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11.01.2010

11:25 Uhr

Motorsport Formel1

Schumacher testet privat in Jerez

Mit privaten Testfahrten in einem GP2-Auto will sich Rekordweltmeister Michael Schumacher in Jerez (Spanien) auf sein Formel-1-Comeback vorbereiten und Fahrpraxis sammeln.

Michael Schumacher absolviert in Jerez einige Testfahrten. Foto: AFP SID

Michael Schumacher absolviert in Jerez einige Testfahrten. Foto: AFP

Rekordweltmeister Michael Schumacher wird sich mit dreitägigen privaten Testfahrten in einem GP2-Auto in Jerez auf sein Comeback in der Formel 1 vorbereiten. Das teilten die GP2-Serie und das Mercedes-Team am Montagmittag offiziell mit und bestätigten damit einen Bericht der Bild-Zeitung.

Von Dienstag bis Donnerstag wird der 41-Jährige, der 2010 nach drei Jahren Pause im neuen Mercedes-Werksteam in die Königsklasse zurückkehrt, Fahrpraxis sammeln und testen, ob sein bei einem schweren Motorradsturz im Februar 2009 verletzter Nacken den Belastungen in einem Rennauto über eine komplette Renndistanz von mehr als 300 Kilometern standhält.

"Habe mich akribisch vorbereitet"

Im August 2009, als er bei Ferrari als Ersatzmann für den verletzten Brasilianer Felipe Massa einspringen wollte, hatte Schumacher private Testfahrten in einem Formel-1-Ferrari aus der Saison 2007 absolviert. Danach waren bei ihm Beschwerden aufgetreten, die schließlich die Absage des Comebacks erzwangen. Bei seiner Vorstellung als Mercedes-Pilot am 23. Dezember hatte Schumacher dann versichert, dass sein Nacken inzwischen vollständig verheilt sei.

"Im Sommer konnte ich den Belastungen nicht standhalten. Ich habe mich aber akribisch vorbereitet und jetzt alle Übungen gemacht, die ich im Sommer nicht aushalten konnte", hatte Schumacher gesagt: "Ich habe auch die Bestätigung von meinem Arzt, dass ich keine Befürchtungen haben muss. An meiner Fitness habe ich keine Zweifel."

GP2-Betreiber auch an Testfahrten interessiert

Interesse an den Testfahrten in Jerez, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden sollen, hatte offenbar nicht nur bei Schumacher bestanden. Auch für die Betreiber der GP2-Serie sind die Aussagen eines siebenmaligen Weltmeisters über ihr Auto sehr wertvoll.

Ein GP2-Bolide, mit dem bereits Schumachers künftiger Teamkollege Nico Rosberg (Wiesbaden/2005), der spätere Weltmeister Lewis Hamilton (Großbritannien/2006), Timo Glock (Wersau/2007) und Nico Hülkenberg (Emmerich/2009) Meister wurden, hat rund 600 PS und kommt damit einem Formel-1-Auto (rund 750 PS) recht nah. Zudem werden in der GP2-Serie wie in der Formel 1 profillose Slick-Reifen verwendet, elektronische Fahrhilfen wie eine Traktionskontrolle sind ebenso verboten.

Probleme könnte das Wetter in Jerez bereiten. Zwar liegt in Andalusien nicht wie in anderen Teilen Spaniens Schnee, allerdings ist für Dienstag und Mittwoch Regen angesagt.

Offizielle Testfahrten erst Anfang Februar

Testfahrten mit Formel-1-Autos sind derzeit noch nicht erlaubt. Erst vom 1. bis 3. Februar in Valencia stehen die ersten offiziellen Termine auf dem Programm. Das erste Rennen des Jahres findet am 14. März in Bahrain statt, für Schumacher wäre es der erste GP-Start nach 1 239 Tagen Pause.

Abseits der Strecke läuft Schumachers Vorbereitungsprogramm auf die Saison 2010 bereits auf Hochtouren. So besuchte er in der vorigen Woche für zwei Tage den Sitz des neuen Mercedes-Rennstalls in Brackley sowie die Formel-1-Motorenfabrik der Stuttgarter in Brixworth.

"Ich bin extrem positiv überrascht"

"Ich habe die Zeit genutzt, um die Ingenieure und die Strukturen näher kennenzulernen", schrieb Schumacher auf seiner Homepage (www.michael-schumacher.de): "Und ich bin extrem positiv überrascht von der Motivation, die mir überall entgegenschlug. Dies ist ein Weltmeister-Team, aber es wirkt in keinem Fall erfolgsverwöhnt; es wirkt im Gegenteil hungrig nach mehr!"

In Brixworth freute er sich, "dass dort viele Leute deutsch sprechen. Das ist auch mal schön, das bin ich von meiner früheren Arbeit her nicht so gewöhnt, und ich finde das durchaus sehr angenehm."

© SID

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