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31.01.2008

14:42 Uhr

Motorsport Formel1

Renault stellt Alonsos neuen Dienstwagen vor

Der Formel-1-Rennstall Renault hat in Paris seinen neuen Wagen für die Saison 2008 präsentiert. Team-Rückkehrer Fernando Alonso durfte den "R28" bereits letzte Woche testen.

Renault will mit demonstrativem Teamgeist und dem verlorenen Sohn Fernando Alonso in der Formel 1 zu alten Erfolgen zurückfinden. "Besser sein als 2007", beschrieb Konzernchef Carlos Ghosn bei der Präsentation des R28 am Donnerstag in Paris kurz und knapp das Ziel für die neue Saison. Im vorigen Jahr waren die Franzosen ohne Alonso vom Weltmeisterteam zur vierten Kraft abgerutscht und nur durch den Punktabzug für Mclaren-Mercedes in der Endabrechnung Dritter geworden. "Unser Teamchef Flavio Briatore hat zu mir gesagt: 2007 war ein Desaster", meinte Ghosn: "Wenn Platz drei ein Desaster ist, gibt es nur zwei Alternativen. Welche ich bevorzuge, darauf kommen sie schon selbst."

Alonso froh, wieder da zu sein

Garant für die Rückkehr zu alter Stärke soll dabei der 26-jährige Alonso werden, den Briatore nach einem schwierigen Jahr von Mclaren-Mercedes zurückgeholt hat. "Ich bin froh, wieder hier zu sein. Bei meiner ersten Sitzprobe in der Fabrik war es so, als ob die Zeit stehengeblieben wäre", sagte der Spanier, der bei den Silberpfeilen nicht sein Glück gefunden hatte und nach vielen Missverständnissen und Anschuldigungen dem Ruf seines Ziehvaters Briatore gefolgt war.

Harmonisches Umfeld für den Ex-Weltmeister

Und der Italiener will dem sensiblen und oft misstrauischen Ex-Weltmeister, der sich bei Mclaren-Mercedes hinter Shooting-Star Lewis Hamilton (Großbritannien) zurückgesetzt fühlte, ein möglichst harmonisches Umfeld schaffen. Auffällig oft war bei der Präsentation das englische Wort together - zusammen - zu lesen. Der Brasilianer Nelson Piquet junior, vom Testfahrer zum zweiten Stammpiloten aufgestiegen, versuchte gleich, die Rolle des wissbegierigen Lehrlings einzunehmen.

"Ich kann von Fernando viel lernen. Er hat viel Erfahrung, besonders in diesem Team", sagte der 22-jährige Sohn des dreimaligen Weltmeisters Nelson Piquet. Für einen kurzen Moment blitzte aber auch das Selbstvertrauen auf, mit dem im vorigen Jahr Hamilton dem damaligen Champion Alonso das Leben schwer gemacht hatte. "Ich will immer mein Bestes geben. Wenn das Auto gut genug ist für ein Podium, will ich versuchen, das zu erreichen. Wenn es gut genug für einen Sieg ist, will ich das auch schaffen." Vor seinem Testfahrer-Jahr war Piquet 2006 in der GP2-Serie Vize-Meister - hinter Hamilton.

Auf der Suche nach der besten Performance

Wie gut das neue Auto ist, das am Donnerstag im Renault-Kommunikationszentrum vor 500 Gästen und Medienvertretern um 14.24 Uhr in einer Lichtshow auf die Bühne gerollt wurde, bleibt noch abzuwarten. Erste Testfahrten haben Alonso und Piquet schon in der vorigen Woche in Valencia absolviert, am Freitag geht es in Barcelona weiter. "Wir müssen jetzt die nötige Performance finden", sagte Alonso mit Blick auf das erste Rennen am 16. März in Melbourne.

Dass die meisten Experten an der Spitze wieder einen Zweikampf zwischen Ferrari und Mclaren-Mercedes erwarten, ist Alonso dabei durchaus recht. "Das ist gut für uns, dann können wir ein bisschen entspannter arbeiten", sagte der Asturier, der mit Renault 2005 und 2006 jeweils Fahrer- und Konstrukteurschampion war.

"Große Motivation für das Team"

Dahin will Briatore dank Alonso wieder kommen. "Ich denke, Fernando hat sich verbessert - ein bisschen", sagte der Italiener: "Dass er wieder zurück ist, das ist eine große Motivation für das Team."Über Siege wollte er noch nicht sprechen, wichtiger wäre erst einmal die Show für die Fans. "Am Ende wird ohnehin nur einer Weltmeister", meinte Briatore: "Ich erwarte uns unter den besten drei oder vier."

© SID

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