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04.03.2006

12:10 Uhr

Motorsport Formel1

Schumacher wettet auf eigenen WM-Titel

Michael Schumacher gibt sich für die kommende Saison sehr zuversichtlich. Der gebürtige Kerpener will mit seinem Ferrari-Rennstall wieder zurück an die Spitze und peilt seinen achten WM-Titel an.

Die kommende Saison ist vielleicht die letzte von Michael Schumacher, und gerade deshalb will der Ferrari-Star sich nicht noch einmal von der Konkurrenz abhängen lassen. Der Deutsche gibt sich eine Woche vor dem Auftaktrennen im Wüstenstaat Bahrain (12. März) angriffslustig und bläst zur Attacke auf seinen achten WM-Titel. Der Titel sei ganz klar das Ziel, und er würde sogar darauf wetten, "dass ich dieses Jahr wieder Weltmeister werde", sagte der 37-Jährige im Interview der Bild Zeitung: "Wir wollen so schnell wie möglich zurück an die Spitze."

Schumacher, der seinen WM-Thron für den Spanier Fernando Alonso räumen musste und 2005 nur Position drei der Gesamtwertung belegte, gibt zu: "Außerhalb der WM-Punkte rumzufahren, das tat schon sehr, sehr weh." Dass er 2005 so lange nicht konkurrenzfähig gewesen sei, habe ihn am meisten gestört, meint der Rekord-Champion: "Ehrlich gesagt bin ich doch nur durch die Fehler anderer überhaupt noch WM-Dritter geworden."

Schumacher sieht Renault als stärkstes Team

Am stärksten schätzt Schumacher Alonsos Renault-Team ein, knapp dahinter komme Honda, und auch Mclaren-Mercedes sehe wieder stärker aus. Ferrari liege mit diesen genannten Rennställen hinter Renault, allerdings könne sich das ja schnell ändern. Trotz einiger Probleme bei den Tests in der Winterpause sei der neue Ferrari F2006 absolut WM-reif, sagt der siebenmalige Weltmeister und verspricht: "Zum Saisonstart sind wir bereit."

Niki Lauda hält Schumachers Optimismus für unbegründet. "Für mich ist er kein Favorit auf den Titel. Er hat Außenseiterchancen und wird wieder Rennen gewinnen", sagte der Österreicher, für den Alonso den stärksten Eindruck hinterlassen habe: "Sein Renault ist nach den Testfahrten das beste Auto im Feld. Dann kommt für mich Honda. Und dann erst Ferrari zusammen mit Mercedes."

Schumacher hat aber keine Zweifel daran, dass er Alonso und den Silberpfeil-Star Kimi Räikkönen (Finnland) in dieser Saison besiegen kann. Das wolle er so machen wie in den Jahren zuvor. Mit Ausnahme der letzten Saison hätte das ja immer ganz gut geklappt, meint der 37-Jährige und stichelt gegen Alonso: "Mir ist immer noch nichts aufgefallen, wo ich sage, he, da bin ich aber schlechter als die Jungen."

Schumacher will über Karriereende entscheiden

Für Schumacher steht 2006 besonders viel auf dem Spiel. Sollte er erneut nur hinterherfahren, wird damit gerechnet, dass er seinen Helm an den Nagel hängt. Einen Zeitpunkt für die Entscheidung könne er noch nicht nennen. Er werde sie dann treffen, wenn es wirklich gehe: "Lasst mich noch ein paar Rennen fahren, dann schaue ich, wie es aussieht", meint der gebürtige Kerpener, dessen Vertrag bei Ferrari zum Jahresende ausläuft. Der Deutsche selber halte nichts von allen Gedankenspielen zu diesem Thema: "Mein Anspruch ist es, vorne zu sein und nicht im Mittelfeld rumzugurken."

Geht es nach den Tifosi, gibt es 2007 die Ferrari-Traumpaarung Schumacher/Valentino Rossi. Obwohl der Motorrad-Superstar bei Tests auf vier Rädern einen guten Eindruck machte, hält es Schumacher für "ziemlich unwahrscheinlich", mit Rossi in einem Team zu fahren.

Schumachers neuer Teamkollege Felipe Massa (Brasilien) ist laut Lauda nur eine Übergangslösung. "Ich glaube, dass Massa seinen Platz in einem Jahr wahrscheinlich an Räikkönen abgeben muss", sagte der dreimalige Weltmeister in einem Interview der Münchner Abendzeitung. Der Finne soll Gerüchten zufolge einen Vorvertrag in Maranello unterschrieben haben. Massa habe, so Lauda, auch gar nicht die Qualität, um den Ferrari-Star zu fordern: "Der Unterschied ist ja noch größer als zwischen Deutschland und Österreich im Fußball."

© SID

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