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31.01.2011

12:56 Uhr

Motorsport Formel1

Schumacher sieht Vettel als Nachfolger

Michael Schumacher kann sich Sebastian Vettel als seinen Nachfolger vorstellen. Das sei aber "rein hypothetisch", so Schumi kurz vor der Präsentation seines neuen Silberpfeils

Michael Schumacher (l.) und Sebastian Vettel beim Race of Champions. Foto: SID Images/AFP/Arthur Thill SID

Michael Schumacher (l.) und Sebastian Vettel beim Race of Champions. Foto: SID Images/AFP/Arthur Thill

Rekordweltmeister Michael Schumacher könnte sich den aktuellen Formel-1-Champion Sebastian Vettel durchaus als seinen möglichen Nachfolger im Mercedes-Silberpfeil vorstellen. "Rein hypothetisch gesehen wäre es absolut unvernünftig, wenn Mercedes nicht versuchen würde, rauszufinden, ob der Sebastian in Zukunft bei uns fahren will. Denn meine Zukunft ist doch relativ berechenbar", sagte der 42 Jahre alte Schumacher einen Tag vor der Präsentation seines neuen Silberpfeils und des neuen Red Bull seines Freundes Vettel im Gespräch mit der Bild-Zeitung. Der siebenmalige Weltmeister fügte aber hinzu: "Wohlgemerkt, ich rede theoretisch, ich sage nicht, dass es so ist."

Allerdings hat nicht nur er persönlich ein gutes Verhältnis zum 23 Jahre alten Vettel, sondern auch Mercedes-Sportchef Norbert Haug. "Es ist kein Geheimnis, dass Sebastian immer wieder mal bei uns ist. Wir feiern zusammen, essen gemeinsam zu Abend", sagte Schumacher: "Da gibt es eine längere Freundschaft zwischen ihm, mir, uns, Norbert."

Vettel selbst sieht sich derzeit allerdings auch für die nächsten Jahre bei Red Bull. "Ich fühle mich sehr wohl. Sowohl vertraglich als auch von meinem Gemüt her ist so weit alles im Lot. Damit sollte alles für die nächsten Jahre gerichtet sein. Im Moment gibt es da wenig zu diskutieren, aber ich bin ja noch jung", sagte Vettel erst vor wenigen Tagen bei einem Sponsorentermin in Österreich.



Schumacher fit für die neue Saison



Für Schumacher ist 2011 nicht nur Vettel ein Ansporn, er fühlt sich auch mit inzwischen 42 Jahren noch absolut fit genug für die Formel 1 und Duelle mit den jungen Wilden wie Vettel, Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg oder Mclaren-Pilot Lewis Hamilton. "Es geht ja nicht nur um den einen 23-Jährigen. Es sind noch ein paar mehr Junge da. Aber wenn ich mir das so angucke, musste ich mich letztes Jahr rein körperlich absolut nicht verstecken, um überhaupt noch in der Weltspitze mitfahren zu können", sagte Schumacher.

Der Mercedes-Star hofft jetzt, dass sein Auto konkurrenzfähiger sein wird als in seiner Comebacksaison, in der er im Rennen nicht über Platz vier hinauskam und in der WM-Wertung auf Platz neun landete. "Dieses Jahr habe ich ein richtig gutes Gefühl. 2010 habe ich nach den Wintertests ziemlich schnell erkannt, mit diesem Auto werde ich nicht besonders viele jagen. Nun habe ich hoffentlich ein Auto, um vorne mitzufahren", sagte er.

Auch fast 20 Jahre nach seinem Formel-1-Debüt freut sich Schumacher immer noch "wie ein Kind vor der Weihnachts-Bescherung" auf sein neues Auto. "Es kribbelt überall, Hände, Füße, Kopf. Die Unruhe wird immer schlimmer", sagte Schumacher, der in der Winterpause ständig mit den Mercedes-Ingenieuren in Kontakt stand, um seine Ideen für die Entwicklung einzubringen.



"Wissen genau, wo wir stehen."



"Im Winter kann ich nicht so viel draußen trainieren. Darum habe ich drinnen ein Rad auf einer Rolle. Da sitze ich und schwitze und denke nach. Wie können wir dies und jenes erreichen? Wo stehen wir im Ablaufplan? Womit kann ich die Ingenieure noch ein bisschen nerven, um es besser zu machen?", erzählte Schumacher: "Das Handy habe ich immer griffbereit, den Knopf im Ohr. Und wenn ich anrufe, wissen die in England, der Schumacher trainiert wieder und grübelt übers Auto."

Mit der Arbeit seines Teams ist er sehr zufrieden. "Alles, was am 2010er-Auto zu verbessern war, haben wir auch maßgeblich verbessert", sagte er. Als Titelkandidat sieht er Mercedes aber noch nicht: "So weit sind wir meiner Meinung nach noch nicht. Die Situation ist die: Wir bei Mercedes wissen zu diesem Zeitpunkt ziemlich genau, wo wir stehen. Allerdings wissen wir nicht, wo die anderen stehen."

© SID

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