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12.01.2007

13:35 Uhr

Motorsport Formel1

Haug reagiert gelassen auf Räikkönens Spitzen

Einer Konfrontation mit Kimi Räikkönen geht Sportchef Norbert Haug von Mclaren-Mercedes aus dem Weg. "Ich werde Kimi auch weiterhin hochhalten", so Haug über den Finnen, der seinen Ex-Arbeitgeber heftig kritisiert hatte.

In Frieden sind Formel-1-Pilot Kimi Räikkönen und Mclaren-Mercedes nicht auseinandergegangen. Giftpfeile hatte der Finne, der jetzt für Ferrari unterwegs ist, in Richtung seines alten Arbeitgebers abgefeuert. Bei den Silberpfeilen reagierte man gelassen; die Vorwürfe des "Iceman" lassen das Team kalt.

"Klar ist, dass Kimi nun mit Fragen provoziert werden soll, mit seinem alten Team abzurechnen", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug dem Sport-Informations-Dienst (sid). Er selbst werde auf mögliche Räikkönen-Kritik aber nicht eingehen. Denn auch jetzt, wo Räikkönen für einen Rivalen fahre, gebe es von ihm wenig öffentliche Kritik an dem Finnen.

Auch Räikkönens Alkoholeskapaden will der Sportchef jetzt nicht zum Anlass für ein kritisches "Nachtreten" nehmen, obwohl er immer wieder gefragt werde, was Kimi falsch gemacht habe und wie Mercedes seinen oft in den Medien beschriebenen Lebenswandel sehe.

Sieben Siege in einer Saison

Auch Räikkönens Beschwerde, er habe von Mclaren-Mercedes keine vorzeitige Freigabe erhalten und konnte deshalb nicht schon 2006 im Ferrari sitzen und testen, versteht Haug überhaupt nicht. "Ferrari hat uns nie um die vorzeitige Freigabe von Kimi vor dem Jahresende gebeten", versichert der Schwabe. Und Räikkönen selbst habe ihn nie gefragt, ob er noch im alten Jahr für Ferrari testen dürfe.

Trotz Räikkönens Abrechnung nimmt Haug seinen einstigen Fahrer in Schutz, böse Worte kommen ihm nicht über die Lippen. "Ich werde Kimi auch weiterhin hochhalten und jetzt in ihm einen sportlichen Rivalen sehen, mit dem wir fünf Jahre lang gut zusammengearbeitet haben", meint der Mercedes-Sportchef. Zum WM-Titel mit Räikkönen hätten einmal nur zwei Punkte gefehlt, "und 2005 hat Kimi sieben Rennen für unser Team gewonnen".

Der Druck auf Mclaren-Mercedes nach sieben Jahren ohne WM-Titel (Mika Häkkinen 1999), in denen der Rennstall mehr als eine Milliarde Euro investierte, ist riesengroß. Das weiß auch Haug. Zumal nun der Spanier Fernando Alonso, der Weltmeister der vergangenen beiden Jahre, im Silberpfeil sitzt. Das ehemalige Top-Team hatte 2006 erstmals seit zehn Jahren eine Formel-1-Saison ohne einen einzigen Sieg beendet. Der neue Rennwagen, mit dem Mclaren-Mercedes in die Erfolgsspur zurückkehren will, wird am kommenden Montag in Valencia präsentiert.

Ferrari will weiter von "Schumi" profitieren

Beim Rivalen Ferrari, wo sich Räikkönen dafür ausspricht, dass sein zurückgetretener Vorgänger Michael Schumacher als Testfahrer eingesetzt wird, dreht sich derweil weiter alles um den Rekord-Weltmeister. Der neue Ferrari-Sportdirektor Stefano Domenicali erwartet "Schumi" auch künftig häufiger an der Piste als im Büro: "Er wird die Entscheidungen mittragen, die Fahrer und die technischen Entwicklungen beobachten."

Der Sportchef räumte jedoch ein, dass Schumacher nicht bei jedem Rennen dabei sein könne: "Er muss natürlich nicht immer an der Strecke sein. Das bleibt seine Entscheidung. Aber er wird defintiv bei den Besprechungen dabei sein, entweder persönlich oder via Video-Konferenz. Wir können alle von seinem Wissen und seinen Ratschlägen nur profitieren."

© SID

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