Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.01.2009

13:55 Uhr

Motorsport Formel1

Ron Dennis tritt zurück

Bei der Präsentation des neuen "Silberpfeils" hat Mclaren-Teamchef Ron Dennis dem neuen Boliden gründlich die Show gestohlen. Er gab seinen Rücktritt zum 1. März 2009 bekannt.

Ron Dennis will nicht mehr. Foto: Daimler AG SID

Ron Dennis will nicht mehr. Foto: Daimler AG

Kaum hatte Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton den neuen "Silberpfeil" enthüllt, da sorgte Mclaren-Boss Ron Dennis für den großen Schock. Nach beinahe 30 Jahren an der Spitze des Rennstalls wird er seinen Platz zum 1. März 2009 räumen. Das gab der 61-Jährige bei der Team-Präsentation am Freitag in Woking/England bekannt. Sein Amt übernimmt der bisherige Mclaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh. Die WM-Saison 2009 beginnt am 29. März in Melbourne.

"Ganz und gar nicht spektakulär"

Mercedes-Sportchef Norbert Haug war von der Entwicklung keineswegs überrascht. "Die Entscheidung ist ganz und gar nicht spektakulär. Wir haben lange diskutiert und wussten über alles Bescheid", sagte Haug dem sid. Es werde sich für das Team nicht viel ändern und auch keinen Einfluss auf die künftige Arbeit haben: "Martin Whitmarsh wird Rons Aufgaben übernehmen, das ist ein nahtloser Übergang und ein ganz normaler Prozess."

Dennis war seit 1981 Mitbesitzer und Teamchef von Mclaren, er hält derzeit noch einen Anteil von 15 Prozent. An der Entstehung der Partnerschaft mit Mercedes 1995 hatte er maßgeblichen Anteil. Die Entscheidung zum Rücktritt, so Dennis, habe er "zu 100 Prozent selbst getroffen. Es war an der Zeit für Martin, den Job zu übernehmen." Allerdings war Dennis nicht unumstritten, spätestens seit der "Spionage-Affäre" 2007 wackelte seine Position bedenklich.

Hamilton will beide Titel

Noch wenige Minuten vor dem überraschenden Dennis-Rücktritt hatte sein Ziehsohn Lewis Hamilton mit leuchtenden Augen und einem strahlenden Lächeln im Gesicht den neuen "Silberpfeil" enthüllt. Immer wieder schaute der jüngste Formel-1-Weltmeister aller Zeiten auf der Bühne verstohlen auf die Startnummer des Autos. "Wenn man die 1 sieht, weiß man endgültig, dass es wahr ist und man das alles nicht nur geträumt hat", sagte der Brite bei der Präsentation des neuen Mclaren-Mercedes MP4-24 in Woking.

Trotz der einschneidenden Regeländerungen findet er das neue Auto wunderschön, sagte Hamilton, für den der "Silberpfeil" auch ein nachträgliches Geschenk zu seinem 24. Geburtstag am 7. Januar ist. Er freue sich darauf, mit dem neuen Mclaren-Mercedes Rennen zu fahren und zu gewinnen, meinte der Weltmeister und schickte gleich eine Kampfansage an den großen Rivalen Ferrari hinterher: "Wir wollen diesmal beide WM-Titel gewinnen, nicht nur die Fahrer-Krone, sondern auch die Konstrukteurs-WM."

Erst Kampfansage, dann Rücktritt

Erstmals seit neun Jahren prangt beim Saisonstart am 29. März in Melbourne wieder die Startnummer 1 auf einem Mclaren-Mercedes. In der Saison 2000 war der Finne Mika Häkkinen als Weltmeister unterwegs. "Leichter wird das Auto nicht, wenn die Startnummer nur noch einstellig ist", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug mit einem breiten Grinsen im sid-Interview: "Aber der mit der Nummer 1 hat in der vergangenen Saison den besten Job von allen gemacht. Und das ist gleichzeitig Verpflichtung für uns für die neue Saison."

Da schien die heile Mclaren-Welt noch in Ordnung, Haug und Dennis standen auf dem Podium und sprachen von gemeinsamen Zielen in diesem Jahr. "Wir wollen nach Möglichkeit beide WM-Titel gewinnen - ein hoch gestecktes Ziel, aber dafür fahren wir Rennen", sagte Dennis - und niemand ahnte, dass es wohl seine letzte große Ansprache gewesen sein könnte.

© SID

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×