossen", meinte eine Teamsprecherin am Sonntag.

Die Silberpfeile werden vor dem Saisonstart am 16. März in Melbourne vom 12. bis 14. Februar und vom 25. bis 27. Februar erneut in Barcelona testen. In der Heimat von Alonso, der von Mclaren-Mercedes zu Renault zurückgekehrt ist, finden in diesem Jahr erstmals zwei Rennen statt: der Große Preis von Spanien in Barcelona am 27. April und erstmals der Große Preis von Europa auf einem neuen Stadtkurs in Valencia am 24. August.

© SID

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